Diplomarbeit, 2006
86 Seiten, Note: 1,0
Einführung
1 Grundlagen und Bewertung der Vertrauensarbeitszeit
1.1 Zentrale Elemente
1.1.1 Begriffsbestimmung
1.1.2 Charakteristika
1.1.3 Abgrenzung
1.2 Interessen und Ziele
1.2.1 Arbeitgebersicht
1.2.2 Arbeitnehmersicht
1.3 Risiken und Gefahren
1.3.1 Arbeitgebersicht
1.3.2 Arbeitnehmersicht
2 Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen der Vertrauensarbeitszeit
2.1 Arbeitszeitgesetz
2.1.1 Anwendungsbereich
2.1.2 Vorschriften
2.1.2.1 Höchstarbeitszeit
2.1.2.2 Ruhepausen
2.1.2.3 Ruhezeit und Sonn- und Feiertagsarbeitsverbot
2.1.2.4 Ausnahmeregelungen
2.1.2.5 Aufzeichnungspflicht
2.2 Betriebsverfassungsrecht
2.2.1 Anwendungsbereich
2.2.2 Beteiligungsrechte des Betriebsrats
2.2.2.1 Auskunftsanspruch
2.2.2.2 Zustimmungsverweigerung
2.2.2.3 Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten
2.2.3 Betriebsvereinbarung
2.3 Tarifrecht
2.3.1 Tarifvertragliche Regelung
2.3.2 Gestaltungsmöglichkeiten
2.3.3 Beschränkung der Tarifmacht
2.4 Arbeitsvertragsrecht
2.4.1 Arbeitsvertragliche Vereinbarung
2.4.2 Gestaltungsmöglichkeiten
3 Vertrauensarbeitszeit in der Praxis
3.1 Bedeutung
3.1.1 Anwendungsbereich
3.1.2 Verbreitung
3.2 Einführung im Unternehmen
3.2.1 Erfolgsfaktoren
3.2.2 Vorgehensweise
3.3 Praxisbeispiele
3.3.1 Siemens AG
3.3.2 IBM Deutschland GmbH
Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Diplomarbeit analysiert das Modell der Vertrauensarbeitszeit im Hinblick auf wesentliche Rechts- und Gestaltungsfragen sowie praktische Umsetzungserfahrungen. Zentral ist die Forschungsfrage, wie dieses Arbeitszeitsystem rechtlich korrekt gestaltet werden kann, ohne Arbeitnehmerinteressen oder betriebliche Mitbestimmungsrechte zu verletzen.
1.1.1 Begriffsbestimmung
„Vertrauensarbeitszeit“ bedeutet den Arbeitszeitberatern Hoff/Weidinger zufolge „den Verzicht des Arbeitsgebers auf die Kontrolle von Arbeits- und Anwesenheitszeiten der Arbeitnehmer – nicht mehr und nicht weniger!“
Den Beschäftigten werden somit gewisse Handlungsspielräume eingeräumt, denn sie sind für die Einhaltung der im Vertrag festgeschriebenen Arbeitszeitverpflichtungen selbst verantwortlich. Der Unternehmer verzichtet also nicht nur auf die Fixierung der Arbeitszeitlage, sondern auch auf die Kontrolle der Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter – diesen bleibt unter Berücksichtigung ihrer konkreten Aufgaben eigenverantwortlich überlassen, wie die Arbeitszeit gelegt und verteilt werden soll.
Der Leistungsmaßstab Arbeitszeit bleibt damit erhalten (im Gegensatz zur Arbeitszeit-Freiheit, bei der ausschließlich das Erreichen des vorgegebenen Zieles zählt). Grunewald betont in diesem Zusammenhang zwar, dass die vorangegangene Definition nur einen Blickwinkel der Vertrauensarbeitszeit abdeckt, gleichzeitig hebt er diesen Gesichtspunkt aber auch als den herausragenden hervor.
Schlottfeldt knüpft bei seiner Auslegung von Vertrauensarbeitszeit vor allem an den Begriff „Vertrauen“ an. Er vertritt die Auffassung, dass Vertrauensarbeitszeit durch „doppeltes Vertrauen“ bzw. „Vertrauen plus Zutrauen“ gekennzeichnet ist. Das bedeutet einerseits „Vertrauen“ des Unternehmers in die Erbringung der vereinbarten Arbeitszeitleistung durch die Beschäftigten sowie auf Mitarbeiterseite, dass sich vertragliches Arbeitszeitbudget mit den Leistungserwartungen deckt. Zum anderen drückt es „Zutrauen“ aus – Mitarbeiter sollen demnach die Bereitschaft und Fähigkeit mit sich bringen, sinnvoll mit ihrer Arbeitszeit umzugehen, demgegenüber wird von Vorgesetzten ergebnisorientierte Führung und gegebenenfalls Hilfestellung erwartet.
Grundlagen und Bewertung der Vertrauensarbeitszeit: Definition des Konzepts der Vertrauensarbeitszeit unter Abgrenzung zu anderen Modellen sowie Analyse der Chancen und Risiken für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen der Vertrauensarbeitszeit: Rechtliche Prüfung der Kompatibilität mit Arbeitszeitgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Tarifrecht und dem individuellen Arbeitsvertragsrecht.
Vertrauensarbeitszeit in der Praxis: Darstellung von Einführungsprozessen im Unternehmen und Analyse konkreter Umsetzungserfahrungen anhand der Praxisbeispiele Siemens AG und IBM Deutschland GmbH.
Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Zeiterfassung, Zeitsouveränität, Arbeitgebersicht, Arbeitnehmersicht, Betriebsvereinbarung, Tarifrecht, Ergebnisorientierung, Arbeitsplatzteilung, Mitbestimmung, Flexibilisierung, Arbeitszeitgestaltung, Personalmanagement.
Die Arbeit untersucht das Modell der Vertrauensarbeitszeit hinsichtlich der damit verbundenen Rechts- und Gestaltungsfragen sowie der praktischen Umsetzung in Unternehmen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Modells, die rechtlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung des Arbeitszeit- und Betriebsverfassungsgesetzes sowie die Anforderungen an eine erfolgreiche Einführung.
Das Ziel ist eine fundierte Analyse, wie Vertrauensarbeitszeit trotz rechtlicher und betrieblicher Herausforderungen gestaltet werden kann, um eine Balance zwischen Flexibilität und Arbeitnehmerschutz zu finden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und ergänzt diese durch die Untersuchung praktischer Fallbeispiele (Siemens AG, IBM Deutschland GmbH).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Bewertung der Vor- und Nachteile, eine detaillierte arbeitsrechtliche Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die Dokumentation der betrieblichen Einführungspraxis.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Vertrauensarbeitszeit, Zeitsouveränität, Mitbestimmung, Ergebnisorientierung und Arbeitszeitflexibilisierung.
Während die Siemens AG auf eine breite Akzeptanz durch den frühzeitigen Einbezug der Mitarbeiter stößt, sind bei der IBM Deutschland GmbH heftige Bedenken der Arbeitnehmervertretung aufgrund der Einführung per Tarifvertrag zu verzeichnen.
Notstopp-Klauseln dienen der Absicherung für den Fall eines Scheiterns der Vertrauensarbeitszeit, indem sie eine unkomplizierte Rückkehr zur vorherigen Regelung ermöglichen und somit die Akzeptanz bei Kritikern erhöhen.
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