Diplomarbeit, 2006
138 Seiten, Note: 1,0
1. Fragestellung und theoretische Grundlagen
1.1. Zielsetzung und Forschungslage
1.2. Allgemeines zu Kriminalroman und Detektivroman
1.2.1. Entstehungsgeschichte
1.2.2. Gattungsstruktur und Typologie
2. Gesellschaft und Kultur in den Detektivromanen von Ruth Rendell
2.1. Die Geschlechterrollen im Wandel der Zeit
2.1.1. Das Berufsleben
2.1.2. Das Privatleben
2.2. Die britische Klassengesellschaft
2.3. Metafiktion in den Detektivromanen von Ruth Rendell
3. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Barbara Vine
3.1. Das gesellschaftliche Leben im Wandel der Zeit
3.1.1. Die Rolle der Frau
3.1.2. Die britische Klassengesellschaft
3.2. Metafiktion in den Kriminalromanen von Barbara Vine
4. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Frances Fyfield
4.1. Die Rollenverteilung in der Gesellschaft
4.1.1. Das Berufsleben
4.1.2. Familie und Freundeskreis
4.2. Politik und Gesellschaft
4.3. Glaube in der Gesellschaft
5. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Minette Walters
5.1. Die Geschlechterrollen in den 1990er Jahren
5.2. Familie, Freundschaften und Beziehungen
5.3. Metafiktion in den Kriminalromanen von Minette Walters
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht, inwieweit zeitgenössische britische Kriminalautorinnen in der Lage sind, in ihren Werken gesellschaftliche und kulturelle Verhältnisse genderunabhängig abzubilden, und analysiert, ob sich dabei eine spezifisch weibliche Schreibweise nachweisen lässt. Dabei wird das theoretische Modell des impliziten Autors verwendet, um das Zusammenspiel zwischen der realen Person der Autorin und ihrer gewählten Autorenrolle in den Romanen zu beleuchten.
2.1.1. Das Berufsleben
In Rendells Detektivromanen lässt sich von ihren Anfängen bis zu den neueren Werken eine deutliche Veränderung der Rollenverteilung im Berufsleben feststellen. So pendeln in From Doon with Death, das in den 1960er Jahren geschrieben wurde, noch ausschließlich Männer zum Arbeiten vom Land in die Großstadt London. Wenn Frauen arbeiten, dann bestenfalls in typischen ‚Frauenberufen’ wie als Vorschullehrerin oder Magd. Vor allem Burden, Wexfords Handlanger und eine Art moderner Dr. Watson, hat Probleme mit berufstätigen Frauen aufgrund seiner sehr konservativen Sichtweise. So kann er sich nicht vorstellen, dass eine Frau tatsächlich schwere Arbeit in der Landwirtschaft verrichten kann und empfindet daher z. B. den Besuch einer Landwirtschaftsschule für Frauen als Verschwendung.
Für ihn halten „[n]ormal ordinary wives“ pünktlich um 18 Uhr das Abendessen für ihre berufstätigen Ehemänner bereit und unternehmen nichts, ohne diese vorher davon in Kenntnis zu setzen. In dieser Zeit war es für Frauen nichts Ungewöhnliches, nach dem Abschluss der High School jung zu heiraten und das Leben als Hausfrau und Mutter zu verbringen und ohne eine Berufsausbildung zu absolvieren. Dies führte nicht immer zu Zufriedenheit bei den Frauen. So erzählt z. B. Helen Missal, die einst Klassenbeste war, Wexford ihren Werdegang nach dem Schulabschluss: ‚I met Pete,’ she said, ‚and we got married.’ Her nose wrinkled. ‚The story of my life.’
1. Fragestellung und theoretische Grundlagen: Einführung in das Genre der Kriminalliteratur unter Berücksichtigung definitorischer Herausforderungen und der theoretischen Basis, insbesondere des Modells des impliziten Autors nach Wayne C. Booth.
2. Gesellschaft und Kultur in den Detektivromanen von Ruth Rendell: Analyse der Inspektor-Wexford-Reihe hinsichtlich Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Strukturen in der britischen Provinz.
3. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Barbara Vine: Untersuchung des Fokus auf familiäre Beziehungen und die Darstellung der britischen Klassengesellschaft in den Romanen unter Rendells Pseudonym.
4. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Frances Fyfield: Betrachtung der Rollenverteilung in der Arbeitswelt und des Einflusses gesellschaftlicher Zwänge auf die Protagonistinnen.
5. Gesellschaft und Kultur in den Kriminalromanen von Minette Walters: Analyse von Walters’ modernem Ansatz, der soziale Vereinsamung und familiäre Dysfunktion als Ursachen für Kriminalität thematisiert.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der gewählten Autorenrollen und der Bestätigung einer geschlechtsspezifischen literarischen Ausprägung bei den analysierten Autorinnen.
Kriminalliteratur, Detektivroman, Kriminalroman, Ruth Rendell, Barbara Vine, Frances Fyfield, Minette Walters, Geschlechterrollen, Klassengesellschaft, Metafiktion, Impliziter Autor, Britische Literatur, Genderforschung, Identität, Soziale Struktur.
Die Diplomarbeit untersucht, wie ausgewählte britische Kriminalautorinnen die gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse Großbritanniens in ihren Werken darstellen und ob sich dabei eine geschlechterspezifische Schreibweise identifizieren lässt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung von Geschlechterrollen, der britischen Klassengesellschaft, der Arbeitswelt sowie dem Einfluss von Familienstrukturen auf das Individuum im Spiegel der Kriminalliteratur.
Es soll ermittelt werden, ob weibliche Kriminalautoren in der Lage sind, genderunabhängig gesellschaftliche Verhältnisse zu beschreiben, und ob sich in ihren Werken Anzeichen einer typisch weiblichen Autorenschaft zeigen.
Die Untersuchung basiert primär auf literaturwissenschaftlichen Analysen der Primärtexte unter Einbeziehung des Konzepts des "impliziten Autors" nach Wayne C. Booth, um die Autorenrolle von der realen Person zu unterscheiden.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils eine Autorin (Ruth Rendell, Barbara Vine, Frances Fyfield, Minette Walters) analysieren und deren spezifische Darstellung von Gesellschaft, Kultur, Familie und Metafiktion untersuchen.
Wichtige Begriffe sind Kriminalliteratur, Genderrollen, Metafiktion, Identität, Klassengesellschaft und das Konzept des impliziten Autors.
Das Pseudonym wird herangezogen, um zu zeigen, dass selbst innerhalb des Werks einer Autorin beträchtliche inhaltliche und formale Unterschiede existieren, da Vine den Fokus stärker auf psychologische Hintergründe und soziale Diskrepanzen legt als die Wexford-Reihe.
Während klassische Detektivromane oft die Wiederherstellung der Ordnung betonen, legen die untersuchten Autorinnen den Schwerpunkt vermehrt auf die psychologischen Folgen des Verbrechens, wobei die Lösung des Falls oft offenbleibt und die gesellschaftliche Kritik in den Vordergrund rückt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

