Examensarbeit, 2005
115 Seiten, Note: 1,1
Teil I Einleitungsteil
1. Motivation und Problemstellung
2. Inhalt und Ziel
3. Zusammenfassend einige zentrale Fragen der Arbeit
Teil II Die Hintergründe
1. Bildungspolitische Hintergründe: bildungs- und sozialpolitische Ziele
2. Erziehungswissenschaftliche Grundlagen und Aspekte der pädagogischen Psychologie - Was sollen Kinder ‚leisten’ können und warum schon so früh?
3. Linguistische Hintergründe
3.1 Grundlegendes zu geschriebener und gesprochener Sprache
3.2 Spracherwerb
3.2.1 Ungelenkter monolingualer Erstspracherwerb
3.2.2 Bilingualer ungelenkter Erstspracherwerb/ Zweitspracherwerb
3.3 Schriftspracherwerb und Phonologische Bewusstheit
Teil III Nähere Problembeschreibung
1. Hintergründe zu Spracherwerbsproblemen bei DaE – Kindern
1.1 Soziale Herkunft
1.2 Dysgrammatismus
2. Migrantenkinder
2.1 Einflüsse der Lernerhistorie auf den Zweitspracherwerb
2.2 Umwelt (hier: Input) und Anlage (hier: Motivation/ Antrieb)
2.3 Normativität vs. Lernervarietät
2.4 Mangelnde Sprachkompetenz tangiert andere Lernbereiche
2.5 Soziologische und Soziolinguistische Aspekte
3. Exemplarische Sprachvergleichsanalyse - Sprachstruktur des Türkischen und Russischen im Vergleich zum Deutschen
3.1 Beispiele
3.2 Konklusion
4. Wer oder was soll die Probleme lösen? - Die Angebotsseite der frühen Sprachförderung
4.1 Einleitung: Spracherfassung und Sprachförderung – Zwei notwendige Instrumente zur Herstellung von Chancengleichheit auf dem Bildungssektor
4.2 Grundlegendes zur Spracherfassung
4.2.1 (Sprach-) Beobachtung
4.2.2 (Sprach-) Tests
4.3 Exemplarischer Blick auf Sprachförderprogramme in Deutschland
4.3.1 Kon-Lab
4.3.2 ‚Osnabrücker Materialien’ (Tophinke 2003)
4.3.3 ‚Würzburger Sprachtrainingsprogramm’ (Küspert/ Schneider 1999, 2003)
Teil IV Ausgewählte Sprachstandserfassungsverfahren auf dem Prüfstand
1. Sprachstandserhebungsverfahren – Beispiele im deutschsprachigen Raum
2. Messmethodische Standards für SEV
3. Darstellung der Verfahren
3.1 Niedersächsisches Kultusministerium (2003): Fit in Deutsch – Feststellung des Sprachstandes 10 Monate vor der Einschulung. Hannover: Autor
3.2 CITO (2004): Test Zweisprachigkeit, Arnheim/ NL: National Institute for Educational Measurement
3.3 Hobusch, A./Lutz, N./Wiest, U. (2002): Sprachstandsüberprüfung und Förderdiagnostik für Ausländer- und Aussiedlerkinder (SFD), Horneburg: Persen
3.4 Reich, H./Roth, H.-J. (2004): Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstandes bei Fünfjährigen (HAVAS 5), Hamburg: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
3.5 Ulich, M./Mayr, T. (2003): SISMIK. Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen. Freiburg/Br.: Herder
4. Zusammenfassung und Zwischenfazit
4.1 Was bedeutet es, über ein Sprachvermögen zu verfügen, das für die Schule relevant ist?
4.2 Sprache selbst als schulischer Gegenstand (Mannhaupt 2001)
Teil V Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung am Beispiel Niedersachsen: Fit in Deutsch, OM und Kon-lab
1. Darstellungsteil
1.1 Einleitung
1.2 Zum Aufbau des Darstellungsteils
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
1.3.1 Niedersächsisches Schulgesetz
1.3.2 Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG)
1.4 Doppelter Förderansatz
1.4.1 Förderung durch KITA-Personal
1.4.1.1 Ideen und Ziele
1.4.1.2 Art und Umfang der Förderung
1.4.1.3 Eingesetzte Mittel
1.4.1.3.1 Kon-Lab
1.4.1.3.2 Osnabrücker Materialien
1.4.1.4 Anforderungen an das Personal
1.4.2 Förderung durch Personal der Grundschulen
1.4.2.1 Ideen und Ziele
1.4.2.2 Art und Umfang der Förderung
1.4.2.3 Eingesetztes Mittel: Individuelle Förderung anhand didaktisch-methodischer Empfehlungen des Kultusministeriums
1.4.2.4 Anforderungen an das Personal
2. Problematisierungsteil
2.1 Die niedersächsische Förderpraxis unter der Lupe: Pro und Contra
2.1.1 Formales I
2.1.2 Formales II
2.1.3 Zur Sprachstandsfeststellung
2.1.4 Ziele und Zielverwirklichung
2.2 Abschließende Betrachtung
2.2.1 Bielefelder Sprachscreening (Jansen/ Mannhaupt/ Skowronek/ Marx 2002)
Teil VI Fazit und Ausblick
1. Was diese Arbeit zeigen konnte
2. Was in dieser Arbeit nicht oder nicht ausführlich gezeigt werden konnte
Die vorliegende Examensarbeit analysiert das Zusammenspiel von Sprachstandserfassungsverfahren und Förderprogrammen für Kinder im Vorschulalter mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache, um zu beurteilen, ob die derzeitigen Ansätze eine gezielte Förderung gewährleisten oder lediglich einem „Gießkannenprinzip“ folgen.
1. Motivation und Problemstellung
Die Beherrschung von Sprache in Wort und Schrift ist seit je her der Schlüssel dafür gewesen, um am kulturellen und wirtschaftlichen Leben einer jeden entwickelten Gesellschaft gestaltend partizipieren zu können. Sprach- und besonders Schriftsprachbeherrschung ist ebenso die Grundvoraussetzung für die weitere (Selbst-)Aneignung von Wissen und Fertigkeiten, also für Bildung. Kaum eine Fertigkeit entscheidet in dem Maße über die berufliche Zukunft, wie die Sprach- und Schriftsprachkompetenz. Während für Erstsprachler der perfekte Erwerb der eigenen Sprache, möge er auch unterschiedlich lang dauern (vgl. KLEIN 2001: 604f.), als natürlich angesehen wird, und der Nichterwerb eher die mit Lernbehinderung oder einer anderen psycho-sozialen bzw. medizinischen Erklärung konnotierte Ausnahme bildet, gilt dies lange nicht für den Zweitspracherwerb.
In Deutschland haben Deutsche und Einwanderer nicht die gleichen Bildungs- und Berufschancen, was nach Ansicht vieler Politiker nicht sein müsste, wenn Immigranten über ein höheres Maß an Sprachkompetenz verfügen würden. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und den Arbeitsmarkt betreffender Integration von Einwanderern, fordert die Politik seit langem schon, aber vermehrt in jüngerer Zeit, die Forcierung des Spracherwerbs bei Immigranten nicht nur im Erwachsenenalter, sondern bereits von früher Kindheit an. Die Sprachförderung – gerade von Migrantenkindern – ist allerdings eine Maßnahme, die für sich allein betrachtet nur den halben Nutzen hat.
Teil I: Einleitungsteil: Dieser Teil legt die Motivation und das Ziel der Arbeit dar, indem er das ökonomische Marktmodell der Sprachförderung einführt und zentrale Forschungsfragen formuliert.
Teil II: Die Hintergründe: Hier werden bildungspolitische, erziehungswissenschaftliche und linguistische Grundlagen beleuchtet, die für das Verständnis des Spracherwerbs und des Schrifterwerbs notwendig sind.
Teil III: Nähere Problembeschreibung: Dieser Abschnitt analysiert die „Nachfrageseite“ und diskutiert Spracherwerbsprobleme bei Kindern mit DaE und DaZ sowie die Notwendigkeit einer differenzierten Spracherfassung.
Teil IV: Ausgewählte Sprachstandserfassungsverfahren auf dem Prüfstand: In diesem Kapitel werden fünf verschiedene Verfahren zur Sprachstandsfeststellung hinsichtlich ihrer methodischen Standards evaluiert.
Teil V: Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung am Beispiel Niedersachsen: Fit in Deutsch, OM und Kon-lab: Dieser Teil bietet eine detaillierte Darstellung und kritische Analyse der spezifischen Förderpraxis im Bundesland Niedersachsen.
Teil VI: Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und Perspektiven für eine verbesserte Abstimmung von Sprachdiagnostik und Förderung aufgezeigt.
Sprachförderung, Spracherwerb, Schriftspracherwerb, Sprachstandserfassung, DaZ, DaE, Phonologische Bewusstheit, Migrationshintergrund, Schulfähigkeit, Bildungsungleichheit, Gießkannenprinzip, Niedersachsen, Sprachdiagnostik, Lernervarietät.
Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von Sprachstandserfassungsverfahren (SEV) und Förderprogrammen für Vorschulkinder, um herauszufinden, ob Sprachförderung gezielt auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist oder unspezifisch erfolgt.
Die Themen umfassen den Erst- und Zweitspracherwerb, den Übergang vom Kindergarten in die Schule, die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schrifterwerb sowie die Evaluation diagnostischer Verfahren.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob aktuelle Förderprogramme eine gezielte Unterstützung bieten oder ob sie lediglich ein „Gießkannenprinzip“ anwenden, das individuellen Lernausgangslagen nicht gerecht wird.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Sprachwissenschaft, der pädagogischen Psychologie und der Bildungsökonomie kombiniert, um die untersuchten Verfahren kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Hintergründe, die Problembeschreibung der frühen Sprachförderung, eine detaillierte Prüfung ausgewählter Sprachstandserfassungsverfahren und eine spezifische Fallanalyse zur Förderpraxis in Niedersachsen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachförderung, Schriftspracherwerb, DaZ, phonologische Bewusstheit, Sprachstandserfassung und Bildungsungleichheit geprägt.
DaZ-Kinder bilden eine kritische Zielgruppe, da ihre Sprachlernprozesse sich von denen monolingualer Kinder unterscheiden. Die Arbeit untersucht, ob die vorhandenen Instrumente deren spezifische Voraussetzungen ausreichend berücksichtigen.
Die Arbeit zeigt auf, dass das niedersächsische Modell zwar ein ambitioniertes Unterfangen darstellt, jedoch an der Schnittstelle zwischen Kindergarten und Grundschule Probleme bei der praktischen Umsetzung und der konzeptionellen Abstimmung der Fördermaßnahmen aufweist.
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