Diplomarbeit, 2006
102 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Methodik
1.3 Wirtschaftsgeographischer Überblick Indonesien
2. Wirtschaftspolitik und Wachstum: theoretische Grundlagen
2.1 Abgrenzung von Wirtschaftspolitik und Theorie der Wirtschaftspolitik
2.2 Wirtschaftspolitik im Kontext des nationalen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems
2.3 Instrumente der Wirtschaftspolitik
2.4 Wirtschaftswachstum – Definition und Determinanten
2.5 Ziel- und Mittel-Funktion von Wachstum
2.6 Wachstumspolitik, wachstumspolitisches Instrumentarium
3. Themenrelevante wachstumstheoretische Ansätze
3.1 Die „Catching-Up Hypothese“
3.2 Markt vs. Staat („The East Asian Miracle“)
3.2.1 Neoklassische Position
3.2.2 Neointerventionistische Position
3.2.3 Kombination: Market Friendly View und funktioneller Wachstumsansatz
3.2.4 Kontextuell differenzierte Einbettung Indonesiens
3.3 Außenhandelsregimes: Importsubstitution vs. Exportpromotion
3.4 Indonesien im Kontext des „Flying-Geese-Modells“
4. Ausländische Direktinvestitionen (ADI) und Wachstum
4.1 Definition und statistische Abgrenzung
4.2 Das „Eklektische Paradigma“ – Motive für ADI in Indonesien
4.3 Die Theorie des „Investment Development Path“ (IDP)
4.4 Wirkungen und Transmissionskanäle von ADI
4.5 Die Bedeutung des Investitionsklimas bezüglich ADI
5. Wirtschafts-/ Wachstumspolitische Entwicklung Indonesiens mit Berücksichtigung der technologiepolitischen Komponente
5.1 Wirtschaftspolitische Kennzeichen Indonesiens
5.2 Wechselnde Außenhandels-Regimes, Deregulierung und strukturelle Transformation bis 1997
5.3 Strukturelle und organisatorische Schwächen der indonesischen Wirtschaft vor dem Hintergrund der Asienkrise
5.4 Technologiepolitik in Indonesien: ADI vs. „state-led technological development“
5.5 Evidenz des direkten staatlichen Einflusses auf die Entwicklung von ADI in Indonesien - „legal Framework“
5.6 Persistente Hauptproblemfelder bezüglich des Investitionsklimas
6. Indonesien - Rückkehr zu Wachstum durch Investitionen?
6.1 Aktuelle (wirtschafts-) politische Leitmotive und Konzeptionen
6.2 Maßnahmen und Reformansätze zur Wachstumsförderung und Verbesserung des Investitionsklimas
7. Abschließende Ausführungen und Ausblick
7.1 Kritische Bewertung der bisherigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen
7.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens seit 1965 im Kontext wechselnder wirtschaftspolitischer Paradigmen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die Rolle des Staates und spezifische außenhandels- sowie direktinvestitionspolitische Maßnahmen den Wachstumsprozess und die technologische Transformation des Landes beeinflusst haben und ob die aktuelle Reformpolitik der Regierung Yudhoyono geeignet ist, ein nachhaltiges Wirtschaftsklima zu schaffen.
1. Einleitung
Das Jahr 2004 stand in Indonesien ganz im Zeichen der ersten freien und direkten Präsidentschaftswahlen und der Parlamentswahlen. Die Wahlen zum Parlament und die zum Präsidenten waren die längsten seit Bestehen der Republik und markieren mit ihrem friedlichen und ordnungsgemäßen Verlauf sowie der hohen Wahlbeteiligung von über 78 % einen wirklichen Erfolg im Streben Indonesiens nach Demokratie (vgl. SURYADINATA 2005:133). Als Überraschungspartei galt dabei die Partai Demokrat (PD) des Ex-Generals und ehemaligen Sicherheitsministers des Megawati Kabinetts, Yudhoyono, die auf Anhieb 7,5 % der Stimmen erhielt (vgl. SURYADINATA 2005:135).
Yudhoyono setzte sich zusammen mit seinem Vize-Präsidentschaftskandidaten Jusuf-Kalla (GOLKAR-Partei) klar mit 60,62 % der Stimmen gegen die alte Machthaberin Megawati Soekanoputri (39,38 %) durch. Der charismatische, gebildete und von vielen für führungsstark befundene Ex-General galt für einen Großteil der Indonesier und Geschäftsleute mit seiner militärischen Vergangenheit als aussichtsreichster Präsident zur Lösung der multiplen Probleme, mit denen sich Indonesien konfrontiert sieht.
Indonesien befindet sich an einem entscheidenden Punkt seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Die nun vollzogene Demokratisierung, die 1999 mit einem „Big Bang“ initialisierte Dezentralisierung und andauernde Institutionalisierung sowie die makroökonomische Stabilisierung seit 2000 könnten die Basis für einen Schritt von Stufe 2 zu Stufe 3 gemäß des Entwicklungsstadienmodells von W. W. Rostow bilden (vgl. SCHÄTZL 2003:171ff). Entscheidend ist, ob es der neuen Regierung gelingt, einen sich selbst tragenden, nachhaltigen Wachstumsprozess zu initiieren, der für eine Verringerung der Armut, den Abbau der räumlichen Disparitäten und nicht zuletzt für den Zusammenhalt des indonesischen Archipels mit seinen latent zentrifugalen Kräften von zentraler Bedeutung wäre.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die politische Lage Indonesiens nach 2004 ein und skizziert die zentrale Problemstellung sowie Zielsetzung der Arbeit, den wirtschaftlichen Aufholprozess unter neuen politischen Rahmenbedingungen zu analysieren.
2. Wirtschaftspolitik und Wachstum: theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente von Wirtschaftspolitik und Wachstumspolitik dargelegt, wobei der Fokus auf den Instrumenten und Determinanten wirtschaftlichen Wachstums liegt.
3. Themenrelevante wachstumstheoretische Ansätze: Dieses Kapitel behandelt wichtige Wachstumsmodelle wie die „Catching-Up Hypothese“, den Vergleich zwischen Markt und Staat („East Asian Miracle“) sowie das „Flying-Geese-Modell“ im Kontext von Entwicklungs- und Schwellenländern.
4. Ausländische Direktinvestitionen (ADI) und Wachstum: Der Fokus liegt auf der Definition von ADI, den Motiven für Direktinvestitionen im „Eklektischen Paradigma“ sowie den Wirkungskanälen und der Bedeutung des Investitionsklimas für technologische Lernprozesse.
5. Wirtschafts-/ Wachstumspolitische Entwicklung Indonesiens mit Berücksichtigung der technologiepolitischen Komponente: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der indonesischen Entwicklung von 1967 bis zur Asienkrise, der Rolle von Technologiepolitik und der spezifischen staatlichen Rahmenbedingungen für ADI.
6. Indonesien - Rückkehr zu Wachstum durch Investitionen?: Dieses Kapitel bewertet die Reformpolitik der Regierung Yudhoyono, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Leitmotive, das „neue“ Investitionsgesetz und Maßnahmen zur Wachstumsförderung.
7. Abschließende Ausführungen und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der wirtschaftspolitischen Maßnahmen sowie einem Ausblick auf zukünftige Herausforderungen für den indonesischen Wachstumspfad.
Indonesien, Wirtschaftspolitik, Wachstumspolitik, Ausländische Direktinvestitionen, ADI, Investitionsklima, Technologietransfer, Schwellenland, Asienkrise, Strukturwandel, Reformen, Industrialisierung, Makroökonomie, Regierungsführung, Entwicklungspfad.
Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitische Entwicklung Indonesiens, den Einfluss staatlichen Handelns auf das Wirtschaftswachstum und die Rolle ausländischer Direktinvestitionen bei der technologischen Transformation des Landes.
Zu den zentralen Themen gehören die wirtschaftsgeographischen Grundlagen Indonesiens, theoretische Wachstumskonzepte für Entwicklungs- und Schwellenländer, sowie die Analyse des Investitionsklimas und der Technologiepolitik.
Das Hauptziel besteht darin zu untersuchen, wie sich die wirtschaftspolitischen Strategien seit 1965 auf die Entwicklung des Landes ausgewirkt haben und ob die aktuelle Reformpolitik ausreicht, um nachhaltiges Wachstum zu sichern.
Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse durch, verknüpft diese mit sekundärstatistischen Daten zur Wirtschafts- und Investitionsentwicklung und nimmt eine kontextuelle Bewertung anhand etablierter ökonomischer Wachstums- und Entwicklungstheorien vor.
Im Hauptteil werden theoretische Wachstumsansätze, die Theorie zu ADI und Investitionsklima, die wirtschaftshistorische Entwicklung Indonesiens, die spezifische Technologiepolitik sowie eine Bewertung der aktuellen Reformbemühungen der Regierung Yudhoyono behandelt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Indonesien, Investitionsklima, ADI, Wirtschaftspolitik, Technologietransfer und institutionelle Rahmenbedingungen charakterisiert.
Das Modell dient als deskriptives Stufenmodell, um den Prozess der industriellen Nachfolge und Standortverlagerung im ost- und südostasiatischen Raum zu erklären, in dem Indonesien als „second-tier“-Land technologische Entwicklung durch Technologietransfer zu erreichen versucht.
Das Investitionsklima wird als entscheidendes Bündel standortspezifischer Faktoren definiert, die darüber entscheiden, ob ein Land ausländische Investoren anziehen kann, um so Produktivität und wirtschaftliches Wachstum zu generieren.
Der Autor bewertet die Bemühungen der Regierung Yudhoyono grundsätzlich positiv, hebt jedoch die Diskrepanz zwischen der Reformgesetzgebung und der mangelhaften praktischen Implementierung aufgrund von Bürokratie, Korruption und institutionellen Defiziten hervor.
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