Diplomarbeit, 2006
146 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Fragestellung und Anliegen der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Implikationen des Gewaltbegriffs
2.1 Zum Begriff der Aggression
2.2 Personale Gewalt
2.2.1 Physische Elemente personaler Gewalt
2.2.2 Psychische Elemente personaler Gewalt
2.2.3 Expressive und instrumentelle Gewalt
2.3 Strukturelle und institutionelle Gewalt
2.4 Sozialkonflikte
2.4.1 Interpersonale und intrapersonale Konflikte
2.4.2 Destruktive und konstruktive Konfliktaustragung
2.5 Gewalt und Aggression – eine Abgrenzung der Begriffe
3. Theoretische Ansätze zur Erklärung gewaltförmigen Handelns
3.1 Psychologisch orientierte Ansätze
3.1.1 Der psychoanalytische Ansatz
3.1.2 Exkurs: Der Einfluss von Erziehungsstilen auf die Genese der Aggression
3.1.3 Die Frustrations-Aggressions-Theorie
3.1.4 Der lerntheoretische Ansatz
3.1.5 Der entwicklungspsychologische Ansatz
3.2 Soziologisch orientierte Ansätze
3.2.1 Die Subkulturtheorie
3.2.2 Sozio-ökonomische Begründungszusammenhänge
3.3 Integrativ orientierte Ansätze
3.3.1 Der sozialökologische Ansatz
3.3.2 Der sozialisationstheoretische Ansatz
3.3.3 Exkurs: Der Einfluss der Medien
4. Schulische Gewaltprävention
4.1 Gegenstand und Ziele der Gewaltprävention
4.2 Darstellung ausgewählter Gewaltpräventionsprogramme
4.2.1 Das Sozialtraining in der Schule
4.2.2 Das Konflikttraining nach Gordon
4.2.3 Das Olweus-Programm
4.2.4 Der Täter-Opfer-Ausgleich
5. Mediation
5.1 Mediation als Konfliktregelungsverfahren
5.2 Gegenstand der Peer-Mediation
5.3 Methodischer Ansatz des Mediationsverfahrens
5.3.1 Techniken der Peer-Mediation
5.3.2 Schritte des Mediationsverfahrens
5.3.3 Die Rolle des Mediators
5.3.4 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mediation
6. Peer-Mediation am Beispiel des Streitschlichterprogramms nach K. Jefferys-Duden
6.1 Konzeptioneller Ansatz
6.2 Methodische Schritte des Streitschlichterprogramms
6.2.1 Unterrichtseinheit 1: Begründung und Einstieg
6.2.2 Unterrichtseinheit 2: Konfliktverhalten
6.2.3 Unterrichtseinheit 3: Konflikte aushandeln
6.2.4 Unterrichtseinheit 4: Streitschlichtung
7. Kritische Würdigung der Peer-Mediation auf der Basis der vorgestellten Theorien zur Erklärung gewaltförmigen Handelns
7.1 Bezüge der Peer-Mediation zu den theoretischen Ansätzen zur Erklärung gewaltförmigen Handelns
7.1.1 Peer-Mediation und der psychoanalytische Ansatz
7.1.2 Peer-Mediation und die Frustrations-Aggressions-Theorie
7.1.3 Peer-Mediation und die lerntheoretische Ansatz
7.1.4 Peer-Mediation und der entwicklungspsychologische Ansatz
7.1.5 Peer-Mediation und die Subkulturtheorie
7.1.6 Peer-Mediation und sozio-ökonomische Begründungszusammenhänge
7.1.7 Peer-Mediation und der sozialökologische Ansatz
7.1.8 Peer-Mediation und der sozialisationstheoretische Ansatz
7.1.9 Zusammenfassung: Bezüge der Peer-Mediation zu den theoretischen Ansätzen zur Entstehung gewaltförmigen Handelns
7.2 Chancen und Risiken der Peer-Mediation
7.2.1 Möglichkeiten der Peer-Mediation
7.2.2 Grenzen der Peer-Mediation
7.3 Peer-Mediation an Schulen – eine Bilanz
Diese Arbeit untersucht den theoretischen Hintergrund von Peer-Mediation an Schulen und analysiert, inwiefern dieses Konfliktregelungsmodell durch psychologische und soziologische Theorien zur Gewaltentstehung fundiert ist. Das Hauptziel besteht darin, die konzeptionellen Grundlagen und die Eignung der Peer-Mediation kritisch zu bewerten und die Möglichkeiten sowie Grenzen dieses Modells im schulischen Kontext aufzuzeigen.
3.1.2 Exkurs: Der Einfluss von Erziehungsstilen auf die Genese der Aggression
Wie der psychoanalytische Ansatz zeigt, haben die primären Bezugspersonen eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung eines stabilen `Selbst´ des Kindes. Das Verhalten dieser Bezugspersonen manifestiert sich in unterschiedlichen Erziehungsstilen, deren Auswirkungen auf die Genese der Aggression im Individuum im Folgenden einer kurzen Betrachtung unterzogen werden sollen.
Oftmals sind nach Ansicht Cierpkas (2005) in Familien, in denen Kinder und Jugendliche aggressive Verhaltensauffälligkeiten zeigen, problematische Erziehungsstile zu finden, z.B. eine mangelnde Übereinstimmung bezüglich erzieherischer Fragen zwischen den Elternteilen, eine fehlende Empathie den Bedürfnissen des Kindes gegenüber oder sogar eine ungenügende Fürsorge. Die genannten Faktoren würden dazu führen, dass das Kind in seiner psycho-sozialen Entwicklung unzureichend unterstützt, im Zweifelsfall sogar gehemmt werde (vgl. S. 23). Durch die daraus resultierenden Verhaltenauffälligkeiten des Kindes würde ein Teufelskreis aufrechterhalten, der den Eltern neuerliches Scheitern ihrer Erziehungsversuche beschere und sich letztlich in einer gegenseitigen Isolierung von Kind und Eltern manifestiere.
Cierpka zieht Ergebnisse der empirischen Säuglingsforschung heran und macht darauf aufmerksam, dass in der Beziehung zwischen Mutter und Kind aggressionsfördernde und gewaltauslösende Interaktionszusammenhänge existieren können (vgl. S. 24). In Anlehnung an Lichtenberg (1990, 1991) erläutert er die Bedeutsamkeit des affektiven Klimas, in dem die Interaktion und Kommunikation zwischen der primären Bezugsperson, die in der Regel die Mutter ist, und dem Kind stattfindet. Seinen Untersuchungen zufolge existieren eine Vordergrunddimension, in der sich das aktuelle Geschehen mit sowohl befriedigenden als auch frustrierenden Erfahrungen niederschlägt, sowie eine Hintergrunddimension.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um schulische Gewalt ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der theoretischen Fundierung der Peer-Mediation.
2. Implikationen des Gewaltbegriffs: Dieses Kapitel erörtert die Komplexität und Vieldeutigkeit der Begriffe Gewalt, Aggression und Sozialkonflikt zur Vorbereitung der theoretischen Analyse.
3. Theoretische Ansätze zur Erklärung gewaltförmigen Handelns: Hier werden zentrale psychologische, soziologische und integrative Erklärungsmodelle zur Gewaltentstehung bei Kindern und Jugendlichen dargestellt.
4. Schulische Gewaltprävention: Der Gegenstand und die verschiedenen Ebenen der Gewaltprävention in der Schule werden erläutert und durch ausgewählte Praxisbeispiele konkretisiert.
5. Mediation: Dieses Kapitel definiert Mediation als Verfahren der Konfliktregelung und beleuchtet die methodischen Aspekte sowie die Rolle des Mediators.
6. Peer-Mediation am Beispiel des Streitschlichterprogramms nach K. Jefferys-Duden: Am Beispiel des Programms von K. Jefferys-Duden wird die praktische Umsetzung der Streitschlichterausbildung detailliert dargelegt.
7. Kritische Würdigung der Peer-Mediation auf der Basis der vorgestellten Theorien zur Erklärung gewaltförmigen Handelns: Den Abschluss bildet eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der Peer-Mediation durch den Bezug auf die zuvor vorgestellten theoretischen Erklärungsansätze.
Peer-Mediation, Gewaltprävention, schulische Gewalt, Streitschlichtung, Aggression, Sozialkonflikt, Konfliktregelung, Schulklima, Sozialisation, Erziehungsstile, Jugendkultur, Subkulturtheorie, Konfliktmanagement, Schulentwicklung, soziale Kompetenz
Die Diplomarbeit untersucht die theoretischen Hintergründe von Peer-Mediation an Schulen und überprüft, ob dieses schulisches Konfliktregelungsmodell eine fundierte Basis in psychologischen und soziologischen Gewaltentstehungstheorien hat.
Zu den zentralen Themen gehören die Klärung von Gewalt- und Aggressionsbegriffen, die theoretischen Ansätze zur Erklärung gewaltförmigen Verhaltens sowie die praktische Anwendung von Präventionsprogrammen im Schulalltag.
Das primäre Ziel ist eine kritische Würdigung der Peer-Mediation als Methode der schulischen Gewaltprävention, um deren Möglichkeiten und Grenzen durch den Abgleich mit wissenschaftlichen Theorien aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und verknüpft dabei psychologische sowie soziologische Erkenntnisse mit konkreten schulpädagogischen Konzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine ausführliche Darstellung der psychologischen und soziologischen Theorien zur Gewalt und deren Anwendung durch das Streitschlichterprogramm nach K. Jefferys-Duden.
Wichtige Begriffe sind Peer-Mediation, Gewaltprävention, Streitschlichtung, Aggressionsforschung, Schulklima und Sozialisationsprozesse.
Es dient als konkretes, gut dokumentiertes Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin die praktische Umsetzung und theoretische Einbettung von Peer-Mediation illustriert und kritisch hinterfragt.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Peer-Mediation primär zur Deeskalation von Alltagskonflikten geeignet ist, bei schwerwiegenden Fällen oder strukturellen Problemen jedoch an ihre Grenzen stößt und weitere institutionelle Maßnahmen erfordert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

