Diplomarbeit, 1995
80 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung 1
Teil 1: Historische Entwicklung der täglichen Serien 3
I. Entwicklungsgeschichte 3
II. Entwicklung von täglichen Serien im Ausland 4
III. Entwicklung von täglichen Serien in Deutschland 6
IV. Entstehungsgeschichte der Serie „Gute Zeiten - schlechte Zeiten“ 8
V. Ausblick in die Zukunft 10
Teil 2: Produktion von täglichen Serien 12
I. Einführung und Problemstellung 12
I.1. Zeitfaktor 13
I.2. Kostenfaktor 13
I.3. Inhalte 13
I.4. Verhältnismäßigkeiten Kosten, Zeit und Inhalt 14
I.4.1. Zeitliche Komponente 14
I.4.2. Inhaltliche Komponente 16
I.4.3. Finanzielle Komponente 16
I.4.4. Personalpolitik 17
II. Planung und Logistik 19
III. Ablauf der Dreharbeiten 22
IV. Einzelne Organisationseinheiten 25
IV.1. Erstellung der Storylines 25
IV.2. Erstellung der Dialogbücher 33
IV.3. Script-Editoren 35
IV.4. Redaktionsassistenz 37
IV.5. Regie, Regieassistenz und Script-Continuity 39
IV.6. Disponent und Disposition 43
IV.7. Aufnahmeleitung Außendreh 49
IV.8. Produktionsleitung 50
IV.9. Aufgabenbereiche des Producers 53
V. Kosten 58
VI. Zusammenfassung der Zwischenergebnisse 60
Teil 3: Erzählerische Einschränkungen bei täglichen Serien 61
I. Einführung und Problemstellung 61
II. Kostenabhängige Inhalte und deren Darstellungsform 62
II.1. Außendreh 63
II.2. Innendreh 66
II.3. Ergebnis 67
III. Zeitabhängige Inhalte und deren Darstellungsform 68
III.1. Außendreh 68
III.2. Innendreh 69
III.3. Ergebnis 70
IV. Kosten- und zeitunabhängige Inhalte 71
IV.1. Außendreh 71
IV.2. Innendreh 72
IV.3. Ergebnis 74
Zusammenfassung 75
Die vorliegende Arbeit untersucht die Produktion täglicher Fernsehserien in Deutschland am Beispiel der Produktion „Gute Zeiten - Schlechte Zeiten“. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen produktionstechnischen Anforderungen sowie inhaltlichen Einschränkungen darzustellen, die sich aus der notwendigen Einhaltung strikter Zeit- und Budgetvorgaben ergeben und sich grundlegend von klassischen Spielfilmproduktionen unterscheiden.
Beispiel 7 Motorrad-Stunt
Im Restaurant Fasan (bestehende Innendekoration) findet eine Party der Zimmermanns statt. Tina Zimmermann möchte diese Party aufsehensreich stören, um Schlagzeilen in der Zeitung zu machen. Dazu beauftragt sie ihren Freund Andy, mit einem Motorrad durch die Tür des Fasans zu fahren und lautstark Unruhe zu stiften, der dieses dann auch tut.
Zur Realisation der Motorrad-Szene mußten mehrere Dinge bedacht werden. Die Größe des Studios läßt eine Anfahrt des Motorrads auf die Tür nicht zu, da sich hinter der Tür im direkten Anschluß die nächste Dekoration befindet. Um einen Stunt dieser Art (Motorrad fährt durch eine geschlossene Glastür) zeigen zu können, wäre es notwendig gewesen, die gesamte Dekoration an einem Außendrehort nachzubauen. Aus Kostengründen wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Das zweite schwerwiegende Problem war, daß der Motor des Motorrads im Studio aus Sicherheitsgründen nie laufen darf und somit schon daher keine Anfahrt im Studio möglich war. Letztendlich wurde das Fahren durch die Tür nicht gezeigt, sondern nur akustisch erzählt. Dann sehen wir, wie das Motorrad vor den Gästen im Fasan zum stehen kommt, Andy lautstark vom Motorrad absteigt und sich für die Fotografen in Pose bringt. Somit wurde auch eine Zuckerscheibe und ein Stuntdouble eingespart. Aus Platzgründen konnte die Szene auch nur mit einer Kamera gedreht werden, was häufigen Lichtumbau zur Folge hatte.
Teil 1: Historische Entwicklung der täglichen Serien: Das Kapitel beleuchtet den Ursprung des „Daily Soap“-Genres im Radio der 30er Jahre und den späteren Transfer sowie die Etablierung in den Fernsehmarkt unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen in Deutschland.
Teil 2: Produktion von täglichen Serien: Dieses Kapitel detailliert die komplexen, industriell geprägten Produktionsabläufe, die Rollen der verschiedenen Organisationseinheiten und die zentralen Steuerungsfaktoren Zeit, Kosten und logistische Planung.
Teil 3: Erzählerische Einschränkungen bei täglichen Serien: Der letzte Teil analysiert anhand konkreter Fallbeispiele, wie die ökonomischen und zeitlichen Rahmenbedingungen die inhaltliche und ästhetische Umsetzung der Drehbücher zwingend beeinflussen oder einschränken.
Gute Zeiten - Schlechte Zeiten, GZSZ, Daily Soap, tägliche Serien, Fernsehproduktion, Produktionsmanagement, Zeitfaktor, Kostenfaktor, Drehbucherstellung, Storyline, Cliffhanger, Studioproduktion, Außendreh, Budgetierung, Fernsehwirtschaft
Die Arbeit befasst sich mit der technischen und inhaltlichen Realisierung von täglichen Serien (Daily Soaps) im deutschen Fernsehen, wobei die Serie „Gute Zeiten - Schlechte Zeiten“ als primäres Fallbeispiel dient.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Gattung, der spezifischen Produktionslogistik unter industriellem Zeit- und Kostendruck sowie den daraus resultierenden Auswirkungen auf die dramaturgische Qualität.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Faktoren Zeit und Kosten als produktionsbestimmende Elemente fungieren und die kreativen Freiräume im Vergleich zu herkömmlichen Spielfilmproduktionen einschränken.
Es handelt sich um eine praxisorientierte Analyse, basierend auf der 16-monatigen Berufserfahrung der Verfasserin, ergänzt durch Fachliteratur sowie interne Produktionsdokumente wie Memos und Zeitpläne.
Der Hauptteil analysiert die interne Organisation, die Aufgabenbereiche vom Storyline-Department bis zur Redaktionsassistenz und die detaillierte Dispositionsplanung bei täglichen Produktionen.
Die zentralen Begriffe sind Produktionsmanagement, Kosten-Nutzen-Relation, Daily Soaps, industrielle Fertigung, Zeitersparnis und inhaltliche Kompromissbildung.
Der Producer fungiert als zentrale Instanz, die über inhaltliche Fragen, Casting und dramaturgische Auflösungen entscheidet und dabei stets die Balance zwischen kreativem Anspruch und striktem Budget einhalten muss.
Da das Budget fest vorgegeben ist, führt ein Fehlcasting zu immensen Kosten für Umbesetzungen oder Buchänderungen, weshalb die Wahl der Darsteller ein hohes finanzielles Risiko birgt.
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