Diplomarbeit, 2006
64 Seiten, Note: 1,7
1. Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen
2.1 Verhaltenswissenschaftliche Ursprünge in der BWL
2.2 Verhaltensorientierung
3. Grundrichtungen der Verhaltenswissenschaft
3.1 Die Verhaltenswissenschaft nach dem Behaviorismus
3.1.1 Die behavioristische Ideologie
3.1.2 Das Klassische und das Operante Konditionieren
3.1.3 Behavioristische Ansätze in der personellen Praxis
3.2 Die Verhaltenswissenschaft nach dem Kognitivismus
3.2.1 Die kognitivistische Ideologie
3.2.2 Die sozial-kognitive Theorie von Bandura
4. Motivationstheoretische Grundlagen
4.1 Was ist Motivation?
4.2 Motiv und Motivation
4.3 Intrinsische vs. extrinsische Motivation
4.4 Leistung und Arbeitszufriedenheit
5. Anreizsysteme und ihre Verortung in der Verhaltenswissenschaft
5.1 Definition und Zweck von Anreizsystemen
5.2 Anreizarten und mögliche Klassifizierung
5.3 Behavioristische Anreize
5.3.1 Vergütung
5.3.2 Leistungsbezogene Entgeltsysteme
5.3.2.1 Stücklohn
5.3.2.2 Teamvergütung durch Prämien und Tantiemen
5.3.3 Extrinsisch motivierte Mitarbeiter
5.3.4 Bedürfnistheorie von Maslow
5.3.5 Zusatzleistungen durch das Unternehmen
5.4 Kognitivistische Anreize
5.4.1 Intrinsisch motivierte Mitarbeiter
5.4.2 Soziale Anerkennung
5.4.3 Lob und Kritik
5.4.4 Beförderungen
5.4.5 Fortbildungsmaßnahmen
5.4.6 Arbeitsinhalt
5.4.6.1 Job Rotation
5.4.6.2 Job Enlargement
5.4.6.3 Job Enrichment
5.4.7 Zwischenfazit
6. Motivation und Personalführung
6.1 Führung – was ist das?
6.2 Das moderne Führungsleitbild
6.3 Neuere Führungsansätze und ihre verhaltenswissenschaftliche Verortung
6.3.1 Transaktionale Führung
6.3.2 Transformationale (visionär-charismatische ) Führung
6.3.3 Verhaltenswissenschaftliche Verortung der Ansätze
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Feld der Arbeitsmotivation und analysiert, wie durch verschiedene verhaltenswissenschaftliche Ansätze – primär aus Behaviorismus und Kognitivismus – die menschliche Arbeitsleistung nachhaltig beeinflusst und gesteigert werden kann, wobei ein besonderer Fokus auf der Auswahl geeigneter Anreizsysteme und moderner Führungskonzepte liegt.
3.1.2 Das Klassische und das Operante Konditionieren
Falls sich gewisse Verhaltensweisen als Reaktion auf bestimmte Reizsituationen ändern, kann von Lernen gesprochen werden. Zur Erklärung des neuen Verhaltens gibt es innerhalb der Stimulus-Response-Theorien zwei unterschiedliche Ansätze:
- Das Klassische Konditionieren, d.h. Lernen als Folge des räumlich-zeitlichen Zusammentreffens zweier Reize bzw. Lernen aufgrund von Stimuli sowie
- Das Operante Konditionieren, d.h. Lernen aufgrund positiver bzw. negativer Konsequenzen bestimmter Verhaltensweisen.18
Der bekannte Behaviorist Skinner versteht unter Konditionierung Verhaltensbeeinflussung, also das Erlernen, in einer spezifischen Weise zu reagieren, wenn bestimmte Reize gegeben werden.19 Beim Klassischen Konditionieren folgt auf einen Reiz eine bestimmte Reaktion. Der russische Physiologe Pawlow konnte durch seine berühmten Tierexperimente erstmals diese durch Konditionierung hervorgerufenen Lernvorgänge nachweisen. Pawlow bediente sich dabei eines Hundes (Pawlowscher Hund). Vor der Konditionierung verhält sich der Hund vollkommen normal. Auf einen unkonditionierten natürlichen Reiz (Futter) folgt eine unkonditionierte Reaktion (Speichelabsonderung). Während der Konditionierung kommt es dann zu einer Verbindung von zwei Sachverhalten, die bisher nichts miteinander zu tun hatten. Im Falle des Hundes verband Pawlow nun den künstlichen konditionierten Reiz „Glocke“ mit dem natürlichen, unkonditionierten Reiz „Futter“, worauf wiederum die Speichelabsonderung des Hundes als Reaktion folgte. Nach Beendigung des Lernprozesses verschwindet der unkonditionierte Reiz „Futter“, sodass nach der Konditionierung die Speichelabsonderung als konditionierte Reaktion alleine auf den konditionierten, künstlichen Reiz, nämlich das Erklingen der Glocke folgt.20
1. Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Relevanz der Arbeitsmotivation in der Wirtschaftswelt und Überblick über den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2. Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen: Erläuterung der Ursprünge der Verhaltenswissenschaften in der Betriebswirtschaftslehre und Definition der Verhaltensorientierung.
3. Grundrichtungen der Verhaltenswissenschaft: Gegenüberstellung des Behaviorismus (Reiz-Reaktions-Modell) und des Kognitivismus (Einbezug innerer Denkprozesse) als fundamentale Steuerungstheorien.
4. Motivationstheoretische Grundlagen: Klärung der Begriffe Motiv, Motivation und Anreiz sowie Untersuchung des komplexen Zusammenhangs zwischen Leistung und Arbeitszufriedenheit.
5. Anreizsysteme und ihre Verortung in der Verhaltenswissenschaft: Analyse verschiedener Anreizarten unter Berücksichtigung ihrer verhaltenswissenschaftlichen Basis, unterteilt in behavioristische und kognitivistische Anreize.
6. Motivation und Personalführung: Erörterung der Rolle der Führung, wobei transaktionale und transformationale Ansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und verhaltenswissenschaftlichen Fundierung bewertet werden.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Notwendigkeit eines ausgewogenen Anreizmixes und des Wandels hin zu kognitivistisch geprägten Führungsstilen.
Arbeitsmotivation, Behaviorismus, Kognitivismus, Anreizsysteme, Personalführung, Leistungsbeeinflussung, Transaktionale Führung, Transformationale Führung, Arbeitszufriedenheit, Extrinsische Motivation, Intrinsische Motivation, Motivationsforschung, Leistungsentlohnung, Betriebswirtschaftslehre.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch den Einsatz von Anreizsystemen und spezifischen Führungsstilen die Arbeitsmotivation und damit die Leistung ihrer Mitarbeiter effektiv beeinflussen können.
Die Arbeit fokussiert auf verhaltenswissenschaftliche Grundlagen (Behaviorismus und Kognitivismus), motivationstheoretische Definitionen, die Kategorisierung von Anreizsystemen sowie die Anwendung moderner Personalführungskonzepte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Mitarbeiter nicht ausschließlich durch monetäre Anreize motivierbar sind und dass ein modernes Management die psychologischen Bedürfnisse der Mitarbeiter (intrinsische Motivation) stärker berücksichtigen muss.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende lerntheoretische Ansätze und motivationstheoretische Modelle aus der Forschung exemplarisch auf ihre Anwendbarkeit in der betrieblichen Praxis und der Personalwirtschaft untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch den Vergleich von Behaviorismus und Kognitivismus, die Definition von Arbeitsmotivation, die Analyse materieller und immaterieller Anreizsysteme sowie die verhaltenswissenschaftliche Einordnung von Führungsstilen.
Die zentralen Begriffe sind Arbeitsmotivation, Anreizsysteme, Behaviorismus, Kognitivismus sowie die transaktionale und transformationale Führung.
Die Bedürfnistheorie von Maslow dient als Rahmen, um zu verstehen, dass monetäre Anreize primär physiologische und Sicherheitsbedürfnisse decken, während für höhere Motivationsebenen (Selbstverwirklichung) nicht-monetäre Anreize und kognitivistisch geprägte Führungsstile notwendig sind.
Während die transaktionale Führung auf einem Tauschprinzip (Belohnung gegen Leistung) basiert, das behavioristisch geprägt ist, setzt die transformationale Führung auf Visionen, Charisma und die Förderung der individuellen Selbstbestimmung, was sie eindeutig dem kognitiven Ansatz zuordnet.
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