Wissenschaftlicher Aufsatz, 2001
27 Seiten
Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden
Pema - Die Heimat der “wilden” Ngolok-Stämme
Cagri Gompa
Der “Pilgerpfad” im Cagri-Kloster
Diese Arbeit untersucht die architektonische Umsetzung und religiöse Bedeutung des Cagri-Klosters in der Ngolok-Präfektur als materielle Manifestation des “Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges”. Der Autor analysiert, wie tibetische Klöster durch ihre bauliche Konzeption als Mandalas dienen und welche Rolle Padmasambhava sowie die Rime-Bewegung bei der Integration verschiedener buddhistischer Traditionen in dieser abgelegenen Region spielen.
Cagri Gompa
Obschon erst 1937 errichtet, wollen wir uns hier eines der jüngeren Klöster in Pema zur Betrachtung herausgreifen. Es handelt sich um das Cagri-Kloster (lcags ri dgon pa), auf chinesisch Jiangritang Si (Abb.1). Auch wenn es zu den jüngeren Bauten im Ngolok-Gebiet gehört, sprechen seine außergewöhnliche Anlage, die Besonderheiten seiner kosmologischen Bezüge wie auch der Umstand, daß es in der Zeit vor und während der Kulturrevolution in seiner Struktur wohl vergleichsweise unbeschädigt geblieben ist, dafür, es als einen der außergewöhnlichsten Plätze im südlichen Amdo zu betrachten. Für Cagri Gompa gilt einmal mehr, daß die Tibeter mittels Mandalas Methoden entwickelten, “Reine Länder” auf künstlerische Weise entstehen zu lassen.
Das Cagri-Kloster ist vom Kreisort Pema aus leicht zu erreichen, indem man das Städtchen auf der Hauptstraße in Richtung Südosten verläßt. Nach Passieren des neu errichteten Monumentalchörten am Ortsausgang und dem Überqueren des Flusses breitet sich linker Hand ein großes Gebetsfahnenfeld mit Manisteinen und Altarplattformen aus. Es ist die örtliche Stätte für Himmelsbestattungen. Von hier aus ist bereits die auf einem Hügel stehende Tempelhalle im chinesisch anmutenden Pagodenstil zu sehen, die etwa drei Kilometer vom Ort entfernt liegt. Die Einheimischen bezeichnen den Namen dieser Anlage als Sangdag Hwaré (sangs bdag dpa’ ri), doch trotz der lautlich etwas veränderten Bezeichnung ist offensichtlich, daß die Bauformen des Sangdog-Pelri-Bauwerks (s.u.) im bekannten Kathog-Kloster in Kham Pate gestanden haben.
Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden: Die Einleitung führt in die Sehnsucht nach dem “Paradies” und die schwierige Erreichbarkeit des Ngolok-Lebensraums für Außenstehende ein.
Pema - Die Heimat der “wilden” Ngolok-Stämme: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Besiedlung des Pema-Gebiets, die Ausbreitung des Buddhismus und die Bedeutung von Stupas (Chörten) in dieser Region.
Cagri Gompa: Eine detaillierte Betrachtung des Cagri-Klosters, dessen architektonische Struktur als irdische Repräsentation des Kupferberg-Paradieses Padmasambhavas interpretiert wird.
Der “Pilgerpfad” im Cagri-Kloster: Der Fokus liegt hier auf der rituellen Bedeutung des Pilgerwegs, der symbolischen Architektur der Tempelhalle und der ikonographischen Anordnung der Gottheiten in den verschiedenen Stockwerken.
Cagri Gompa, Ngolok, Pema, Padmasambhava, Sangdog Pelri, Mandala, Tibetischer Buddhismus, Stupa, Chörten, Pilgerpfad, Amdo, Nyingmapa, Rime-Bewegung, Sakralarchitektur, Trikaya.
Die Arbeit befasst sich mit der architektonischen Auslegung des “Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges” im Cagri-Kloster in der tibetischen Ngolok-Präfektur.
Die Themen umfassen die tibetische Klostertradition im Amdo-Gebiet, die Symbolik von Mandalas in der Architektur und die religiöse Bedeutung von Pilgerwegen.
Das Ziel ist es, das Cagri-Kloster als beispielhaften Versuch darzustellen, ein “Reines Land” dreidimensional und architektonisch in einem ganzen Tempelbau zu verwirklichen.
Der Autor nutzt kulturhistorische Analysen, Beobachtungen vor Ort (Feldstudien) sowie den Abgleich mit tibetischen Quellen und Schriften zur buddhistischen Ikonographie.
Der Hauptteil beschreibt detailliert den Aufbau des Klosters, die Bedeutung der Gottheiten in der Ikonographie und die rituelle Praxis der Umwandlung (pradakshina-patha) durch die Pilger.
Besonders prägend sind Begriffe wie Cagri Gompa, Sangdog Pelri, Mandala, Padmasambhava und die spirituelle Topographie des tibetischen Hochlands.
Die Rime-Bewegung wird als integrativer Ansatz beschrieben, der es Nyingmapa-Klöstern erlaubte, auch Bildnisse aus anderen Traditionen wie der Gelugpa zu integrieren.
Die Gliederung verweist auf die Trikaya-Lehre des Buddhismus, die die drei Körper eines Buddha symbolisiert, wobei jedes Stockwerk eine Stufe der Erkenntnis darstellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

