Magisterarbeit, 2005
111 Seiten, Note: 1,2
EINLEITUNG
1. Die Marke als Gegenstand der Soziologie
2. Zum Begriff der Kundschaft
3. Problemstellung
4. Ziel der Arbeit
5. Vorgehensweise
1 DIE MARKE – EINFÜHRUNG UND DEFINITION
1.1 Erscheinungsformen der Marke
1.2 Historische Entwicklung des Markenartikels
1.3 Definitionen der Marke
1.4 Die Marke als Erfolgsfaktor für Unternehmen
1.5 Zusammenfassung
2 KUNDSCHAFT – KLÄRUNG DES BEGRIFTS
2.1 Konsument
2.2 Käufer
2.3 Kunde
2.4 Kundschaft
2.5 Implikationen
3 SOZIALPSYCHOLOGISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE DES PHÄNOMENS MARKE
3.1 Sozialpsychologische Einflussfaktoren der Kaufentscheidung
3.1.1 Aktivierende Prozesse
3.1.2 Kognitive Prozesse
3.1.3 Theorie der Kognitiven Dissonanz
3.2 Kaufentscheidungsformen
3.3 Funktionen der Marke im Kaufentscheidungsprozess
3.3.1 Problemerkennung
3.3.2 Informationssuche
3.3.3 Bewertung der Alternativen
3.3.4 Kaufentscheidung
3.3.5 Verhalten nach dem Kauf
3.4 Zusammenfassung
3.5 Überleitung zu Teil 5 & 6
4 DIE MARKE ALS BÜNDNIS UND GESTALTSYSTEM
4.1 Die Marke als Bündnis
4.1.1 Die Soziologie als Lehre der Bündnisse
4.1.2 Hyperorganische Bündnisse
4.1.3 Gemeinschaft und Gesellschaft
4.1.4 Willensformen der Bündnisse
4.1.5 Die Marke als sozialer Wille
4.1.6 Kundschaft als Masse
4.2 Die Marke als Gestaltsystem
4.2.1 Hyperorganische Sozialitäten als Gestaltsysteme
4.2.2 Das Ästhetische Urteil
4.2.3 Selbstähnlichkeit als Führungsinstrument
4.3 Zusammenfassung
5 DIE MARKE ALS GESELLSCHAFTLICHES PHÄNOMEN
5.1 Die Marke zur Legitimierung der Marktwirtschaft
5.1.1 Die moderne Gesellschaft als funktional differenziertes System
5.1.2 Organisation der Verhaltensnormen in der modernen Gesellschaft
5.1.3 Marktwirtschaft als Programm
5.1.4 Die Marktwirtschaft als Produzent von Bedürfnissen
5.1.5 Die Rolle der Werbung bei der Produktion von Bedürfnissen
5.1.6 Zusammenfassung
5.2 Die Marke als Orientierung
5.2.1 Die Marke zur Reduktion von Komplexität
5.2.2 Markenvertrauen
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Die Marke als Gestaltelement der Lebensführung
5.3.1 Lebensstile und Milieus
5.3.2 Identitätsbildung der Milieus durch Massenmedien
5.3.3 Lebensstile der Milieus durch Marken
5.3.4 Zusammenfassung
5.4 Zugehörigkeit durch Markennutzung
5.4.1 Sozialisation durch Konsumgüter
5.4.2 Die Marke als Zugehörigkeitssymbol
5.4.3 Zusammenfassung
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
6.1 Zusammenfassung
6.2 Fazit
6.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht die soziologischen Bestimmungsgründe von Kundschaft im Kontext von Marken. Sie analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem Phänomen Marke und der Gesellschaft, um zu erklären, warum Menschen ein Bedürfnis nach Markenbindung entwickeln und welche Funktionen Marken für Individuen und das soziale System erfüllen.
3.1.2.2 Denken
Während die Wahrnehmung sich auf real Vorhandenes bezieht und dieses subjektiv interpretiert, ist der kognitive Prozess des Denkens „nicht an sinnlich präsente Bewusstseinsinhalte gebunden“ (Seidel 1999, 98) es kann vielmehr auch ohne jegliche Außenreize stattfinden. Denken kann im Beurteilen, Ordnen, Abstrahieren und Weiterentwickeln von Wahrnehmungen bestehen. Abstraktion ist notwendig, um bei der Verarbeitung neuer Informationen nicht immer wieder von vorn beginnen zu müssen, sondern diese Informationen mit gelerntem Wissen vergleichen und somit einordnen zu können (vgl. Herrmann 1999, 109). „People cannot treat each new person, object, or event as unique and separate. The only way we can make sense of the world is to see the connection between things, and between things and things we have experienced before or heard about.” (Tannen 1979, 137).
Das Denkengagement der Konsumenten wird in hohem Maße durch den Grad der persönlichen Beteiligung, des Involvements, während des Kaufprozesses beeinflusst. Unter Involvement versteht man „die Ich-Beteiligung oder das Engagement, das mit einem Verhalten verbunden ist, zum Beispiel die innere Beteiligung, mit der jemand eine Kaufentscheidung fällt“ (Kroeber-Riel 2003, 89). Es wird in erster Linie durch das wahrgenommene Risiko des Kaufs und der Produktnutzung geprägt. Je größer das wahrgenommene Risiko, desto höher ist auch der Antrieb, vor der Kaufentscheidung zusätzliche Informationen zu beschaffen und kognitiv zu abstrahieren.
1 DIE MARKE – EINFÜHRUNG UND DEFINITION: Dieses Kapitel behandelt die Grundlagen der Markenbildung, verschiedene Erscheinungsformen von Marken sowie deren historische Entwicklung und Bedeutung als strategischer Erfolgsfaktor.
2 KUNDSCHAFT – KLÄRUNG DES BEGRIFTS: Hier werden die verschiedenen Beziehungsarten von Konsumenten zu Marken idealtypisch definiert, um das Verständnis für die Entwicklung von Kundenbeziehungen zu schärfen.
3 SOZIALPSYCHOLOGISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE DES PHÄNOMENS MARKE: Dieser Abschnitt erläutert die psychologischen Grundlagen wie Emotionen, Motivation, Lernen und Wahrnehmung, die das Kaufverhalten steuern.
4 DIE MARKE ALS BÜNDNIS UND GESTALTSYSTEM: Basierend auf soziologischen Ansätzen (u.a. Tönnies) wird die Marke hier als Instrument verstanden, das Menschen als soziales System führt und bindet.
5 DIE MARKE ALS GESELLSCHAFTLICHES PHÄNOMEN: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von Marken bei der Legitimierung der Marktwirtschaft und ihre Bedeutung als Orientierungshilfe und Statussymbol in der modernen Gesellschaft.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach Marken Orientierung bieten, Vertrauen stiften und zur Vergemeinschaftung in der modernen Gesellschaft beitragen.
Markensoziologie, Kundschaft, Markenbindung, Konsumentenverhalten, Sozialpsychologie, Gestaltsystem, Lebensführung, Identitätsbildung, Marktwirtschaft, Markenvertrauen, Sozialisation, Konsumkultur, Vergemeinschaftung, Bedürfnisproduktion, Selbstähnlichkeit
Die Arbeit untersucht die soziologischen Ursachen und Gründe für das Phänomen Marke und erklärt, warum sich Menschen an bestimmte Marken binden.
Die zentralen Themen umfassen die Sozialpsychologie des Konsums, die Markensoziologie, das Verhältnis von Markt und Gesellschaft sowie die Rolle von Marken bei der Identitäts- und Gemeinschaftsbildung.
Das Ziel ist es, einen ganzheitlichen Erklärungsversuch für das Phänomen der Markenbindung zu leisten, der die Schnittstellen zwischen Marketing, Sozialpsychologie und Makrosoziologie verbindet.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären soziologischen Ansatz, der psychologische Lerntheorien mit markensoziologischen Theorien (wie denen von Alexander Deichsel) und systemtheoretischen Ansätzen (wie denen von Niklas Luhmann) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine psychologische Analyse des Kaufentscheidungsprozesses, die theoretische Fundierung der Marke als Gestaltsystem und eine soziologische Betrachtung der gesellschaftlichen Funktionen von Marken.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Markensoziologie", "Gestaltsystem", "Vergemeinschaftung", "Markenvertrauen" und der "Konsument" in seinen verschiedenen Stadien der Markenbindung.
Der Kunde hat eine persönliche Bindung zu einer Marke entwickelt (Markentreue), während Kundschaft ein soziales System darstellt, in dem Kunden sich gegenseitig erkennen und austauschen.
Das ästhetische Urteil ist eine spontane, wesenwillige Entscheidung, die dem Konsumenten gefällt. Es bildet den Ursprung für das inhaltliche Wollen und wird durch die Wiederholung in ein kollektives Geschmacksmuster überführt.
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