Magisterarbeit, 1999
103 Seiten, Note: 2,6
1 Einleitung
2 Der Autor Ingo Schulze
3 „33 Augenblicke des Glücks“
3.1 Rahmenhandlung
3.2 Standard-Erzählungen
3.3 Rollenerzählungen/Ich-Erzähler
3.4 Sonstige Texte
3.5 Rezensionen und der Autor zu diesem Buch
4 Verwendung von Tatsächlichem in „33 Augenblicke des Glücks“
4.1 Exkurs zu Bernd W. Seilers „Die leidigen Tatsachen“
4.2 Ort, Zeit, Personen, Gegenstände
4.3 Verwendung von literarischem Material
4.4 Weitere nichtfiktionale Elemente
5 „Simple Storys“
5.1 Personen ausschließlich durch Dritte beschrieben
5.2 Ich-Erzähler
5.3 Bezugnahme zu „Simple Storys“
5.4 Die Gattungsfrage
6 Verwendung von Tatsächlichem in „Simple Storys“
6.1 Ort, Zeit, Personen
6.2 Markenartikel
6.3 Verwendung von literarischem Material
6.4 Weitere nichtfiktionale Elemente
7 Schlußbemerkungen
8 Werke Ingo Schulzes
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert das bisherige literarische Werk von Ingo Schulze, insbesondere den Erzählband „33 Augenblicke des Glücks“ und den Roman „Simple Storys“. Ziel der Untersuchung ist es, die Erzählverfahren, Erzähltechniken und den Stil des Autors im Hinblick auf die literarische Verarbeitung von Realität („Tatsächlichem“) zu beleuchten und dabei die Entwicklung zwischen den beiden Werken aufzuzeigen.
3.1 Rahmenhandlung
Bei diesen Episoden soll es sich – im Untertitel „Aus den abenteuerlichen Aufzeichnungen der Deutschen in Piter“ deutet sich das schon an – um Notizen handeln, die hier von Ingo Schulze angeblich nur herausgegeben werden. Den 33 Stücken ist nun ein Brief an einen Herausgeber vorangestellt, der in die Rahmenhandlung einführt. In diesem berichtet eine Frau von einer zufälligen Begegnung in einem Zug nach Petersburg mit „einem Deutschen namens Hofmann“ (S.7). Jener, Mitarbeiter einer Zeitung und Literaturliebhaber, habe täglich Aufzeichnungen von Petersburg nach Deutschland geschickt, dabei die Recherche zugunsten der Erfindung aufgegeben, da für ihn „etwas Ausgedachtes nicht weniger wirklich als ein Unfall auf der Straße“ (S.8) sei. Nach einer gemeinsamen Nacht sei dieser Deutsche spurlos verschwunden, einzig die Mappe mit den erwähnten Aufzeichnungen sei zurückgeblieben, die sie ihm, dem Herausgeber, nun zur Publikation überlassen wolle.
Dieser äußert sich dazu in einer sich daran anschließenden Anmerkung, um sich aller Erklärungen zu entheben. Im Vordergrund habe für ihn die Erkenntnis gestanden, daß diese Notizen „über einen bloßen Unterhaltungswert hinausgingen“ und vielmehr noch „die anhaltende Diskussion um den Stellenwert des Glücks“ (S.9) neu beleben könnten. Unterzeichnet ist diese Anmerkung mit „I.S.“ und damit wird erkennbar, daß sich hinter dem angeblichen Herausgeber niemand anderes verbirgt, als der Autor Ingo Schulze selbst. Am Ende des Buches finden sich dann auch „Ausgewählte Anmerkungen des Herausgebers“ zu einzelnen Episoden. Eine perfekte Inszenierung, die den Leser glauben machen soll, Ingo Schulze sei tatsächlich nicht mehr als Herausgeber dieser Aufzeichnungen - ein Spiel im Spiel.
1 Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, einen Einblick in das Werk von Ingo Schulze zu geben, insbesondere hinsichtlich Erzähltechniken und Realitätsverarbeitung.
2 Der Autor Ingo Schulze: Biographische Einordnung des Autors und Einflüsse seiner Lebensstationen auf sein literarisches Schaffen.
3 „33 Augenblicke des Glücks“: Überblick über die 33 Erzählungen, deren Rahmenhandlung sowie die Aufteilung in Standard-Erzählungen und Rollenerzählungen.
4 Verwendung von Tatsächlichem in „33 Augenblicke des Glücks“: Untersuchung, wie der Autor reale Elemente und literarische Vorlagen in die Fiktion integriert, basierend auf den Thesen von Bernd W. Seiler.
5 „Simple Storys“: Analyse des Romans aus der ostdeutschen Provinz, dessen Personenvielfalt und der besonderen Struktur der Einzelerzählungen.
6 Verwendung von Tatsächlichem in „Simple Storys“: Analyse der Integration von Ort, Zeit und insbesondere der auffälligen Nennung von Markenartikeln zur Darstellung der Realität nach der Wende.
7 Schlußbemerkungen: Zusammenfassender Vergleich der beiden Werke und Resümee zur literarischen Entwicklung des Autors.
8 Werke Ingo Schulzes: Bibliographische Auflistung von ausgewählten Werken und Schriften des Autors.
Ingo Schulze, 33 Augenblicke des Glücks, Simple Storys, Erzähltheorie, Intertextualität, Realitätsverarbeitung, Fiktion, Dokumentation, Wahrscheinlichkeitsliteratur, ostdeutsche Provinz, Erzähltechnik, Rahmenhandlung, Rollenprosa, DDR-Literatur.
Die Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Ingo Schulze unter Berücksichtigung von Erzähltechniken und der Verarbeitung von Wirklichkeit.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Fiktion und Dokumentation, die Bedeutung von Realitätselementen (Ort, Zeit, Marken) und die narrativen Strukturen in Schulzes Erzählungen.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ingo Schulze durch verschiedene Erzählstile und das Spiel mit der Fiktionalität reale Erfahrungen literarisch verarbeitet.
Es werden strukturtypologische Fachtermini (u.a. nach Dietrich Weber) sowie literaturtheoretische Ansätze zur Intertextualität (Renate Lachmann) und zur Wahrscheinlichkeitsliteratur (Bernd W. Seiler) angewandt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die beiden Werke „33 Augenblicke des Glücks“ und „Simple Storys“ hinsichtlich ihrer Struktur und der Verwendung von Tatsächlichem.
Wichtige Begriffe sind Ingo Schulze, Erzähltheorie, Intertextualität, Realitätsverarbeitung, Wahrscheinlichkeitsliteratur und die Analyse der beiden primär untersuchten Bücher.
Die Rahmenhandlung dient als „Spiel im Spiel“, das die Fiktion der Erzählungen als „Aufzeichnungen“ legitimiert und dem Autor erlaubt, mit der Wahrnehmung von Realität und Fiktion beim Leser zu experimentieren.
Während „33 Augenblicke des Glücks“ die Realität stärker zur Relativierung von Stil nutzt, dient die Realitätsdarstellung in „Simple Storys“ dazu, die spezifischen Lebensumstände in der ostdeutschen Provinz nach der Wende authentisch abzubilden.
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