Diplomarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
Teil I: Legasthenie – Lese-Rechtschreib-Schwäche
1. Geschichtlicher Hintergrund
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Lernstörung
2.2 Spezifische Schwäche bei durchschnittlicher Intelligenz
2.3 Teilleistungsschwäche
2.4 Krankheit
2.5 Schwäche, die aus dem Rahmen fällt
2.6 Störung im Aneignungsprozess des Lesens und Schreibens
3. Ursachen
3.1 Der Weg des Schriftspracherwerbs
3.2 Interaktionelle Faktoren
3.3 Gestörte Teilfunktionen
4. Folgen
4.1 Psychologische Erklärungsmuster
4.2 Teufelskreis-Modell von Betz und Breuninger
5. Rechtliche Grundlagen und Erlasse
6. Resümee
Teil II: Theoretische Erklärungsansätze
1. Die strukturfunktionale Theorie nach Parsons
1.1 Systeme, Rollen und Strukturen der Gesellschaft
1.2 Lernen als Internalisierungsprozess
1.3 Sozialisation
2. Die Theorie des kommunikativen Handelns nach Habermas
2.1 Sprache und ihre Geltungsansprüche
2.2 Instrumentelle und kommunikative Rationalität
2.3 Sozialisation und Ich-Identität
2.4 Strukturen des kommunikativen Handelns
3. Die Systemtheorie nach Luhmann
3.1 Die Systemtheorie
3.2 Systeme und Autopoiesis
3.3 Kommunikationssysteme und ihre Elemente
3.3.1 Kommunikation
3.3.2 Sinn
3.3.3 Sprache
3.3.4 Schrift
4. Sozialisationstheoretische Zusammenhänge
4.1 Die Aufgaben der Familie
4.2 Die Aufgaben der Schule
4. Resümee
Teil III: Die Profession der Sozialpädagogik
1. Dienstleistung am Menschen
2. Soziale Kontrolle und sozialer Wandel
3. Sozialpädagogik und Integration
4. Merkmale und Motivationsanforderungen
5. Definitionen und Bestimmungen nach Mollenhauer
5.1 Sozialpädagogik als Erziehungsbereich
5.2 Sozialpädagogik als Eingliederungshilfe
6. Resümee
Teil IV: Diagnostik und Intervention
1. Kritische Anmerkungen
2. Die Multiaxiale Diagnostik
3. Diagnostik des Zentrums für Legasthenie
4. Resümee
Teil V: Methoden zur sozialpädagogischen Intervention
1. Schulsozialarbeit
1.1 Arbeitsprinzipien
1.2 Zielgruppe
1.3 Ziele
2. Sozialpädagogische Familienhilfe
2.1 Arbeitsansätze
2.2 Zielgruppe
2.3 Ziele
3. Mediation
3.1 Prinzipien
3.2 Ziele
4. Beratung
4.1 Grundsätze
4.2 Ziele
Teil VI: Fazit
Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Sozialpädagogik im Spannungsfeld zwischen Familie und Schule bei Kindern mit Legasthenie. Ziel ist es, die Auswirkungen der Legasthenie auf das soziale Umfeld des Kindes theoretisch zu fundieren und daraus sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten abzuleiten, um den Konflikt zwischen den beteiligten Instanzen zu entschärfen.
1. Geschichtlicher Hintergrund
In der Literatur lassen sich Hinweise darauf finden, dass die Geschichte der Legasthenie mit Ranschburg beginnt. Tatsächlich, so behauptet Christine Mann in ihrem Buch, sollte jedoch schon im 19. Jahrhundert mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht angefangen werden. In dieser Zeit wurde erstmals entdeckt, dass es Kinder gibt, die im Gegensatz zu ihren Mitschülern Schwierigkeiten haben, die Schriftsprache zu erlernen. Viele wurden aufgrund dieser Tatsache zu einer ärztlichen Untersuchung geschickt, weil davon ausgegangen wurde, dass es sich um eine organische Krankheit handelt, die auf angeborenen hirnorganischen Schädigungen beruht. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es somit erste medizinische Berichte über Kinder mit derartigen Problemen. Im Jahr 1916 kann der Beginn der Legasthenieforschung verortet werden. Paul Ranschburg führte eine Reihe von Experimenten durch und wies nach, dass zwischen schwachbegabten und hirnorganisch geschädigten Kindern ein großer Unterschied besteht.
1. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Legasthenieforschung seit Einführung der Schulpflicht im 19. Jahrhundert bis zur wissenschaftlichen Anerkennung des Phänomens.
2. Begriffsbestimmungen: Hier werden verschiedene Definitionen der Legasthenie als Lernstörung, Krankheit oder entwicklungsbedingte Schwäche kritisch gegenübergestellt.
3. Ursachen: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexen Ursachen der Legasthenie, unterteilt in Schriftspracherwerbsprozesse, interaktionelle Faktoren und gestörte Teilfunktionen.
4. Folgen: Hier wird detailliert dargestellt, wie sich Legasthenie auf die psychische Gesundheit des Kindes und das soziale Umfeld auswirkt, insbesondere durch das Teufelskreis-Modell von Betz und Breuninger.
5. Rechtliche Grundlagen und Erlasse: Dieses Kapitel fasst die ministeriellen Vorgaben zur schulischen Förderung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Eingliederungshilfe zusammen.
6. Resümee: Den Abschluss des ersten Teils bildet eine Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Symptomatik und die rechtliche Einordnung der Legasthenie.
Legasthenie, Sozialpädagogik, Familie, Schule, Lernstörung, Schriftspracherwerb, Sozialisation, Systemtheorie, Intervention, Schulsozialarbeit, Familienhilfe, Mediation, Beratung, Diagnostik, Rollenkonflikt.
Die Arbeit analysiert Legasthenie als ein Problem, das den Konflikt zwischen Familie und Schule verschärft und den Handlungsbedarf der Sozialpädagogik verdeutlicht.
Im Fokus stehen das Störungsbild der Legasthenie, theoretische Erklärungsansätze der Soziologie sowie Methoden der sozialpädagogischen Intervention.
Die zentrale Frage ist, welchen Stellenwert die Sozialpädagogik im Konflikt zwischen Familie und Schule einnimmt und wie sie bei Legasthenie intervenieren kann.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf soziologischen Theorien (Parsons, Habermas, Luhmann) und sozialpädagogischen Konzepten aufbaut.
Der Hauptteil analysiert Legasthenie aus theoretischer Sicht, beleuchtet die Rolle der Sozialpädagogik und stellt Interventionsmethoden vor.
Die wesentlichen Begriffe sind Legasthenie, Sozialpädagogik, Interaktion, Systemtheorie, Integration und Sozialisationsinstanzen.
Laut Parsons vertritt die Familie eher partikularistische, die Schule hingegen universalistische Erwartungen, was bei Legasthenie zu einem Rollenkonflikt für das Kind führt.
Ohne genaue Diagnose lässt sich keine individuelle Therapie ableiten, da Legasthenie komplexe Ursachen haben kann, die fälschlicherweise oft nur der Schule zugeschrieben werden.
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