Diplomarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 2,0
0. Vorwort
1. Einleitung
2. Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen an Förderschulen
2. 1 Theoretische Ansätze und allgemeine Begriffsbestimmungen
2. 1. 1 Gewalt und Gewaltbereitschaft
2. 1. 1. 1 Konflikt
2. 1. 1. 2 Aggression
2. 1. 1. 3 Gewalt und Gewaltbereitschaft
2. 1. 2 Die Lebensphase Jugend
2. 1. 3. Jugendhilfe und Förderschulen
2. 1. 3. 1 Die Jugendhilfe
a) Schulsozialarbeit nach § 13 KJHG
b) Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und ASD
c) Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und Jugendgerichtshilfe
2. 1. 3. 2 Die Förderschulen
2. 1. 3. 3 Besonderheiten von Jugendlichen an Förderschulen unter dem Aspekt der Gewaltbereitschaft
a) Einfluss des Sozialen Umfeldes und der Erziehung in der Familie
b) Lerntheoretischer Einfluss
c) Einfluss gesundheitlicher Beeinträchtigungen
2. 1. 4 Zusammenfassung
2. 2. Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen in der Praxis der Schulsozialarbeit an der Lindenschule Crimmitschau
2. 2. 1 Die Ausgangssituation zur Gewaltbereitschaft an der Lindenschule aus der Sicht der Schulleitung – Ergebnisse eines Interviews
2. 2. 2 Gewaltbereite Jugendliche an der Lindenschule – Ergebnisse zweier Interviews
2. 2. 3. Sozialpädagogische Methoden in der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen an der Lindenschule
a) Soziale Einzel(fall) hilfe
b) Soziale Gruppenarbeit
c) Gemeinwesenarbeit
2. 2. 4 Entwicklung neuer Konzepte Projekt FIT FUERS LEBEN Stufe 2 – „Faustlos“
2. 2. 4. 1 Ausgangssituation an der Lindenschule
2. 2. 4. 2 Trägerverein – vfw – Verein zur Förderung von Jugend- und Sozialarbeit Zwickau e.V.
2. 2. 4. 3 Zielstellung des Projektes
2. 2. 4. 4 Inhaltliche Schwerpunkte und Ablauf des Projektes
2. 2. 4. 5 Finanzierung des Projektes
2. 2. 4. 6 Kooperationspartner
2. 2. 5 Zusammenfassung
3. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, ob eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit, Lehrkräften und Jugendhilfe Konzepte zur dauerhaften Verhaltensänderung bei gewaltbereiten Jugendlichen an Förderschulen hervorbringen kann. Dabei werden theoretische Grundlagen zu Gewalt und Aggression mit praktischen Erfahrungen aus einer Förderschule verknüpft, um neue Präventionsansätze zu entwickeln.
2. 1. 1. 1 Der Konflikt
Die Sozialpsychologie beschreibt einen Konflikt als einen „Zustand, bei dem zwei oder mehr miteinander scheinbar oder tatsächlich unvereinbare Ziele, Interessen, Denk- und Verhaltensweisen bei Gruppen oder Personen aufeinander treffen, die in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind und füreinander Bedeutung besitzen.“ (Johanna Hartung „Sozialpsychologie“, Kohlhammer Verlag, Stuttgart, Berlin, Köln, 2000, S. 118)
„Eine Interaktion zwischen mindesten zwei Akteuren, wobei mindestens ein Akteur Unvereinbarkeiten in der Art erlebt, dass er in der Verwirklichung seiner Interessen eine Beeinträchtigung oder Behinderung durch andere Akteure empfindet, vermutet oder erfährt, sich in Abhängigkeit von anderen Akteuren glaubt und er sich bemüht, die erlebte Beeinträchtigung zu beseitigen bzw. seine Interessen durchzusetzen.“ (Mitschrift eines Vortrages zum Thema „Konfliktmanagement in der Sozialen Arbeit“, Seminar Pädagogische Handlungsansätze, BA Breitenbrunn, 2005)
Nach der Auffassung der Sozialpädagogik ist ein Konflikt eine „Auseinandersetzung zwischen gegensätzlichen oder gleichartigen, aber konkurrierenden Tendenzen. Man unterscheidet äußere (soziale) und innere (Motiv-) Konflikte. Ein innerer Konflikt ist im Erleben gekennzeichnet durch Hin- und Herschwanken mit meist als unangenehm empfundener Spannung, Unklarheit von Wert-, Ziel- oder Mittelvorstellungen, verbunden mit dem Wunsch nach Klärung.“ (A. Schwendtke (Hrsg.) „Wörterbuch der Sozialarbeit und Sozialpädagogik“, Quelle und Meyer Verlag, 1980, Stuttgart, S. 184) Nach dem österreichischen Ökonomen und Politologen Friedrich Glasl definiert sich Konflikt so: "Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolgt". (Friedrich Glasl „Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater“, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2004, S. 14 – 17) Da sich fast alle Mediationsausbildungen auf das Modell der Konflikteskalation von Friedrich Glasl berufen, möchte ich ihn in meiner Arbeit als Hauptvertreter der Mediation/Streitschlichtung nennen und meine weiteren Aussagen auf ihn stützen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Diskussion über Gewalt an Schulen und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Jugendhilfe.
2. Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen an Förderschulen: Dieses Hauptkapitel legt das theoretische Fundament durch die Definition von Begriffen wie Gewalt, Aggression und Konflikt und analysiert die spezifischen Lebensumstände und Belastungsfaktoren von Förderschülern.
2. 2. Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen in der Praxis der Schulsozialarbeit an der Lindenschule Crimmitschau: Der praktische Teil beinhaltet Interviews mit der Schulleitung sowie zwei Schülern, wertet diese aus und leitet daraus konkrete Methoden und ein neues Konzept zur Prävention ab.
3. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit frühzeitiger, nachhaltiger Präventionsarbeit sowie die Rolle der Sozialkompetenzförderung.
Gewalt, Aggression, Schulsozialarbeit, Förderschule, Jugendhilfe, Konfliktmanagement, Faustlos, Prävention, Erziehung, Lernbehinderung, Soziale Kompetenz, Verhaltensauffälligkeit, Mediation, Pädagogik, Jugend.
Die Arbeit behandelt den Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen im schulischen Kontext, insbesondere an Förderschulen, und beleuchtet die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen von Gewalt, Aggression und Konflikten sowie die praktische Anwendung von Präventionskonzepten in der Schulsozialarbeit.
Das Ziel ist es, neue Wege und ein erweitertes Konzept für die Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen an Förderschulen zu entwickeln, um das Klassenklima nachhaltig zu verbessern.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturrecherche, qualitative Interviews mit einer Schulleiterin sowie eine fallorientierte Befragung von betroffenen Schülern zur Datengewinnung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil sowie einen praktischen Teil, der die Situation an der Lindenschule Crimmitschau analysiert und das Projekt „Faustlos“ vorstellt.
Zentrale Begriffe sind neben Gewalt und Aggression insbesondere die Schulsozialarbeit, die spezifische Situation an Förderschulen sowie das Modell der Konflikteskalation.
Es handelt sich um ein Präventions- und Interventionskonzept für die Oberstufe, das auf bestehenden Modulen aufbaut und darauf abzielt, durch soziales Lernen prosoziale Verhaltensweisen zu fördern.
Sie schätzt die Gewalt als vorhanden, aber handhabbar ein, betont die Bedeutung des Streitschlichter-Teams und sieht die Notwendigkeit für eine bessere Lehrerausbildung im Bereich Gewaltprävention.
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