Bachelorarbeit, 2006
46 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Definition: Kommunikation
1.1. Etymologische Wurzeln
1.2. Kommunikationstechnische Definition
1.3. Vorschlag einer Definition für den Zusammenhang dieser Arbeit
2. Definition: Resonanz
2.1. Etymologische Wurzeln
2.2. Naturwissenschaftliche Definition
2.3. Resonanz in autopoietischen Systemen
2.4. Neuronale Resonanz
3. Spiegelneurone – ein neurowissenschaftliches Kommunikationsmodell
3.1. Handlungserkennen durch Spiegelneurone
3.2. Vokale Gesten und Spiegelneurone
3.3. Spiegelneurone und das Erkennen
4. Habitus als generative Grammatik der Handlungen
4.1. Habitus – Erkenntnisinstrument zwischen Subjekt und Objekt
4.2. Körper als Erkenntnisinstrument im Habitusmodell
4.3. Spiegelneurone und Habitus
5. Verkörperte Kognition
5.1. Inszenierung einer nicht vorhandenen Welt
5.1.1. Farbe als Wahrnehmungsproblem
5.1.2. Farbe als Problem der Kognition
5.2. Verkörpertes Handeln als Basis der Kognition
5.3. Körperlichkeit der Wahrnehmung und Kognition
6. Spiegelneurone, Habitus und verkörpertes Handeln
7. Autopoietische Systeme, Neuronale Resonanz und Habitus
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen neurowissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Modellen der Kommunikation. Dabei wird das Ziel verfolgt, das neurowissenschaftliche Modell der "Neuronalen Resonanz" mit Pierre Bourdieus soziologischem Habitusmodell und dem Konzept der "verkörperten Kognition" in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, um ein umfassendes Modell menschlicher Kommunikation zu erarbeiten.
3.1. Handlungserkennen durch Spiegelneurone
Eher zufällig haben in den 1990er Jahren die italienischen Neurologen Giacoma Rizzolati und Vittorio Gallese an der Neurobiologischen Fakultät der Universität Parma in Versuchen an Primaten neuronale Potentiale nachgewiesen, die bereits bei der Beobachtung von Handlungen feuerten. Sie konnten – zunächst bei Primaten – nachweisen, dass motorische Handlungen in einem direct matching mechanism erkannt werden. Die Bereiche, die im Gehirn bei der Beobachtung einer motorischen Handlung aktiv werden, stimmen mit den Bereichen überein, die aktiviert werden, wenn eine Handlung aktiv ausgeführt wird.
Es existiert eine direkte Repräsentation motorischer Handlungen ohne dass komplizierte visuelle Analysen zur Erkennung von Handlungen aktiviert werden müssten. Auch wenn Teile der Bewegung verdeckt sind, feuern die Spiegelneuronen.
Die Vermutung, dass auch im menschlichen Hirn Spiegelneurone existieren wurde verifiziert, weiter wurde nachgewiesen, dass der Verlauf einer Bewegung spiegelneuronal erkannt wird.
Rizzolatti/Buccino fassen die Funktion der Spiegelneuronen so zusammen: “Each time an individual sees an action made by another individual, neurons that represent that action are activated in the observer’s premotor cortex. This, automatically activated motor representation corresponds to that that is spontaneously generated during active action and whose outcome is known to the acting individual. This the mirror system is able to transform visual information into knowledge.” (Rizzolatti/Buccino: 7, 9-14)
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie das neurowissenschaftliche Modell der Neuronalen Resonanz mit dem soziologischen Habitusmodell nach Bourdieu und der Theorie der verkörperten Kognition verbunden werden kann.
1. Definition: Kommunikation: Es werden verschiedene Definitionen von Kommunikation diskutiert, wobei der Fokus auf der Bedeutung von Gesten und der Unmöglichkeit der Nicht-Kommunikation liegt.
2. Definition: Resonanz: Der Begriff Resonanz wird von seinen etymologischen und physikalischen Wurzeln bis hin zu seiner Anwendung in autopoietischen Systemen und bei neuronalen Vorgängen hergeleitet.
3. Spiegelneurone – ein neurowissenschaftliches Kommunikationsmodell: Dieses Kapitel stellt die Forschung zu Spiegelneuronen vor und erklärt deren Rolle bei der motorischen Handlungserkennung und der Spracherstehung.
4. Habitus als generative Grammatik der Handlungen: Es wird Bourdieus Konzept des Habitus als verinnerlichtes System von Dispositionen eingeführt und als Grundlage für die Strukturierung sozialen Handelns diskutiert.
5. Verkörperte Kognition: Anhand der Farbwahrnehmung und motorischer Experimente wird gezeigt, wie Kognition nicht losgelöst vom Körper, sondern in ständiger Rückkopplung mit der Umwelt entsteht.
6. Spiegelneurone, Habitus und verkörpertes Handeln: Hier erfolgt eine Synthese, in der die Spiegelneuronen als neuronale Basis für die im Habitus verankerten kognitiven Schemata verortet werden.
7. Autopoietische Systeme, Neuronale Resonanz und Habitus: Abschließend werden die Konzepte in die Systemtheorie überführt und graphisch als autopoietische Einheiten dritter Ordnung visualisiert.
Neuronale Resonanz, Habitus, Spiegelneurone, Kommunikation, Verkörperte Kognition, Autopoiesis, Pierre Bourdieu, Handlungserkennen, Strukturkopplung, Geste, Sozialsystem, Wahrnehmung, Kognition, Interaktion, Neurowissenschaft.
Die Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zur neuronalen Resonanz und soziologischen Theorien über menschliches Handeln und Kommunikation.
Zentral sind die Themenfelder Spiegelneuronen, der soziologische Habitusbegriff nach Bourdieu, autopoietische Systeme und das Paradigma der verkörperten Kognition.
Das Ziel ist es, zu zeigen, wie Spiegelneuronen als biologische Grundlage für die soziale Einprägung habitueller Muster dienen können und wie Kommunikation als wechselseitige Strukturkopplung zu verstehen ist.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Konzepte aus Neurobiologie, Soziologie und Systemtheorie kombiniert, um ein integriertes Modell der Kommunikation zu entwerfen.
Der Hauptteil analysiert schrittweise Begriffe wie Kommunikation, Resonanz, Spiegelneuronen, Habitus und verkörperte Kognition, um sie anschließend in einem gemeinsamen Systemmodell zusammenzuführen.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Neuronale Resonanz, Habitus, Spiegelneurone, Verkörperte Kognition und Autopoiesis.
Die Arbeit argumentiert, dass Spiegelneuronen eine neuronale Repräsentationsbasis bieten, in der sich gesellschaftliche Strukturen (der Habitus) durch ontogenetische Anpassungsprozesse einschreiben.
Verkörperte Kognition bedeutet, dass Erkenntnisprozesse nicht in einem abstrakten Geist stattfinden, sondern in der Wechselwirkung zwischen sensomotorischen Fähigkeiten des Körpers und den durch ihn gemachten Erfahrungen in der Welt.
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