Diplomarbeit, 2006
158 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Problemstellung und Ziel
3. Die Ausbildung der Erzieherin
3.1 Besondere Bedingungen der ErzieherInnenausbildung
3.2 Formale Grundlagen für die Ausbildung – KMK
3.3 Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung
3.4 Ziel, Form und Dauer der Ausbildung
3.5 Ausbildung der Fachkräfte in der ehemaligen DDR
4. Zur Berufsgeschichte der Erzieherin
4.1 Notwendigkeit der Beschreibung der historischen Entwicklung
4.2 Die Entwicklung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges
4.3 Die Entwicklungen nach 1945
4.3.1 Die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland
4.3.2 Die Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik
5. Arbeiten als ErzieherIn
5.1 Der Arbeitsmarkt in Zahlen und Fakten
5.2 Männer im „Frauenberuf“
5.3 Berufswahlmotive angehender ErzieherInnen
5.4 Gesellschaftliche Bedingungen und sozialer Kontext im Arbeitsalttag
6. Die Innovation der Ausbildung: Konzepte und Reformbestrebungen
6.1 Die Notwendigkeit von Innovationen im Elementarbereich
6.2 Ausbildungsrichtlinien für ErzieherInnen
6.3 Grundgedanken bei Reformen der ErzieherInnenausbildung
6.4 Hochschulstudium für ErzieherInnen – ein Überblick
6.5 Bachelor of Arts „Erziehung und Bildung im Kindesalter“
6.5.1 Studienaufbau
6.5.2 Studienbereiche
7. Das Projekt IKO
7.1 Einführende Hinweise zum Projekt IKO im Rahmen dieser Arbeit
7.2 Beschreibung des Projekts
7.2.1 Die Kindertagesstätten im Stadtgebiet Augsburg
7.2.2 Vorbereitende Arbeiten für die Datenerhebung
7.2.3 Gestaltung der persönlichen Kontaktaufnahme
7.2.4 Aufgetretene Schwierigkeiten und Problemlagen bei der Datenerhebung
7.3 Ergebnisse der Leitungsfragebögen der IKO-Studie
7.3.1 Beschreibung der Ergebnisse der Leitungsfragebögen
7.3.2 Die Ergebnisse aus Sicht der Ausbildungsthematik
8. Interviews zum Thema „Ausbildung und Kompetenz von Erzieherinnen“
8.1.1 Das Interview als Methode in der qualitativen Forschung
8.1.2 Der Interviewleitfaden
8.1.3 Auswahl der Leitungsperson für das Interview
8.1.4 Ablauf und schriftliche Fixierung der Interviews
8.2 Interview 1
8.3 Interview 2
8.4 Diskussion der Interviews
9. Allgemeines Fazit
10. Schlussgedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Ausbildungssituation von Erzieherinnen in Deutschland, um darauf aufbauend notwendige Innovationen und Reformen im gesellschaftlichen und bildungspolitischen Kontext zu diskutieren und zu begründen.
3.1 Besondere Bedingungen der ErzieherInnenausbildung
Die Ausbildung und des Berufsfeld einer staatlich geprüften Erzieherin in Deutschland kann nicht hinreichend dargestellt werden, ohne vorab einige Punkte anzusprechen, die mit zum „besonderen“ Wesen gerade dieser Ausbildung und diesen Berufszweig zählen. In erster Linie befinden wir uns bei der Erzieherinnenausbildung im großen Segment der sozialen Ausbildungen mit einem sich anschließenden sozialen Berufssystem. Das soziale Ausbildungssegment stellt einen Bildungsbereich dar, der durch eine Vielzahl von Ausbildungsabschlüssen und Schulformen gekennzeichnet ist (Rauschenbach 1995, S.135). Damit ist es nur schwer zu überblicken, denn allein in der Berufssystematik für amtliche Statistiken sind über 200 Einzelnennungen bei den sozialpflegerischen Berufen aufgeführt (vgl. Rauschenbach 1990a in Rauschenbach 1995, S.136). Außerdem bewegt man sich bei der Betrachtung der sozialen Ausbildungen und Berufen sehr schnell in einer geschlechtsspezifischen Abgrenzung. Der Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsbereich ist nämlich eine klassisch von Frauen dominierte Welt im Bereich aller Ausbildungsberufe in Deutschland.
Die entsprechenden Berufe, sei es nun die Erzieherin oder andere sozialpflegerische bzw. auch heil- und sozialpädagogische Berufe gelten von jeher als hausarbeitsnah und familienorientiert. Teilweise kämpfen diese traditionellen Frauenberufe immer noch um Anerkennung, wenn es die Zusammenhänge zwischen Fachkräften und Fachlichkeit oder von Qualifizierung und Qualifikation betrifft (Rauschenbach 1995, S. 136).Rauschenbach sieht diese Tatsache, dass es sich um eine historisch geformte Bildungskonzeption für Frauen handelt, die im letzten Jahrhundert überhaupt erst entstanden ist als eine der vakantesten für die heutigen Ausbildungs- und Professionalsierungsdefizite (vgl. Rauschenbach 1995, S.138 f.). Neben dieser Unübersichtlichkeit des sozialen Ausbildung und Berufslandschaft ergibt sich für die Ausbildung der Erzieherin noch eine relative Uneinheitlichkeit was die formalen bzw. die rechtlichen Grundlagen der Ausbildung bzw. den Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung der Erzieherin betrifft.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Ausbildung zur Erzieherin ein und verdeutlicht die Relevanz der Thematik durch eine bildhafte Geschichte sowie eine erste Einordnung in das Feld der Elementarerziehung.
2. Problemstellung und Ziel: Hier werden das Ziel der Arbeit, einen Überblick über die Ausbildung zu geben, und die Absicht, notwendige Reformen zu diskutieren, dargelegt.
3. Die Ausbildung der Erzieherin: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen, formalen und inhaltlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung sowie die Unterschiede zwischen den alten Bundesländern und der ehemaligen DDR.
4. Zur Berufsgeschichte der Erzieherin: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss, um die aktuelle Situation der Ausbildung und des Berufsbildes besser einordnen zu können.
5. Arbeiten als ErzieherIn: Hier werden statistische Daten zum Arbeitsmarkt präsentiert und zentrale Themen wie das Geschlechterverhältnis im Beruf und Motivationslagen der Auszubildenden analysiert.
6. Die Innovation der Ausbildung: Konzepte und Reformbestrebungen: Dieses Kapitel diskutiert Notwendigkeiten für Reformen, internationale Vergleiche und stellt neue akademische Studienangebote vor.
7. Das Projekt IKO: Hier wird die empirische Studie IKO vorgestellt, die als Praxisbezug für die theoretischen Ausführungen der Arbeit dient.
8. Interviews zum Thema „Ausbildung und Kompetenz von Erzieherinnen“: Das Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der Experteninterviews mit Leitungskräften.
9. Allgemeines Fazit: Eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein Plädoyer für eine qualitativ hochwertige, akademisch fundierte Ausbildung.
10. Schlussgedanken: Der Autor resümiert die Notwendigkeit professioneller Standards für die Zukunft des Elementarbereichs in Deutschland.
Erzieherausbildung, Elementarpädagogik, Erzieherin, Professionalisierung, Reformen, Kindertagesstätte, Ausbildungskonzept, Fachkraft, Akademisierung, Berufswahlmotive, Interkulturalität, Sprachförderung, PISA, Bildungsstandards.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation und die Strukturen der Ausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin in Deutschland. Ziel ist es, den Status quo zu bewerten und basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen Reformbedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Berufsbildes, der Analyse der aktuellen Ausbildungsstrukturen, dem Arbeitsmarkt für Erzieherinnen sowie der Debatte um eine Akademisierung der Ausbildung und die Notwendigkeit von Innovationen im Elementarbereich.
Das primäre Ziel ist es, ein Plädoyer für die Weiterentwicklung und Professionalisierung der Erzieherinnenausbildung zu formulieren, um den gestiegenen Anforderungen an Bildung und Erziehung in einer globalisierten Gesellschaft gerecht zu werden.
Die Arbeit kombiniert eine Literatur- und Theorieanalyse zur historischen und strukturellen Ausbildungssituation mit einer eigenen empirischen Untersuchung (Projekt IKO) in Form von Fragebögen und qualitativen Experteninterviews mit Leitungskräften.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, geschichtliche Analysen, die Darstellung aktueller Reformbestrebungen (inklusive neuer Studiengänge) und die Auswertung der empirischen Daten aus dem Projekt IKO in Augsburger Kindertagesstätten.
Die zentralen Begriffe sind Erzieherausbildung, Elementarpädagogik, Professionalisierung, Akademisierung, Reformbedarf, Kindertagesstätte und frühkindliche Bildung.
Die befragten Expertinnen kritisieren, dass die Ausbildung teilweise zu wenig auf moderne Herausforderungen wie Interkulturalität, professionelle Elternarbeit und komplexe Krisenintervention vorbereitet, und plädieren für eine höhere Fachlichkeit.
Die Leitungskräfte betonen, dass der Erzieheralltag zunehmend durch komplexe soziale Probleme (Armut, Trennungen, sprachliche Barrieren) geprägt ist, was Erzieherinnen faktisch in die Rolle von Krisenmanagern drängt, auf die sie in der aktuellen Ausbildung unzureichend vorbereitet werden.
Der Autor argumentiert, dass Deutschland international den Anschluss verliert. Da der Elementarbereich das Fundament für alle weiteren Bildungserfolge legt, sei eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung an Hochschulen oder Fachhochschulen notwendig, um die Qualität der Erziehungsarbeit zu sichern.
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