Magisterarbeit, 2004
91 Seiten, Note: 2,5
1 EINLEITUNG: DAS ATTENTAT VON BAMBERG – ABLAUF UND THEMATISIERUNG IN DER FORSCHUNG
1.1 ABLAUF
1.2 FORSCHUNGSÜBERBLICK
1.3 DIE FRAGESTELLUNG
2 QUELLENKRITIK
2.1 ARNOLD VON LÜBECK
2.1.1 Zur Person
2.1.2 Zum Werk
2.2 OTTO VON SANKT BLASIEN
2.2.1 Zur Person
2.2.2 Zum Werk
2.3 DIE MARBACHER ANNALEN (ANNALES MARBACENSES)
2.4 DIE REINHARDSBRUNNER CHRONIK (CRONICA REINHARDSBRUNNENSIS)
2.4.1 Allgemeines zur Chronik
2.4.2 Die ‚Historien‘
2.4.3 Zum Autor der ‚Historien‘
2.5 BURCHARD VON URSPERG
2.5.1 Zur Person
2.5.2 Zum Werk
2.6 CAESARIUS VON HEISTERBACH
2.6.1 Zur Person
2.6.2 Zum Werk
2.7 HUGO (HUGOLINUS) GRAF VON SEGNI (SPÄTER PAPST GREGOR IX.)
2.7.1 Zur Person
2.7.2 Zur Quelle
2.8 HERMANN VON ALTAICH
2.8.1 Zur Person
2.8.2 Zum Werk
2.9 EINE PROSKRIPTIONSLISTE OTTOS IV.
2.10 DIE KÖLNER KÖNIGSCHRONIK (CHRONICA REGIA COLONIENSIS)
2.11 AVENTINUS (JOHANNES TURMAIR)
2.11.1 Zur Person
2.11.2 Zum Werk
2.12 BRAUNSCHWEIGISCHE REIMCHRONIK
2.13 WALTHER VON DER VOGELWEIDE
2.13.1 Zur Person
2.13.2 Zum Werk
3 DER KÖNIGSMÖRDER OTTO VON WITTELSBACH – SEINE MOTIVE ALS ANSATZ DER KLASSISCHEN FORSCHUNG
3.1 DIE STAUFISCHE HEIRATSPOLITIK UNTER PHILIPP
3.2 DAS ERSTE MOTIV: DIE AUFLÖSUNG DER VERLOBUNG
3.3 DAS ZWEITE MOTIV: EIN EMPFEHLUNGSSCHREIBEN
4 DER KÖNIGSMORD ALS STAATSSTREICH: DIE THESEN HUCKERS
4.1 DIE BEGLEITUNG DES MÖRDERS
4.1.1 Burchard von Ursperg
4.1.2 Hugo von Ostia
4.2 BELEGE FÜR EINE VERSCHWÖRUNG BZW. MITWISSERSCHAFT DER ANDECHS-MERANIER
4.2.1 Die Marbacher Annalen
4.2.2 Otto von St. Blasien
4.2.3 Hermann von Altaich
4.2.4 Arnold von Lübeck
4.2.5 Eine Proskriptionsliste Ottos IV.
4.3 BISCHOF EKBERT VON BAMBERG
4.3.1 Das Verhältnis zwischen Philipp und Ekbert
4.3.2 Das Bamberger Lehen
4.3.3 Der Prozess. Die Rollen von Innozenz III. und Otto von Braunschweig
4.3.3.1 Der Akkusationsprozess
4.3.3.2 Der Inquisitionsprozess
4.4 HEINRICH VON ISTRIEN
4.4.1 Das persönliche Verhältnis zwischen Heinrich und Philipp
4.4.2 Die Eroberung der Stadt Zara
4.4.2.1 Die venezianischen Interessen
4.4.2.2 Die Rolle Bonifaz‘ von Montferrat und die Interessen Philipps
4.4.2.3 Die Tangierung der andechs-meranischen Interessen durch den Kreuzzug
4.4.3 Die Verurteilung Heinrichs und sein langer Kampf um Rehabilitierung
4.5 LANDGRAF HERMANN VON THÜRINGEN
4.5.1 Das Verhältnis Hermanns von Thüringen zu König Philipp
4.5.2 Hatte Hermann den Plan, Philipp zu beseitigen?
5 WER SOLLTE NACHFOLGER PHILIPPS WERDEN?
5.1 DIE ROLLEN KÖNIG PHILIPPS II. AUGUST VON FRANKREICH UND HERZOG HEINRICHS VON BRABANT
5.2 DAS SCHEITERN
6 DER MORD AN KÖNIG PHILIPP VON SCHWABEN – PRIVATRACHE ODER WIRKLICH STAATSSTREICH?
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht das Attentat auf den staufischen König Philipp von Schwaben im Jahr 1208. Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zwischen der klassischen Privatrache-Theorie und der von Bernd Ulrich Hucker aufgestellten Staatsstreichtheorie zu analysieren, indem die Quellenlage kritisch geprüft und die Hintergründe der beteiligten Akteure beleuchtet werden.
3.3 Das zweite Motiv: Ein Empfehlungsschreiben
Ein zweites Motiv Ottos finden wir nur bei Arnold von Lübeck erwähnt. Demnach warb Otto um die Hand der Tochter des Herzogs Heinrich von Schlesien und dessen Gemahlin Hedwig aus dem Hause der Andechs-Meranier. Die Verlobung fand tatsächlich statt und der Pfalzgraf bat Philipp um ein Empfehlungsschreiben. Philipp jedoch warnte in dem Schreiben vor Ottos Wildheit. Otto habe es entdeckt und so vergrößerte sich sein Hass auf den König.
1 EINLEITUNG: DAS ATTENTAT VON BAMBERG – ABLAUF UND THEMATISIERUNG IN DER FORSCHUNG: Darstellung des Tathergangs im Jahr 1208 und Einordnung in den Forschungsdiskurs um Privatrache oder Staatsstreich.
2 QUELLENKRITIK: Umfassende Analyse der zeitgenössischen Quellen, ihrer Verlässlichkeit und ihrer politischen Parteinahme im Hinblick auf die Mordthematik.
3 DER KÖNIGSMÖRDER OTTO VON WITTELSBACH – SEINE MOTIVE ALS ANSATZ DER KLASSISCHEN FORSCHUNG: Untersuchung der traditionellen Motive, insbesondere der annullierten Verlobung als auslösendes Ereignis für die Tat.
4 DER KÖNIGSMORD ALS STAATSSTREICH: DIE THESEN HUCKERS: Kritische Überprüfung der Verschwörungsthese unter Einbeziehung potenzieller Akteure wie Ekbert von Bamberg, Heinrich von Istrien und Hermann von Thüringen.
5 WER SOLLTE NACHFOLGER PHILIPPS WERDEN?: Analyse der politischen Bemühungen, insbesondere durch den französischen König, einen Gegenpol zu Otto von Braunschweig zu etablieren.
6 DER MORD AN KÖNIG PHILIPP VON SCHWABEN – PRIVATRACHE ODER WIRKLICH STAATSSTREICH?: Bilanzierende Schlussbetrachtung, die zu dem Ergebnis kommt, dass eine endgültige Klärung der wahren Hintergründe offen bleibt.
Philipp von Schwaben, Otto von Wittelsbach, Königsmord, Bamberg, Staatsstreich, Privatrache, Bernd Ulrich Hucker, Andechs-Meranier, Thronstreit, Staufer, Otto IV., Innozenz III., Quellenkritik, Mittelalter, Landgraf Hermann von Thüringen.
Die Arbeit befasst sich mit der Ermordung König Philipps von Schwaben im Jahr 1208 und der wissenschaftlichen Frage, ob es sich dabei um eine private Rachehandlung oder einen geplanten Staatsstreich handelte.
Es behandelt die Quellenkritik mittelalterlicher Chroniken, die Untersuchung individueller Motive des Mörders, die Prüfung von Verschwörungstheorien und die politische Dynamik des deutschen Thronstreits.
Das Hauptziel ist es, die Thesen von Bernd Ulrich Hucker einer quellenkritischen Überprüfung zu unterziehen und zu bewerten, inwieweit diese die klassische Forschung zur Mordthematik sinnvoll ergänzen oder widerlegen.
Der Autor nutzt eine personenorientierte, quellenkritische Methode, bei der zeitgenössische Berichte analysiert, deren Glaubwürdigkeit abgewogen und die politischen Hintergründe der Akteure beleuchtet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Quellenanalyse, die Untersuchung von Motiven (insbesondere Heirats- und Machtpolitik) sowie eine intensive Prüfung der Beteiligung verschiedener Reichsfürsten an einer möglichen Verschwörung.
Wichtige Begriffe sind: Königsmord, Philipp von Schwaben, Staatsstreich, Privatrache, Otto von Wittelsbach, Andechs-Meranier und Thronstreit.
Es dient als eines der zentralen potenziellen Motive für eine mögliche Mitschuld von Bischof Ekbert von Bamberg, da Hucker vermutet, dass wirtschaftliche Interessen am Kirchenlehen die Andechser zu einer Verschwörung bewogen haben könnten.
Der Dichter wird als Quelle herangezogen, insbesondere sein „Spießbratenspruch“, der als Indiz für die Feindschaft Hermanns von Thüringen gegenüber dem König interpretiert wird.
Der Autor analysiert dies, um aufzuzeigen, wie Innozenz III. versuchte, die Klärung der Schuldfrage politisch zu steuern und das Ansehen des Kaisers zu schützen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Staatsstreichthese nicht vollständig beweisbar ist und die Ermordung Philipps vermutlich eher als Racheakt eines Einzeltäters einzustufen bleibt, auch wenn die politischen Hintergründe und Netzwerke komplex waren.
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