Ausarbeitung, 2005
20 Seiten
1. Einführung
2. Das Unbewusste aus der Sicht von Sigmund Freud
3. Das Unbewusste aus der Sicht von Carl Gustav Jung
4. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht von Jan Assmann
5. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht von Erik Hornung
6. Schamanismus und die altägyptischen Seelenvorstellungen
7. Schamanismus und außerkörperliche Erfahrungen
8. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht des Schamanismus
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herkunft des in der altägyptischen Jenseitsliteratur verarbeiteten Wissens und hinterfragt, ob schamanische Praktiken und transzendente Erfahrungen eine zentrale Rolle in der Entstehung dieser religiösen Schriften spielten, anstatt diese lediglich als rein psychologische Projektionen aus dem Unbewussten zu betrachten.
6. Schamanismus und die altägyptischen Seelenvorstellungen
Schamanismus ist keine Religion und kein Glaubenssystem, sondern eine Welterfahrung und Weltsicht. „Schamanen aller Völker erforschen die Gesetze einer hinter der sichtbaren Welt liegenden Urformenwelt“, indem sie sich „mit der menschlichen Verfangenheit in Ichstrukturen auseinandersetzen und die Befreiung aus der gewohnten Daseinskonstruktion und den bekannten Naturgesetzen und der Materie anstreben“.
Der Schamanismus geht von der Existenz eines universellen Gleichgewichts aus, einer Harmonie, die aufrechterhalten werden muss. Alles, was ist, ist beseelt und mit allem Sichtbaren und Nichtsichtbaren verwoben. Das Universum als Ganzes ist heilig. Es gibt jenseitige Welten neben dem Diesseits, die durch eine axis mundis (Weltachse, Weltenbaum) miteinander verbunden sind und an der entlang der Schamane zwischen diesen Wirklichkeitsebenen hin und her wechselt.
Der Schamane ist ein Mittler zwischen den Welten der Menschen, Geister, Ahnen und Götter. Er sorgt für die Wiederherstellung der universellen Harmonie, wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zeichen dafür sind zum Beispiel das Ausbleiben des Jagderfolges, Missernten, Krankheiten oder Naturkatastrophen. Der Schamane begibt sich mit aktiver Unterstützung seiner Gemeinschaft auf Seelenreise. Er berichtet den Zuschauern das, was er erlebt und unterrichtet sie darüber, was getan werden muss, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Fragestellung nach der Herkunft des Wissens in der Jenseitsliteratur und führt die These ein, dass schamanische Erfahrungen hinter den Texten stehen könnten.
2. Das Unbewusste aus der Sicht von Sigmund Freud: Dieser Abschnitt erläutert Freuds Drei-Instanzen-Modell und seine Deutung von Träumen als Wunscherfüllungen verdrängter Triebe.
3. Das Unbewusste aus der Sicht von Carl Gustav Jung: Hier wird das Konzept des kollektiven Unbewussten und der Archetypen als Erklärungsmodell für transzendente Inhalte dargestellt.
4. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht von Jan Assmann: Das Kapitel analysiert Assmanns Interpretation der Jenseitsliteratur als Einweihungs- und Wissensliteratur, die stark von freudianischen Ansätzen beeinflusst ist.
5. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht von Erik Hornung: Hornungs Sichtweise, die sich auf C. G. Jung stützt, deutet die Texte als Hilfsmittel für den Verstorbenen und Ergebnis einer „Wissenschaft vom Jenseits“.
6. Schamanismus und die altägyptischen Seelenvorstellungen: Es wird definiert, dass Schamanismus eine Welterfahrung ist, und aufgezeigt, wie schamanische Techniken zur Bewusstseinserweiterung und Seelenreise im alten Ägypten präsent waren.
7. Schamanismus und außerkörperliche Erfahrungen: Dieser Teil diskutiert die Möglichkeiten von Einheitserfahrungen und deren neurologische Grundlagen im Kontext menschlicher Bewusstseinszustände.
8. Die Jenseitsliteratur aus der Sicht des Schamanismus: Das Kapitel führt die These aus, dass die Jenseitsliteratur auf Initiationserfahrungen beruht, die ursprünglich schamanisch waren und später von der Elite okkupiert wurden.
9. Fazit: Die Zusammenfassung fordert dazu auf, schamanische Weltbilder als Basis für die ägyptologische Interpretation der Jenseitsliteratur anzuerkennen.
Jenseitsliteratur, Altägypten, Schamanismus, kollektives Unbewusstes, Tiefenpsychologie, Seelenreise, Initiation, Bewusstseinserweiterung, Einheitserfahrung, Ba, Ka, Maat, Unterweltsbücher, Transzendenz, Archetypen.
Die Arbeit befasst sich mit der Interpretation der altägyptischen Jenseitsliteratur und der Frage nach dem Ursprung des darin enthaltenen Wissens über den Tod und das Jenseits.
Die zentralen Themen umfassen die Tiefenpsychologie (Freud und Jung), den Schamanismus, altägyptische Seelenvorstellungen wie den Ba und Ka sowie neurologische Ansätze zu mystischen Einheitserfahrungen.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu belegen, dass die altägyptische Jenseitsliteratur ihren Ursprung in schamanischen Initiationserfahrungen hat, die über Jahrhunderte von Priestern in eine institutionalisierte Form überführt wurden.
Die Autorin kombiniert ägyptologische Texte, psychologische Theorien und ethnologische Schamanismusforschung, um eine neue Sichtweise auf das altägyptische Totenwissen zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse der psychologischen Deutungen (Assmann/Hornung) und eine fundierte Darstellung schamanischer Praktiken und deren Entsprechungen in den ägyptischen Mythen und Ritualen.
Besonders prägend sind die Begriffe Schamanismus, Jenseitsliteratur, kollektives Unbewusstes und Bewusstseinserweiterung.
Der Ba symbolisiert für die Autorin den außerkörperlichen, transzendenten Bewusstseinszustand, der es dem Schamanen ermöglicht, auf Seelenreise zu gehen und Wissen aus anderen Wirklichkeitsebenen mitzubringen.
Sie argumentiert, dass das Wissen, das ursprünglich Schamanen zugänglich war, im frühen Alten Reich vom Königtum okkupiert wurde und im Laufe der Zeit in eine geordnete, institutionalisierte Literatur für die Elite überging.
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