Diplomarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung in das Thema
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Kleine und mittelständische Unternehmen
2.1 Definition / Abgrenzung
2.2 Stellung von KMU in Deutschland
3 Die Veränderungen in der Bankenlandschaft
3.1 Bankbetriebliche Risiken
3.2 Entwicklungen im Bankenaufsichtsrecht
3.3 Basel II und seine Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess
3.3.1 Die Anforderungen von Basel II
3.3.2 Rating im Rahmen von Basel II
3.3.3 Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK)
3.3.4 Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess
4 Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung
4.1 Aktuelle Finanzierungssituation kleiner- und mittelständischer Unternehmen
4.2 Einfluss bankbetrieblicher Veränderungen auf KMU
4.3 Ausgesuchte Finanzierungsalternativen
4.3.1 Beteiligungsfinanzierung
4.3.2 Mezzanine-Kapital
4.3.3 Leasing
5 Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvereinbarung „Basel II“ auf den Kreditgewährungsprozess der Banken und die daraus resultierenden Folgen für die Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland.
1.1 Problemstellung
Basel II – Biographie eines Schreckgespenstes? Das Stichwort „Basel II“ wurde in den letzten Jahren zunehmend ein Synonym für härtere Bedingungen für Kredit suchende Unternehmen. Manche Experten bezeichnen das Regelwerk als „Katastrophe“, Wirtschaftstreibende fürchten gar ein „Massensterben“ der Betriebe, während Politik, Bankvertreter aber auch Verbraucherschützer in der höheren Transparenz der Kreditvergabe Vorteile sehen. Mit Basel II stehen den Kreditinstituten weit reichende Veränderungen ins Haus. Die in den Mindestanforderungen für das Kreditgeschäft (MaK) relativ grob gefassten Risikoklassifizierungsverfahren werden durch die im Juni 2004 verabschiedeten Regeln nach Basel II deutlich konkreter gefasst. Besonders hinsichtlich des Kreditgewährungsprozesses ergeben sich maßgebliche Änderungen.
Während eine Entscheidung zur Kreditvergabe traditionell hauptsächlich von der Höhe des Obligos abhing, ist nun das mit der Vergabe verbundene Kreditrisiko ausschlaggebend. Die strikte Differenzierung zwischen den Bereichen Markt und Marktfolge machen es zwingend erforderlich im Rahmen eines risikorelevanten Geschäftes zwei Voten einzuholen. Es erfolgt demnach eine klare Aufteilung der Kompetenzen. Nach Basel II soll die Eigenkapitalunterlegung der Kreditinstitute Risiko orientiert erfolgen, d. h. je höher das Ausfallrisiko eines Kredits, desto mehr Eigenkapital ist dafür vorzuhalten. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe sind von dem Regelwerk und den damit verbundenen Änderungen bei der Kreditvergabe betroffen. Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von durchschnittlich 7,5 % (bei deutschen mittelständischen Kapitalgesellschaften in Höhe von 16,0 %) verfügt der deutsche Mittelstand über eine relativ dünne Eigenkapitalausstattung. Im Euro-Raum-Durchschnitt liegt diese Quote zum Vergleich bei 35,0 %. Dies ist in sofern bedeutsam, da die Neuregelungen der Eigenkapitalvorschriften im Zuge von Basel II die Finanzierungskonditionen des Mittelstandes nachhaltig verschlechtern könnten.
1 Einführung in das Thema: Hier wird das Problemfeld von Basel II und dessen Einfluss auf die Kreditvergabe sowie die Zielsetzung der Arbeit erläutert.
2 Kleine und mittelständische Unternehmen: Das Kapitel definiert den Mittelstand und analysiert dessen volkswirtschaftliche Bedeutung in Deutschland.
3 Die Veränderungen in der Bankenlandschaft: Dieses zentrale Kapitel behandelt die bankbetrieblichen Risiken, die Entwicklung des Aufsichtsrechts und die konkreten Mechanismen von Basel II sowie der MaK.
4 Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung: Hier werden die Konsequenzen der neuen Bankenvorgaben für den Mittelstand sowie alternative Finanzierungsansätze diskutiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen vorsichtigen Ausblick auf die künftige Entwicklung.
Basel II, Kreditgewährungsprozess, Mittelstand, KMU, Rating, Eigenkapitalunterlegung, MaK, Risikomanagement, Kreditrisiko, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalquote, Bankenaufsicht, Bonitätsbeurteilung, Finanzierungsalternativen, Mezzanine-Kapital.
Die Arbeit analysiert, wie die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) die Bankenlandschaft und deren Kreditvergabeprozesse verändert und welche Auswirkungen dies auf die Finanzierung von KMU hat.
Die Schwerpunkte liegen auf den Anforderungen von Basel II, der Rolle von Ratings, der Umsetzung der Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) und der Frage nach Finanzierungsalternativen für den Mittelstand.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch Basel II die Bedingungen in der Bankenlandschaft verändert haben und wie sich diese Veränderungen konkret auf die Finanzierung des Mittelstandes auswirken.
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der regulatorischen Vorgaben von Basel II und der MaK, ergänzt durch eine Untersuchung der Finanzierungssituation von KMU.
Im Hauptteil werden die bankbetrieblichen Risiken, das Aufsichtsrecht, das Drei-Säulen-Modell von Basel II sowie die Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess detailliert beleuchtet.
Basel II, Rating, Mittelstand, Eigenkapitalunterlegung, Kreditrisiko und alternative Finanzierungsformen wie Mezzanine-Kapital oder Leasing.
Der Standardansatz nutzt externe Ratings, während der IRB-Ansatz bankinterne Modelle verwendet, um die Risiken differenzierter zu berechnen, was mit höherem organisatorischen Aufwand verbunden ist.
Das zentrale Kriterium ist die Bonitätsbeurteilung des Kreditnehmers, die sich in einem Rating ausdrückt; je schlechter das Rating, desto höher ist das Ausfallrisiko und damit der Zinssatz.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Kredite für kleine Unternehmen diesem Segment zugeordnet werden, was aufgrund diversifizierter Portfolios zu einer geringeren Eigenkapitalunterlegung und potenziell besseren Konditionen führen kann.
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