Diplomarbeit, 2005
133 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung
2 Zum Phänomen der Lernbehinderung
2.1 Jugendliche mit Lernbehinderungen
2.2 Der Begriff der Behinderung allgemein
2.3 Lernbehinderung in Kontext der ICID
2.4 Lernbehinderung - (r)eine Definitionssache
2.4.1 Medizinisch-organische und personenbezogene Betrachtungsweisen
2.4.2 Soziologische Ansätze
2.4.3 Pädagogisch-Psychologische Ansätze
2.4.4 Systemorientierte Ansätze
2.4.5 Multidimensionale Ansätze
2.5 Lernbehinderung und „Persongenese“ nach Kanter
2.6 Lernbehinderung, Lernstörung, Verhaltensstörung - die drei Teilgruppen von Lernbehinderungen nach Kanter
2.7 Merkmale und Erscheinungsformen einer Lernbehinderung
2.8 Ursachen die eine Lernbehinderung bedingen können
2.8.1 Das Konzept der bio-sozialen Interaktion und Kumulation
2.8.2 Wesentliche Faktorengruppen die eine Lernbehinderung verursachen
2.9 Abgrenzung des Begriffs zu anderen Erscheinungsformen
2.9.1 Lernbehinderung und Verhaltensstörung
2.9.2 Lernbehinderung im Kontext einer Mehrfachbehinderung
2.9.3 Abgrenzung zu anderen Behinderungsformen
3 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher
3.1 Berufliche Rehabilitation und Ersteingliederung
3.1.1 Grundsätze beruflicher Rehabilitation
3.1.2 Die berufliche Ersteingliederung junger Menschen mit Behinderungen
3.1.3 Jugendliche mit Lernbehinderungen im Rahmen beruflicher Rehabilitation
3.2 Zur Berufswahlsituation von Jugendlichen mit Lernbehinderungen
3.3 Der Prozess beruflicher Entscheidungsfindung
3.4 Berufs- und Ausbildungsvorbereitende Bildungsmaßnahmen als Chance beruflicher Ersteingliederung
3.5 Personenkreismerkmale und allgemeiner Förderbedarf lern- und mehrfachbehinderter Jugendlicher
3.6 Die Relevanz beruflicher Schlüsselqualifikationen für die Berufsvorbereitung
3.7 Recht auf Hilfeleistung, Anerkennung als Schwerbehinderter und Möglichkeiten einer Berufsvorbereitung
4 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher im Rahmen neuer Förderstrukturen
4.1 Das neue Fachkonzept für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit
4.1.1 Ziele, Zielgruppen und Förderdauer
4.1.2 Eckpunkte und Neuerungen
4.2 Qualifizierungsebenen als Angebotsstruktur und Inhalt der neuen Förderstruktur
4.2.1 Die Eignungsanalyse
4.2.2 Die Grundstufe
4.2.3 Die Förderstufe
4.2.4 Die Übergangsqualifizierung
4.3 Förder- und Qualifizierungssequenzen, Qualifizierungsbausteine und Schlüsselkompetenzen
4.4 Bildungsbegleitung und Qualifizierungsplanung
4.5 Berücksichtigung des besonderen Förderbedarfs von jungen Menschen mit Behinderungen - Anlage 4
5 Berufsvorbereitung im Berufsbildungswerk
5.1 Grundlegende Kennzeichen von Berufsbildungswerken
5.2 Ganzheitliche Rehabilitation als Auftrag der Berufsbildungswerke
5.3 Anforderungen an eine Berufsvorbereitung im Berufsbildungswerk
5.3.1 Der Lernort Berufsbildungswerk als wesentliche Voraussetzung beruflicher und gesellschaftlicher Rehabilitation
5.3.2 Das Berufsbildungswerk als sozialer Lernort
5.3.3 Das Berufsbildungswerk als Ort der Bindungs- und Beziehungsgestaltung
5.4 Pädagogik als grundlegendes Arbeitsprinzip der Rehabilitation lernbehinderter Jugendlicher im BBW
5.5 Berufsbildungswerke und deren Unterstützungs- und Leistungsangebote im Rahmen der Berufsvorbereitung - dargestellt am BBW Dürrlauingen
5.5.1 Werkstätten der Berufsvorbereitung
5.5.2 Internatserziehung als wesentlicher Beitrag beruflicher und gesellschaftlicher Rehabilitation
5.5.3 Differenzierte Wohngruppen und Externenbetreuung
5.5.4 Lernförderung
5.5.5 Freizeitgestaltung
5.5.6 Elternarbeit
5.5.7 Förderplanung
5.5.8 Die Förderberufsschule
5.5.9 Fachdienste und Bildungsbegleitung
5.6 Fachkompetenz der Ausbilder
5.7 Pädagogische Begleitung und Betreuung
5.8 Bereichsübergreifende Disziplinen als Garant für eine ganzheitliche Rehabilitation innerhalb der Berufsvorbereitung
6 Konkrete Auswirkungen der rehaspezifischen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) auf den Maßnahmejahrgang 2004/2005 des BBW Dürrlauingen
6.1 Ausgangsituation und Ablauf der rehaspezifischen BvB im Berufsbildungswerk Dürrlauingen
6.2 Grundlegende Fragestellungen der Untersuchung
6.2.1 Beschreibung der Fragebogen
6.2.2 Befragungszeitraum
6.2 Befragungssituation
6.2.4 Vorgehensweise bei der Auswertung der unterschiedlichen Daten
6.3 Auswertung der Befragungsergebnisse
6.3.1 Auswirkungen auf das Arbeits- und Sozialverhalten der Rehabilitanden
6.3.1.1 Befragungsergebnisse der Ausbilder
6.3.1.2 Befragungsergebnisse der Rehabilitanden
6.3.1.3 Gegenüberstellung der Bewertungsergebnisse
6.3.2 Auswirkungen der BvB auf Ausbildungsreife, Berufswünsche und Berufswahlverhalten der Rehabilitanden
6.3.2.1 Erreichen der Ausbildungsreife im Kontext der verkürzten Maßnahmedauer
6.3.2.2 Berufswünsche und Berufswahlverhalten der Rehabilitanden
6.3.3 Besondere Stärken und Schwierigkeiten in der täglichen Arbeit mit den Rehabilitanden
6.3.3.1 Besondere Stärken der Jugendlichen
6.3.3.2 Besondere Schwierigkeiten der Jugendlichen
6.3.4 Benennung zusätzlicher Förderangebote
6.3.5 Beurteilung des Lehrgangs durch die Rehabilitanden
6.3.5.1 Bewertung einzelner Lehrgangsphasen- und Elemente
6.3.5.2 Positive und negative Aspekte der Maßnahme aus Sicht der Rehabilitanden
6.3.5.3 Wünsche und Anregungen der Rehabilitanden
6.4 Zusammenfassung und Interpretation der Befragungsergebnisse
Die Diplomarbeit untersucht, welche Unterstützungsangebote ein Berufsbildungswerk lernbehinderten Jugendlichen im Kontext der neuen rehaspezifischen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) bietet und wie sich diese Fördereffekte auf die Berufswahl sowie das Arbeits- und Sozialverhalten der Jugendlichen auswirken.
2.1 Jugendliche mit Lernbehinderungen
Lernbehinderungen sind die am häufigsten vorkommende Behinderungsart und gleichzeitig eine der unklarsten. Während anderen behinderten Menschen in der Öffentlichkeit eher Wohlwollen und Verständnis entgegengebracht werden, begegnen gerade junge Menschen mit einer Lernbehinderung häufig vielen Vorurteilen - „sie seien selbst schuld an ihren Schwierigkeiten“, „sie seien dumm, frech und asozial“ - sie „wollten“ einfach nicht. Als ursächlich für derartige Stigmatisierungen im Gegensatz zu anderen Behinderungsarten ist dabei wohl die Tatsache zu betrachten, dass bei Lernbehinderungen keine äußeren Merkmale sichtbar auf die Beeinträchtigung hinweisen.
Bei einer Lernbehinderung sind vielfach nicht nur die kognitive oder Denkleistung (vgl. 2.6, siehe auch 3.5) gestört sondern auch das Verhalten und die Einstellung des Betroffenen: Jugendliche mit Lernbehinderungen reagieren oft spontan oder aus ihren unmittelbaren emotionalen Bedürfnissen heraus und stoßen damit ihre Umwelt vor den Kopf. Ihre mitunter „langsame und behäbige Art kann auch auf manche, nicht nur ungeduldige Mitmenschen, provozierend wirken“ (FZI 2004, S. 11). Obgleich für lernbehinderte Jugendliche viele Informationen fremd, unklar oder verwirrend sind, ziehen sie sich oftmals verunsichert zurück oder versuchen, „Informationen irgendwie zu deuten: ‚Man hört was man hören will’“ (ebd., S. 11), anstatt nachzufragen und die Situation zu klären.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Berufs für die gesellschaftliche Teilhabe und führt in die Thematik der Berufsvorbereitung für Jugendliche mit Lernbehinderungen ein.
2 Zum Phänomen der Lernbehinderung: Dieses Kapitel definiert und diskutiert den komplexen Begriff der Lernbehinderung aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und erläutert Ursachen sowie Merkmale.
3 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher: Hier werden die Grundlagen der beruflichen Rehabilitation, die Situation der Berufswahl und die Relevanz von Schlüsselqualifikationen für betroffene Jugendliche erörtert.
4 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher im Rahmen neuer Förderstrukturen: Dieses Kapitel beschreibt das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit und die damit verbundenen Qualifizierungsebenen und Förderinstrumente.
5 Berufsvorbereitung im Berufsbildungswerk: Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen Rehabilitation durch das Berufsbildungswerk als sozialer Lernort, dargestellt am Beispiel Dürrlauingen.
6 Konkrete Auswirkungen der rehaspezifischen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) auf den Maßnahmejahrgang 2004/2005 des BBW Dürrlauingen: Das Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und Ergebnisse der durchgeführten Befragung zur Wirksamkeit der BvB.
7 Schlussbetrachtungen und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Berufsvorbereitung sowie Empfehlungen für die Zukunft.
Lernbehinderung, Berufsvorbereitung, Berufsbildungswerk, BvB, berufliche Rehabilitation, Schlüsselqualifikationen, Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, Ausbildungsreife, Berufsfindung, pädagogische Förderung, Evaluation, Inklusion, Fördereffekte.
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) in Berufsbildungswerken für Jugendliche mit Lernbehinderungen.
Sie umfasst das Verständnis von Lernbehinderungen, die rechtlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen der beruflichen Rehabilitation sowie die konkrete pädagogische Arbeit in einem Berufsbildungswerk.
Ziel ist es zu untersuchen, welche Unterstützungsangebote geboten werden und wie diese die Berufswahl, das Arbeitsverhalten und das Sozialverhalten der Rehabilitanden beeinflussen.
Die Autorin führt eine empirische Untersuchung mittels Fragebögen durch, die sowohl an die Rehabilitanden als auch an deren Ausbilder gerichtet sind, um quantitative und qualitative Daten zur Maßnahme zu erheben.
Im Zentrum steht das "neue Fachkonzept" der Bundesagentur für Arbeit, dessen Umsetzung im Berufsbildungswerk Dürrlauingen sowie die detaillierte Auswertung der Befragungsergebnisse zu Stärken, Schwächen und Verbesserungen der Teilnehmer.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Berufliche Rehabilitation", "Schlüsselqualifikationen", "Berufsbildungswerk (BBW)", "Förderplanung" und "Ausbildungsreife".
Die Ausbilder und die Autorin sehen in der Kürzung des Zeitraums eine Gefahr für den Erfolg, da viele Jugendliche aufgrund ihrer Defizite mehr Zeit zum "Reifen" benötigen, als das neue Konzept vorsieht.
Sie wird als essenzieller Teil des "trialen Systems" (Arbeit, Schule, Wohnen) angesehen, der soziale Trainingsfelder bietet und Stabilität vermittelt, um Jugendliche in ihrer Identitätsbildung zu unterstützen.
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