Magisterarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Bild, Schrift und Sprache – eine Systematik
2.1 Zeichenbegriff und Semiotik
2.2 Zeichenmodelle
2.2.1 Ferdinand de Saussure
2.2.2 Charles Sanders Peirce
2.3 Das semiotische Dreieck
2.4 Schrift und Sprache als Zeichensystem
2.5 Bild als Zeichensystem
2.6 Wandel des Zeichenprozesses durch Technisierung und Medien
3 Einfluss der medientechnischen Entwicklungen auf Bild, Schrift und Sprache
3.1 Medientechnische Entwicklungen
3.2 Auswirkungen auf Bild, Schrift und Sprache durch alte und neue Medien
4 Entwicklung von Gestaltungselementen und Berichtmustern der Tageszeitung
4.1 Entwicklung
4.2 Trends
4.3 Onlinezeitung
4.4 Darstellungsformen in der Print- und Onlinezeitung
4.4.1 Textsorten der Printzeitung
4.4.2 Textsorten der Onlinezeitung
4.4.3 Bildliche Darstellungsmittel
5 Sprachwissenschaftliche Analyse
5.1 Forschungsmethodik
5.2 Sprechakttheorie
5.3 Textualitätsmerkmale zur Analyse der Textstruktur
5.4 Linguistische Textanalyse nach Brinker
5.4.1 Analyse des Textkontextes
5.4.1.1 Kommunikationsform
5.4.1.2 Handlungsbereich
5.4.2 Analyse der kommunikativen Textfunktion
5.4.2.1 Sprachliche Indikatoren
5.4.2.2 Nicht-sprachliche und kontextuelle Indikatoren
5.4.3 Analyse der Textstruktur
5.4.3.1 Grammatische Ebene
5.4.3.2 Thematische Ebene
6 Sprachwissenschaftliche Analyse – Die Welt, FAZ, SZ
6.1 Auswahl der Tageszeitungen
6.2 Untersuchungsgegenstand
6.3 Untersuchungszeitraum
6.4 Vorgehensweise der Analyse
6.5 Textinterne Ebene: Analyse der Textstruktur
6.5.1 Titelseiten der Erstausgaben im Vergleich
6.5.1.1 Gestaltung der Titelseiten
6.5.1.2 Nachricht und Kommentar
6.5.2 Titelseiten zum Mauerbau 1961 im Vergleich
6.5.2.1 Gestaltung der Titelseiten
6.5.2.2 Nachricht und Kommentar
6.5.3 Titelseiten zur Wiedervereinigung 1990 im Vergleich
6.5.3.1 Gestaltung der Titelseiten
6.5.3.2 Nachricht und Kommentar
6.5.4 Titelseiten der Printausgaben vom 13. Juni 2006 im Vergleich
6.5.4.1 Gestaltung der Titelseiten
6.5.5 Vergleich von Print- und Onlinezeitung am Beispiel der Welt
7 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachwissenschaftlichen Wandel von Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen unter dem Einfluss medientechnischer Entwicklungen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Darstellung von Nachrichten und Kommentaren in der historischen Entwicklung und im Vergleich zwischen traditionellen Printmedien und modernen Online-Hypertextstrukturen verändert hat.
2.1 Zeichenbegriff und Semiotik
„Zeichen bestimmen unser Leben. Dies gilt nicht nur für die sprachlichen Zeichen. Wir sind umgeben von Zeichen, wir umgeben uns mit Zeichen und meist ist uns dies nicht bewußt.“ Diese Feststellung Kellers drückt in kurzen Worten aus, welche Rolle Zeichen im alltäglichen Leben einnehmen.
Zeichen sind Stellvertreter, die auf etwas anderes verweisen und nicht nur für sich stehen. Ihre Relation zu anderen Elementen ist existent und wird im Zeichenprozess erst begründet. Sie sind die Grundelemente einer allgemeinen Zeichentheorie, der Semiotik. Im Alltagsverständnis ist das Zeichen ein bestimmtes wahrnehmbares Produkt (z. B. Verkehrszeichen), denen eine konventionelle Bedeutung zukommt. Die Beschäftigung mit Zeichen geht aber weit über diese Vorstellung hinaus, da alles als ein potentielles Zeichen behandelt werden kann. Einerseits unterscheidet die Semiotik zwischen natürlichen Zeichen, die in einer kausalen Beziehung zum Bezeichnetem (z. B. Rauch als ein Zeichen für Feuer) stehen, andererseits zwischen künstlichen Zeichen, die auf einer Vereinbarung beruhen (z. B. Symbole). Natürliche Zeichen setzen Zeichenbenutzer oftmals nicht bewusst ein, da sie sich aus außersprachlichen Handlungen ergeben und daher nicht als reine Zeichen erkennbar sind.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Medienwandels ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der sprachwissenschaftlichen Veränderung von Bild, Schrift und Sprache in Zeitungen.
2 Bild, Schrift und Sprache – eine Systematik: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Zeichensysteme und beleuchtet den Wandel der Zeichenprozesse durch Technisierung.
3 Einfluss der medientechnischen Entwicklungen auf Bild, Schrift und Sprache: Hier werden technische Entwicklungen wie Buchdruck, Fotografie und Computer hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Kommunikation untersucht.
4 Entwicklung von Gestaltungselementen und Berichtmustern der Tageszeitung: Das Kapitel betrachtet die historische Entwicklung des Zeitungsdesigns und der Nachrichtengestaltung von 1945 bis zur Online-Ära.
5 Sprachwissenschaftliche Analyse: Es werden die linguistischen Forschungsmethoden nach Brinker sowie die Sprechakttheorie etabliert, um eine wissenschaftliche Basis für die Analyse zu schaffen.
6 Sprachwissenschaftliche Analyse – Die Welt, FAZ, SZ: Dieser Hauptteil führt die historische Analyse der drei Tageszeitungen anhand spezifischer Zeitabschnitte und Vergleichskriterien durch.
7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bestätigung der These, dass sich die Grenzziehungen zwischen den untersuchten Zeichensystemen durch neue Medien stetig verändern.
Semiotik, Zeichen, Medium, Tageszeitung, Printzeitung, Onlinezeitung, Sprachwandel, Textanalyse, Kommunikationsform, Textstruktur, Nachricht, Kommentar, Hypertext, Textdesign, Medientechnik.
Die Arbeit analysiert den sprachwissenschaftlichen Wandel von Bild, Schrift und Sprache innerhalb des Mediums Zeitung unter dem Einfluss der fortschreitenden Medientechnisierung.
Die Arbeit verknüpft Zeichentheorie, medientechnische Entwicklungsgeschichte und angewandte linguistische Textanalyse im Kontext der journalistischen Berichterstattung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Nachrichtengestaltung und Kommentar durch neue Medien und den technischen Fortschritt verändert haben und wie Text und Hypertext strukturell vergleichbar sind.
Die Arbeit verwendet primär die linguistische Textanalyse nach Brinker, ergänzt durch die Sprechakttheorie sowie eine historisch vergleichende Analyse von Tageszeitungen.
Im Hauptteil werden exemplarisch "Die Welt", "FAZ" und "SZ" in historischen Schnitten (Erstausgaben, Mauerbau, Wiedervereinigung, heutige Zeit) hinsichtlich ihrer Text- und Bildgestaltung analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Semiotik, Textdesign, modulare Informationsaufbereitung, Konvergenz von Bild und Text sowie der Übergang von linearer zu nicht-linearer Textstruktur.
Online-Medien lösen die klassische lineare Textstruktur zugunsten von nicht-linearen Hypertextstrukturen auf, bei denen Informationen durch Verlinkungen in Modulen portionierbar sind.
Ja, die Arbeit zeigt, dass "Die Welt" besonders stark auf visuelle Akzentuierung und modulares Design setzt, während die "FAZ" stärker an traditionelleren, schriftorientierten Layouts festhält.
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