Diplomarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
1.1. PROBLEMSTELLUNG
1.2. ABLAUF DER UNTERSUCHUNG
2. METROPOLE BERLIN
2.1. DEFINITION: METROPOLE
2.2. ANALYSE: METROPOLE - BERLIN
2.2.1. Berlin - Eine territorial abgrenzbare Region
2.2.2. Berlin – Einwohnerzahl und Ausdehnung
2.2.3. Berlin – Zentrum der Politik
2.2.3.1. Definition: Zentrum der Politik
2.2.3.2. Analyse: Berlin- Zentrum der Politik
2.2.3.3. Politische Einflüsse
2.2.3.4. Zwischenergebnis
2.2.4. Berlin – Zentrum der Wirtschaft
2.2.4.1. Definition: Wirtschaft
2.2.4.2. Analyse: Berlin – Zentrum der Wirtschaft
2.2.4.3. Wirtschaftlicher Einfluss
2.2.4.4. Zwischenergebnis
2.2.5. Berlin – Zentrum der Kultur
2.2.5.1. Definition: Zentrum der Kultur
2.2.5.2. Analyse: Berlin – Zentrum der Kultur
2.2.5.3. Kultureller Einfluss
2.2.5.4. Zwischenergebnis
2.3. ZUSAMMENFASSUNG
3. EINFLUSSFAKTOR MIGRATIONSGRUND
3.1. DEFINITION: MIGRATION, AUSWANDERUNG, EINWANDERUNG
3.2. EINWANDERUNGSGRÜNDE
3.2.1. Unfreiwillige Migration
3.2.1.1. Krieg
3.2.1.2. Vertreibung
3.2.1.3. Verschleppung
3.2.1.4. Hungersnot
3.2.1.5. Migration aus politischen Gründen
3.2.1.6. Geschlechtsspezifische Migration
3.2.2. Freiwillige Migration
3.2.2.1. Wirtschaftliche Gründe
3.2.2.2. Anwerbung
3.2.2.3. Familienzusammenführung
3.2.2.4. Kulturelle Gründe
3.3. AUSLÄNDER IM BUNDESGEBIET
3.4. AUSLÄNDER IN BERLIN
3.4.1. Anzahl und Herkunft
3.4.2. Innerstädtische Verteilung
3.5. ZUSAMMENFASSUNG
4. BERLIN: STADT DER PARALLELGESELLSCHAFTEN
4.1. INTEGRATION, MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT (MULTIKULTI) UND PARALLELGESELLSCHAFTEN
4.1.1. Integration
4.1.2. Multikulturelle Gesellschaft
4.1.2.1. Definition
4.1.2.2. Multikulturelle Gesellschaft in der Kritik
4.1.2.3. Definition
4.1.2.4. Parallelgesellschaften in der Kritik
4.2. MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT VS. PARALLELGESELLSCHAFTEN
4.3. BERLIN – STADT DER PARALLELGESELLSCHAFTEN
4.3.1. Analyse: Berlin - Stadt der Parallelgesellschaften
4.3.2. Zwischenergebnis
4.4. BERLIN – STADT MIT MULTIKULTURELLER GESELLSCHAFT
4.4.1. Subsumtion: Berlin - Stadt mit multikultureller Gesellschaft
4.4.2. „Ehrenmord“
4.4.2.1. Definition: „Ehrenmord“
4.4.2.2. Hatun Sürücü - Paradigma eines „Ehrenmordes“
4.4.2.3. Scharia: Ursache der „Ehrenmorde“?
4.4.3. Zwischenergebnis
4.5. ZUSAMMENFASSUNG
5. FAZIT
5.1. ZUSAMMENFASSUNG
5.2. ERKENNTNISSE
6. AUSSICHTEN
Die Arbeit untersucht die soziopolitische Situation Berlins hinsichtlich der Frage, ob es sich um eine multikulturelle Stadt oder eine Stadt der Parallelgesellschaften handelt. Ziel ist es, unter Einbeziehung des Migrationshintergrunds und spezifischer Konfliktfelder die Integrationsbedingungen der Stadt wissenschaftlich zu analysieren.
Hatun Sürücü - Paradigma eines „Ehrenmordes“
Hatun Sürücü lebte als Kind türkisch-kurdischer Eltern in Berlin-Kreuzberg. Mit Beginn der Pubertät und zunehmenden Konflikten im Elternhaus wurde sie von der deutschen Schule abgemeldet. Für die 15-Jährige wurde von der Familie eine Hochzeit in der Türkei „arrangiert“.
Was als Theorie im Abschnitt Geschlechtsspezifische Migration beschrieben wurde, ist für die junge Frau Realität geworden. Sie wurde, wie andere Kinder aus muslimischen Familien, die in westlichen Ländern aufgewachsen sind, durch die Zwangsehe mit einem Partner aus dem Herkunftsland, in diesem Fall mit einem Cousin, diszipliniert und auf die Werte des eigenen Kulturkreises verwiesen.
Nach Eheproblemen kehrte die schwangere 17-jährige Hatun nach Berlin zurück und lebte bei ihren Eltern, wo auch ihr Sohn geboren wurde. Wie einer ihrer Brüder der türkischen Zeitung „Zaman“ erklärte, legte sie zu dieser Zeit auch das Kopftuch ab und begann, mit Mutter, Vater sowie mit den Geschwistern zu streiten. Sie fühlte sich unter Druck und rief sogar die Polizei zur Hilfe.
Um weiteren Konfrontationen auszuweichen, ging sie in ein Mutter-Kind Heim. Die Familie hielt weiterhin Kontakt und bot ihr die Rückkehr in die Familie an. Die junge Frau verweigerte dies, für die Familie lebte sie wie eine Fremde, baute sich einen neuen Freundeskreis auf und suchte ihre Partner selbst aus. Dies führte dazu, dass der Kontakt zur Familie ganz abbrach. Noch im Mutter-Kind-Heim machte Hatun ihren Hauptschulabschluss nach und absolvierte später erfolgreich eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin.
1. EINLEITUNG: Darstellung der aktuellen Debatte um Integration und Parallelgesellschaften in Berlin, motiviert durch mediale Berichterstattung über Gewaltvorkommnisse.
2. METROPOLE BERLIN: Theoretische Bestimmung des Metropolen-Begriffs und Analyse von Berlin hinsichtlich seiner Funktionen als Politik-, Wirtschafts- und Kulturzentrum.
3. EINFLUSSFAKTOR MIGRATIONSGRUND: Definition von Migrationsformen sowie Untersuchung der rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Zuwanderung in Deutschland und Berlin.
4. BERLIN: STADT DER PARALLELGESELLSCHAFTEN: Analyse und kritische Prüfung des Zusammenlebens verschiedener Kulturen in Berlin unter Anwendung soziologischer Definitionen.
5. FAZIT: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ableitung von Erkenntnissen zur gesellschaftlichen Situation in Berlin.
6. AUSSICHTEN: Formulierung eines Lösungsansatzes zur Integration, basierend auf dem Konzept einer "Integrationsgesellschaft".
Berlin, Integration, Parallelgesellschaft, Multikulturelle Gesellschaft, Migration, Zwangsheirat, Ehrenmord, Scharia, Sozialwissenschaften, Arbeitsmigration, Stadtentwicklung, Rechtsstaat, kulturelle Identität, Zuwanderung, Minderheiten
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Struktur Berlins im Kontext der Integration von ausländischen Minderheiten und der Frage, ob sich Berlin als "multikulturelle Stadt" oder als "Stadt der Parallelgesellschaften" charakterisieren lässt.
Zentrale Themen sind die Definition von Metropolen, die Ursachen und Formen von Migration, sowie die soziologische Auseinandersetzung mit Integration und dem kulturellen Zusammenleben in einer Stadt mit 183 vertretenen Nationalitäten.
Das primäre Ziel ist die wissenschaftliche Beantwortung der Frage, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen in Berlin zusammenleben und welche Faktoren zur Beseitigung bestehender Friktionen beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Begriffsbestimmung (Deduktion) und dem Abgleich dieser Definitionen mit der empirischen Realität in Berlin anhand verfügbarer Statistiken und Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Berlin als Metropole, die Untersuchung von Migrationsursachen, die detaillierte Definition von Parallelgesellschaften sowie eine spezifische Fallstudie zum sogenannten "Ehrenmord".
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Integration, Parallelgesellschaft, Multikulturalismus, Migrationsgründe, soziale Brennpunkte und kulturelle Identität aus.
Hatun Sürücü dient als Paradigma, um Integrationsprobleme innerhalb einer türkisch dominierten muslimischen Minderheit sowie den Konflikt zwischen westlichen Wertvorstellungen und traditionell-patriarchalen Strukturen zu veranschaulichen.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Berlin zwar als Politik- und Kulturmetropole gelten kann, jedoch nach historischer und wirtschaftlicher Betrachtung nicht die Kriterien einer umfassenden Wirtschaftsmetropole erfüllt.
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