Diplomarbeit, 2005
71 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Imitationen – eine strategische Alternative
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Dienstleistung als integrativer Vorgang
2.1.1 Die Potenzialdimension von Dienstleistungen
2.1.2 Die Prozessdimension von Dienstleistungen
2.1.3 Die Ergebnisdimension von Dienstleistungen
2.1.4 Zusammenfassung
2.2 Innovation und innovative Dienstleistungen
2.3 Der Begriff der Imitation
3. Imitation als Folge schöpferischer Zerstörung
3.1 Der Zyklus der schöpferischen Zerstörung
3.2 Imitation als Resultat eines aktiven Entscheidungsprozesses
3.3 Imitation – eine Herausforderung für das Management
4. Die Entwicklung eines Phasenmodells einer Dienstleistungsimitation
4.1 Eine klassische Produktinnovation als Ausgangspunkt
4.2 Der Prozess einer Dienstleistungsinnovation in Phasen
4.3 Das Phasenmodell einer Dienstleistungsimitation
5. Der Imitationsprozess einer innovativen Dienstleistung
5.1 Imitationspotenziale des Dienstleistungsimitators
5.2 Screening
5.3 Die Analyse von Schutz- und Markteintrittsbarrieren
5.3.1 Der rechtliche Schutz von innovativen Dienstleistungen
5.3.2 Die Existenz von Markteintrittsbarrieren
5.4 Die Analyse der innovativen Dienstleistung
5.4.1 Die Wahrnehmbarkeit von innovativen Dienstleistungen
5.4.2 Der Schutz von Ressourcen über Imitationsbarrieren
5.5 Copy & Paste – die Gestaltung einer imitativen Dienstleistung
5.6 Implementierung, Test und Markteinführung
5.7 Zielgrößen des Imitationsmanagements
6. Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die strategische Relevanz der Imitation innovativer Dienstleistungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Faktoren für Dienstleistungsunternehmen bei der Wahl einer Imitationsstrategie ausschlaggebend sind und wie sich der Imitationsprozess methodisch strukturiert und erfolgreich gestalten lässt, um trotz späterem Markteintritt wettbewerbsfähig zu bleiben.
3.1 Der Zyklus der schöpferischen Zerstörung
Den Entstehungsprozess und die ökonomische Wirkung von Innovationen in einem von Dynamik geprägten Wirtschaftssystem wurde erstmals 1911 vom österreichischen Nationalökonomen Joseph Aloys Schumpeter bewusst analysiert und erklärt. In das Zentrum seiner Betrachtung stellt Schumpeter den Gewinn maximierenden Unternehmer, der als Pionier Innovationen am Markt einführt. Der Anreiz liegt in den Erträgen einer potentiell überdurchschnittlichen Monopolrente.
Die neue Kombination von Produktionsmitteln verdrängt dabei letztlich die alte. Die durch Innovation ausgelöste innere Erneuerung der Wirtschaftsstruktur wird von Schumpeter als "schöpferische Zerstörung" bezeichnet. Um am Erfolg des Innovators teilzuhaben, treten Imitatoren in den Markt, so dass der Unternehmer seine Monopolstellung verliert, seine Gewinnspanne schrumpft und er erneut versucht, eine Innovation zu erzeugen. Diesen sich permanent wiederholenden Innovationszyklus unterteilt Schumpeter in die Phase der Invention (Erfindung), der Innovation (Markteinführung) und Diffusion (Verbreitung der Innovation am Markt).
1. Einleitung: Beleuchtet die wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors und führt die Imitation als strategische Wettbewerbsalternative zum Innovationsrisiko ein.
2. Begriffsabgrenzung: Definiert Dienstleistung als integrativen Vorgang über die Potenzial-, Prozess- und Ergebnisdimension sowie präzisiert Innovation und Imitation für den Dienstleistungskontext.
3. Imitation als Folge schöpferischer Zerstörung: Analysiert den Innovationszyklus nach Schumpeter und begründet die Imitation als Resultat bewusster strategischer Managemententscheidungen.
4. Die Entwicklung eines Phasenmodells einer Dienstleistungsimitation: Adaptiert klassische Innovationsphasenmodelle auf die spezifischen Anforderungen und den "Reverse-Engineering"-Charakter der Dienstleistungsimitation.
5. Der Imitationsprozess einer innovativen Dienstleistung: Detaillierte Betrachtung der Phasen des Imitationsmodells, von Screening und Barrierenanalyse bis zur Prozessgestaltung mittels ServiceBlueprint und Festlegung der Zielgrößen.
6. Schlussbetrachtung: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf im Bereich der Imitationsmethodik.
Dienstleistungsmanagement, Dienstleistungsinnovation, Imitation, Imitationsstrategie, Innovationsrente, Imitationsrente, Schöpferische Zerstörung, ServiceBlueprint, Markteintrittsbarrieren, Imitationspotenzial, Reverse-Engineering, Wettbewerbsvorteil, Strategisches Management, Prozesspotenzial, Kundenintegration.
Die Arbeit analysiert die strategische Rolle der Nachahmung (Imitation) bei neu eingeführten Dienstleistungen und untersucht, unter welchen Bedingungen Unternehmen erfolgreich als Nachfolger (Imitatoren) von Innovatoren am Markt agieren können.
Die Arbeit behandelt die definitorische Abgrenzung von Dienstleistungen, die ökonomische Theorie hinter Innovationszyklen, die Analyse von Markteintrittshürden sowie die methodische Gestaltung von Imitationsprozessen.
Die zentrale Frage ist, wie sich die Imitation als bewusste, strategische Handlungsalternative für Dienstleister planen lässt und wie dabei unternehmensexterne und -interne Einflussfaktoren systematisch gemanagt werden können.
Der Autor nutzt einen deskriptiven und theoriegeleiteten Ansatz, der bestehende Erkenntnisse aus dem Sachgüterbereich auf die spezifischen Anforderungen von Dienstleistungen überträgt und durch die Entwicklung eines eigenen Phasenmodells für Imitationen operationalisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Imitation als Folge schöpferischer Zerstörung, die Entwicklung eines spezifischen Phasenmodells und die detaillierte Beschreibung des Imitationsprozesses, inklusive Screening, Barrieren- und Leistungsanalyse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dienstleistungsmanagement, Imitationsrente, ServiceBlueprint, Markteintrittsbarrieren und der "Second-Mover-Advantage".
Die "Line of Visibility" im ServiceBlueprint markiert die Grenze zwischen sichtbaren und nicht-sichtbaren Prozessen; für den Imitator ist sie entscheidend, um zu erkennen, welche Bestandteile kopiert werden können und welche durch eigene Erfahrung entschlüsselt werden müssen.
Aufgrund der Immaterialität und der Integration externer Faktoren (uno-actu-Prinzip) bei Dienstleistungen ist die Analyse fremder Leistungen komplexer als bei physischen Produkten, was den Imitationsprozess und den Schutz vor weiteren Wettbewerbern erschwert.
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