Diplomarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 1,5
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Untersuchung
1.3 Abgrenzung von Werbung und Sonderwerbeformen
2 Wissenschaftliche Grundlagen und Ausrichtung
2.1 Informationsgrundlage
2.2 Die Erkenntnisstagnation der Werbewirkungsforschung
2.3 Grundlagen kommerzieller Wirkungsforschung
2.4 Betriebswirtschaftliche Ausrichtung
3 Ziele für den Einsatz von Sonderwerbeformen
4 Entwicklung der Sonderwerbeformen
4.1 Ursachen und Motive für Sonderwerbeformen
4.1.1 Die wirtschaftliche Komponente
4.1.1.1 Wirtschaftskrise
4.1.1.2 Stakeholderprinzip
4.1.2 Die gesellschaftliche Komponente
4.1.2.1 Informationsüberlastung
4.1.2.2 Zapping
4.1.2.3 Zielgruppenspezialisierung
4.1.3 Die technische Komponente
4.1.3.1 Fortschritte der Bildbearbeitung
4.1.3.2 Digitalisierung
4.1.4 Die werberechtliche Komponente
4.1.4.1 Vierte Novellierung des RStV
4.1.4.2 Werberechtliche Restriktionen
4.2 Werberechtliche Umstrukturierungen
4.3 Entwicklung im internationalen Vergleich
5 Einfluss der großen TV-Vermarkter
5.1 Wirtschaftliche Relevanz der Sonderwerbeformen
5.2 Die neue Angebots-Systematik für Sonderwerbeformen
5.3 Einführung von Preiskategorien für Sonderwerbeformen
5.4 Einfluss auf die Meinungsbildung zu Sonderwerbeformen
6 Grundlagen des Methodenarsenals
6.1 Modellabgrenzung in bezug auf Sonderwerbeformen
6.2 Das Stimulus-Response-Modell
6.3 Erkenntnisgrenzen durch die wissenschaftlichen Grundlagen
7 Beurteilungskriterien für Sonderwerbeformen
7.1 Abgrenzung methodischer Grundlagen
7.1.1 Interne und externe Validität
7.1.2 Reliabilität
7.2 Abgrenzung der TV-Vermarkter-Studien
7.3 Evaluation der Beurteilungskriterien
7.3.1 Reichweite
7.3.2 Aktivierung und Aufmerksamkeit
7.3.3 Erinnerung
7.3.4 Detailerinnerung
7.3.5 Bewertung und Akzeptanz
7.3.6 Brutto Return on Investment
7.3.7 Imagetransfer
7.4 Ergebnis
7.4.1 Reliabilität und Validität
7.4.2 Die Beurteilungskriterien als Entscheidungsgrundlage
8 Fazit
Ziel dieser Arbeit ist die betriebswirtschaftliche Analyse der Ursachen und Motive für die Entstehung von Sonderwerbeformen im deutschen Fernsehen sowie die kritische Evaluation der bestehenden Beurteilungskriterien, um zu prüfen, inwieweit diese eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Unternehmen darstellen.
1.1 Problemstellung
Die Werbewirkung klassischer TV-Spots wird von den Unternehmen immer mehr in Frage gestellt. Das hat vor allem zwei Gründe: Auf der einen Seite lassen Informationsüberlastung und Reaktanzerscheinungen bei den Rezipienten an der Effektivität klassischer Werbung zweifeln. Auf der anderen Seite verlangen gekürzte Budgets in den Marketingkommunikationsabteilungen höhere Effizienz bei der Auswahl von Kommunikationsmaßnahmen.
Die Werbewirtschaft versucht über Formvarianten die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Fernsehwerbung zu optimieren. Die Entwicklungen im Werbemarkt zeigen dabei die steigende Bedeutung einer integrativen Methode, bei der eine formale und inhaltliche Anbindung der Botschaften an die akzeptanzstärkeren redaktionellen Berichterstattungen stattfindet. (Vgl. Werner (1992) S. 3)
Bei diesen neuen Formaten handelt es sich um Sonderwerbeformen. Seit 1999 ist die Anzahl der ausgestrahlten alternativen Formate um 16 % auf 182.501 Schaltungen und die Werbeinvestitionen in diesem Bereich um 23 % auf fast 420 Millionen € gestiegen. (Vgl. TV-Special Ads (2006) S. 12) Die Sonderwerbeformen kreieren nicht aus sich heraus Werbewirkung, sondern versuchen sich durch die gezielte Nutzung von Platzierungs- und Gestaltungskriterien besser an das Mediennutzungsverhalten der Rezipienten anzupassen und so die Werbewirkung zu verstärken.
Die Werbung allgemein hat aber seit jeher das Problem, dass Werbewirksamkeit zwar stattfindet, jedoch in den meisten Fällen nicht valide und reliabel gemessen werden kann. Hier ist die wissenschaftliche Werbewirkungsforschung noch zu sehr mit ihrer Selbstfindung beschäftigt, als dass Sie zufrieden stellende Ergebnisse für die Wirksamkeit des Einsatzes von Sonderwerbeformen liefern kann. Die wichtigsten Anhaltspunkte für diesen Themenbereich finden sich daher in der praxisorientierten Werbewirkungsforschung, die aber kritisch reflektiert werden muss, da sie in der Regel auf ökonomischen Verwertungsinteressen und nicht auf wissenschaftlichen Forschungsinteressen basiert.
1 Einleitung: Beschreibt die abnehmende Werbewirkung klassischer TV-Spots und führt Sonderwerbeformen als Antwort auf Informationsüberlastung und Budgetdruck ein.
2 Wissenschaftliche Grundlagen und Ausrichtung: Erörtert den aktuellen Forschungsstand zur Werbewirkung und die Problematik der Erkenntnisstagnation innerhalb der Wissenschaft.
3 Ziele für den Einsatz von Sonderwerbeformen: Erläutert das Ziel der Unternehmen, durch Platzierungsvorteile und Programmbindung die Werbewirkung in einem gesättigten Markt zu steigern.
4 Entwicklung der Sonderwerbeformen: Systematisiert die Treiber der Sonderwerbeformen in wirtschaftliche, gesellschaftliche, technische und rechtliche Komponenten.
5 Einfluss der großen TV-Vermarkter: Analysiert die dominierende Rolle der Vermarktungsunternehmen bei der Standardisierung und Preisfestlegung neuer Werbeformate.
6 Grundlagen des Methodenarsenals: Behandelt das Stimulus-Response-Modell als wissenschaftliches Fundament der praxisorientierten Werbewirkungsforschung.
7 Beurteilungskriterien für Sonderwerbeformen: Evaluierte die methodische Qualität gängiger Studien und prüft die Validität von Reichweiten-, Aufmerksamkeits- und Wirkungsdaten.
8 Fazit: Fasst zusammen, dass Sonderwerbeformen zwar Wirkung verstärken können, eine wissenschaftlich fundierte Effizienzmessung jedoch weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Sonderwerbeformen, TV-Werbung, Werbewirkungsforschung, Splitscreen, Reichweite, Programmbindung, TV-Vermarkter, Mediaplanung, Zapping, Informationsüberlastung, Werberecht, Rundfunkstaatsvertrag, Media-Mix, Wirkungsanalyse, Validität.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Evaluation von Sonderwerbeformen im deutschen Fernsehen, insbesondere im Kontext ihrer Wirksamkeit und ihrer Rolle in der modernen Mediaplanung.
Im Zentrum stehen die Ursachen für die Entstehung von Sonderwerbeformen, die Rolle der TV-Vermarkter, der Einfluss des Werberechts sowie eine kritische Prüfung der in der Branche verwendeten Messmethoden zur Bewertung dieser Formate.
Das primäre Ziel ist es, eine systematische Übersicht der Motive für den Einsatz von Sonderwerbeformen zu erarbeiten und die Eignung der gängigen Beurteilungskriterien für unternehmerische Entscheidungen zu evaluieren.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes, eine systematische Kategorisierung der Einflussfaktoren sowie eine kritische Evaluation kommerzieller Werbewirkungsstudien und Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert die Treiber der Sonderwerbeformen, die Bedeutung der TV-Vermarkter bei der Angebotsstrukturierung und die Evaluation von Parametern wie Reichweite, Aufmerksamkeit, Erinnerung und Imagetransfer.
Wichtige Begriffe sind Sonderwerbeformen, Werbewirkungsforschung, Splitscreen, Reichweite, TV-Vermarkter, Mediaplanung und Programmbindung.
Die Studien der TV-Vermarkter zeigen in der Regel positive Ergebnisse bezüglich Reichweite, Aufmerksamkeit und Erinnerung, wobei die Arbeit deren methodische Validität kritisch hinterfragt.
Der Vampireffekt beschreibt die Beeinträchtigung der Werbeaufmerksamkeit durch den Splitscreenrahmen, insbesondere wenn dieser redaktionelle Inhalte enthält, was zu einer niedrigeren visuellen Beachtung im Vergleich zu neutralen Rahmen führt.
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