Doktorarbeit / Dissertation, 2004
146 Seiten, Note: sehr gut
1. Zusammenfassung
2. Summary
3. Ionenselektive Elektroden
3.1 Einleitung
3.2 Die potentiometrische Messanordnung
3.3 Nachweisgrenzen, Messbereich
3.4 ISE-Membrankomponenten von Sensorelektroden
3.4.1 Elektrodentypen
3.4.2 Flüssigmembran-ISE
3.4.2.1 Ionophore
3.4.2.2 Lipophile Gegenionen
3.4.2.3 Membranmatrix
3.4.2.4 Weichmacher
3.5 Referenzelektroden
3.6 Charakterisierung der ISE
3.7 Ionenflüsse
3.7.1 Nachweis und Ursache der Ionenflüsse
3.7.2 Experimentelle Möglichkeiten der Unterdrückung von störenden Ionenflüssen
3.7.3 Erzielte Ergebnisse, Anwendungen
3.8 Literatur
4. Entwicklung eines Monitoringsystems auf der Basis von ionenselektiven Elektroden mit starken Ionenfluss (Steptroden)
4.1 Einleitung
4.2 Messprinzip
4.3 Theorie
4.4 Mathematische Modellierung der Antwortfunktion von Steptroden
4.5 Herstellung einer Cu2+-selektiven Steptrode
4.6 Schlussfolgerungen
4.7 Experimentelles
4.8 Literatur
5. Einfluss lipophiler Teilchen auf Ionenflüsse durch ISE-Membranen
5.1 Einleitung
5.2 Theorie
5.3 Zustand von Teilchen in der Polymermembran
5.4 Ionenselektive Membranen mit lipophilen Au-Nanopartikeln
5.5 Ionenselektive Membranen mit lipophilen Silicagelteilchen
5.6 Pb2+-selektive ISE-Membranen mit lipophilen Silicagelteilchen
5.7 Schlussfolgerungen
5.8 Experimentelles
5.8.1 Allgemeine Bemerkungen
5.8.2 Kontaktwinkelmessungen
5.8.3 Impedanzmessungen
5.8.4 Chronoamperometrische Messungen
5.9 Literatur
6. Rotierende ionenselektive Elektroden für die Spurenanalytik
6.1 Einleitung
6.2 Theorie
6.3 Messungen mit konventionellen RDE und unterschiedlichen Innenlösungen
6.4 Rotierende Elektroden mit kleiner exzentrisch platzierter Membran
6.5 Schlussfolgerungen
6.6 Experimentelles
6.7 Literatur
7. Monolithen als Matrix für Flüssigmembranelektroden
7.1 Einleitung
7.2 Theorie
7.3 Herstellung und Charakterisierung einer Ca2+-ISME
7.4 Widerstandmessungen an Ca2+-ISME
7.5 Entwicklung einer miniaturisierten Referenzelektrode
7.6 Verkleinerung der mit ISME nötigen Probenmenge
7.7 Schlussfolgerungen
7.8 Experimentelles
7.9 Literatur
8. Strukturformeln
8.1 Weichmacher
8.2 Salze mit lipophilem Anion
8.3 Ionophore
9. Abkürzungen und Definitionen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Ansprechverhalten ionenselektiver Flüssigmembranelektroden (ISE) für Messungen im Spurenbereich zu verbessern. Hierbei steht die Kontrolle von Ionenfluss-Prozessen innerhalb der Membran und in der Nernst'schen Schicht im Vordergrund, um die untere Nachweisgrenze, die Empfindlichkeit und die Ansprechzeit zu optimieren.
3.1 Einleitung
In vielen Bereichen der Analytik werden Sensoren zur kontinuierlichen oder periodischen Messung verschiedener Parameter eingesetzt. Dabei unterscheidet man zwischen physikalischen und chemischen Sensoren. Sollen sie robust sein, ist es wichtig, immer eine möglichst einfache Konstruktion zu wählen. Das heisst, dass elektrochemische Methoden zu bevorzugen sind, da nur bei diesen Verfahren der Logarithmus der zu messenden Konzentrationsgrösse direkt proportional zum elektrischen Signal ist. Bei anderen Verfahren sollen bestehende Möglichkeiten zur Vereinfachung ausgenützt werden, und oft müssen unkonventionelle Wege beschritten werden.
Jedes elektronische Gerät, das einen praktischen Nutzen aufweist, verfügt auf der Eingangsseite über einen Wandler, der eine Information aufnimmt, die es zu verarbeiten gilt (Tastatur, Schall, Temperatur, Lichtintensität etc.). Die aufgenommenen Informationen werden durch das gewählte Messverfahren weiterverarbeitet und gespeichert. Die Messverfahren sollen dem Trend zur Miniaturisierung und Integration in der Elektronik folgen. Im Idealfall soll eine Konzentration mit einem chemischen Sensor erfassbar sein. Chemische Sensoren können als Werkzeuge bezeichnet werden, die eine chemische Grösse einer zu untersuchenden Probe direkt in ein elektrisches (Spannung, Stromstärke oder Frequenz) oder optisches (Absorption, Reflektion, Brechungsindex oder Lumineszenz) Signal überführen [1]. Es können einzelne Komponenten einer Probe, wie z. B. die Konzentration einer einzelnen Spezies, bestimmt oder komplette Probenanalysen durchgeführt werden [2].
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Potentiometrie von Nernst theoretisch begründet [3]. Die Geschichte der ionenselektiven Elektroden (ISE) beginnt anfangs des 20. Jahrhunderts. Als einer der ersten routinemässig verwendeten chemischen Sensoren kann die H+-selektive Glasmembranelektrode angesehen werden. Sie wurde schon 1906 von Cremer beschrieben [4]. Im Laufe der Zeit wurden Elektroden aus anderen Gläsern und zur Bestimmung anderer Ionen (Alkali- und Erdalkalimetallionen) entwickelt [5]. Elektrodenmembranen auf der Basis von Festkörpermembranen stellen einen weiteren Elektrodentyp dar. Es handelt sich dabei um Einkristalle oder gepresste schwerlösliche Niederschläge. Die Entdeckung, dass das Antibiotikum Valinomycin den Transport von K+ durch biologische Membranen begünstigt [6], benutzten Stefanac und Simon zur Entwicklung von Flüssigmembranelektroden mit einer ausgezeichneten Selektivität für dieses Kation [7,8].
1. Zusammenfassung: Gibt einen Überblick über die Methoden zur Verbesserung von ISE durch Ionenflusskontrolle und die vorgestellten neuen Sensorkonzepte.
2. Summary: Englische Zusammenfassung der Arbeit zur Verbesserung der Ansprechcharakteristik von Flüssigmembranelektroden durch Kontrolle von Ionenflüssen.
3. Ionenselektive Elektroden: Beschreibt die theoretischen Grundlagen der Potentiometrie, der ISE-Membrankomponenten und die physikalischen Ursachen von Ionenflüssen.
4. Entwicklung eines Monitoringsystems auf der Basis von ionenselektiven Elektroden mit starken Ionenfluss (Steptroden): Untersucht den Einsatz von ISE mit sprunghaftem Ansprechverhalten für Messungen ohne Referenzelektrode.
5. Einfluss lipophiler Teilchen auf Ionenflüsse durch ISE-Membranen: Analysiert, wie Nanopartikel und Silikagelteilchen zur Reduzierung von Ionenflüssen in der Membran beitragen können.
6. Rotierende ionenselektive Elektroden für die Spurenanalytik: Untersucht den Einsatz rotierender Elektroden zur exakten Kontrolle der Nernst'schen Diffusionsschicht und zur Verbesserung der Nachweisgrenze.
7. Monolithen als Matrix für Flüssigmembranelektroden: Führt die ionenselektive Monolithelektrode (ISME) als miniaturisierte Lösung für Messungen in kleinen Probenvolumina ein.
8. Strukturformeln: Listet die chemischen Formeln der verwendeten Weichmacher, Salze und Ionophore auf.
9. Abkürzungen und Definitionen: Definiert die verwendeten Fachbegriffe, physikalischen Konstanten und Symbole.
Ionenselektive Elektroden, ISE, Spurenanalytik, Ionenfluss, Potentiometrie, Nachweisgrenze, Steptroden, Flüssigmembran, Monolithelektroden, Nanopartikel, Silikagel, Rotierende Elektroden, Selektivität, Miniaturisierung, Umweltsensorik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Methoden zur Verbesserung des Ansprechverhaltens von ionenselektiven Flüssigmembranelektroden, insbesondere für Messungen im Spurenbereich, indem Ionenflussprozesse kontrolliert werden.
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Ionentransportvorgängen in Membranen, die Entwicklung von Steptroden, die Modifikation von Membranen durch Partikel sowie die Anwendung von Rotation und Miniaturisierung zur Sensortechnik.
Die Forschung untersucht, wie Ionenflüsse in Flüssigmembranen gezielt kontrolliert, reduziert oder für neue Analyseverfahren (wie die Steptrode) genutzt werden können, um Nachweisgrenzen und Stabilität zu verbessern.
Die Arbeit kombiniert theoretische Modellierungen (z. B. Henderson-Gleichung, Fick'sches Gesetz) mit experimentellen Messungen, einschließlich Scanning Electrochemical Microscopy (SECM), Impedanzspektroskopie und Chronoamperometrie.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Ansätze: die theoretische Analyse der Ionenflüsse, das Konzept der Steptroden, den Einbau von Silikagel- und Goldpartikeln in Membranen, den Einsatz von Rotationstechnik und die Entwicklung von Monolith-Kapillarelektroden.
Wesentliche Begriffe sind Spurenanalytik, Ionenflusskontrolle, Flüssigmembran-ISE, super-Nernst'sches Ansprechverhalten, Nachweisgrenzenoptimierung und Miniaturisierung.
Eine Steptrode nutzt ein bewusst kontrolliertes super-Nernst'sches Ansprechverhalten. Durch die Messung der Potentialdifferenz zwischen zwei Steptroden wird eine Referenzelektrode überflüssig, was besonders für Feldmessungen vorteilhaft ist.
Silikagelteilchen, die in die Membran eingebettet sind, erzeugen eine dichtere Schicht. Diese erschwert den Zugang und Durchgang für Ionen und reduziert somit den Ionenfluss, was das super-Nernst'sche Verhalten reduzieren kann.
Die Rotation ermöglicht eine exakte Kontrolle der Nernst'schen Diffusionsschicht, was Ionenflüsse reduziert und die Ansprechzeit bei sehr niedrigen Konzentrationen deutlich verkürzt.
Monolithische stationäre Phasen in Kapillaren ermöglichen eine starke Erhöhung der Membrandicke und verlängern die Diffusionswege, was zur Miniaturisierung von Sensoren für Probenvolumina im Mikroliter-Bereich führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

