Diplomarbeit, 2005
82 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
2. Geschichte
2.1. Eroberung Südamerikas
2.2. Eroberung Asiens
2.3. Eroberung Afrikas
2.4. Folgen des Kolonialismus
3. Kaffee
3.1. Geschichte der Verbreitung des Kaffees
3.2. Die Kaffee-Anbaugebiete der Welt
3.3. Der Handel mit Kaffee
3.4. Das schaurige Märchen vom Kaffeekönig und dem Campesino Pedro
4. Tee
4.1. Geschichte des Tees
4.2. Verbreitung des Tees
4.3. Der Handel mit Tee
5. Kakao
5.1. Herkunft und Verbreitung
5.2. Handel mit Kakao
6. Der faire Handel
6.1. Definition des fairen Handels
6.2. Geschichte des fairen Handels
6.3. Worum geht es beim fairen Handel
6.4. Die Ziele des fairen Handels
6.5. Fairer Handel – Vorteile für Produzenten und Konsumenten
6.6. Fachgeschäfte für Lebensmittel aus ökologischem Anbau und fairem Handel – Siegel und Kennzeichen
7. Fairtrade
7.1 Geschichtliche Entwicklung des fairen Handels
7.2. Label-Initiativen
7.3. Label-Entwicklung In Österreich
7.4. Fairtrade Kriterien
7.5. Fairtrade Vertriebskanäle
7.6. Fairtrade Marktanteile
7.7. Fairtrade in Zahlen
7.8. Internationale Fairtrade Dachorganisationen
7.9. Der Erfolg von Fairtrade
7.10. Ökologie und Fairtrade
7.11. Kaffee, Tee und Kakao (Schokolade)
7.11.1. Kaffee
7.11.2. Tee
7.11.3. Kakao (Schokolade)
8. EZA – Entwicklungszusammenarbeit mit der Dritten Welt
8.1. Leitsätze der EZA Dritte Welt
8.2. Kriterien für die Projektpartner der EZA
8.3. Maßnahmen zur Förderung
8.4. Die EZA als Handelspartner des fairen Handels
8.5. Partner der EZA
8.6. Vertriebskanäle der EZA
9. Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
9.1. Ziele
9.2. Das Max Havelaar-Gütesiegel
9.3. Funktionsweise und Produkte der Stiftung
9.4. Die internationalen Fair-Trade-Standards
9.5. Qualitative Ergebnisse
9.6. Max Havelaar und andere Initiativen
10. ARGE Weltläden
10.1. Aufgaben der ARGE Weltläden
10.2. Ziele der ARGE Weltläden
10.2.1. Warenverkauf
10.2.2. Information und Bildungsarbeit
10.2.3. Politische Aktionen
10.2.4. Produktauswahl
10.2.5. Kooperation mit Institutionen des fairen Handels und der Entwicklungszusammenarbeit
10.3. Kriterien für Weltläden
10.4. Entwicklung und Perspektiven
11. Welthaus
12. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die historischen Wurzeln des Welthandels durch die Kolonialisierung und deren Auswirkungen auf die heutigen Produktionsbedingungen in sogenannten Entwicklungsländern. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie alternative Handelsformen, insbesondere der Faire Handel, dazu beitragen können, Ungerechtigkeiten zu überwinden und Produzenten durch gerechtere Bedingungen und feste Handelsbeziehungen zu unterstützen.
3.4. Das schaurige Märchen vom Kaffeekönig und dem Campesino Pedro
„So begab es sich, dass im Land ein schaurig finsterer König herrschte. Es war der Kaffeekönig, er hatte viele Gesichter und wundersame Namen wie Tchibos Bester, Jacobs Krönung, Eduscho oder Aldi-Röstfrisch. Auch war er listig und schlau und dachte ständig nach, wie er seinen Reichtum vergrößern könne.
So schickte er eines Tages seine Knechte in das Land jenseits der großen Wasser, das Guatemala hieß. Dort nämlich lebte der Kleinbauer Campesino Pedro, der einen Maisacker und einen Kartoffelacker besaß und sein Auskommen hatte.
Die Knechte sagten zu ihm, wenn er statt Mais Kaffee pflanze, könne er viel Geld verdienen. Campesino Pedro glaubte ihnen und pflanzte den Kaffeestrauch, hegte und pflegte ihn sorgfältig, pflückte jede Bohne einzeln von Hand ab. Nach vielen Tagen voller Arbeit konnte er, als das Jahr zu Ende war, fünf Säcke Kaffee abfüllen. Da kamen die Knechte des Kaffeekönigs und gaben ihm dafür fünf Goldstücke. Für ein Goldstück musste er sich Brot kaufen, da er ja keinen Mais zum Essen hatte; die restlichen sparte er. Im zweiten Jahr kamen die Knechte wieder und fragten ihn, warum er nicht auf seinem ganzen Land Kaffee anpflanze, da könne er doch viel mehr Goldstücke verdienen. Campesino Pedro glaubte ihnen erneut, schuftete doppelt soviel, so dass ihm abends das Kreuz wehtat, doch als das Jahr vorüber war, konnte er zehn Säcke füllen, und die Knechte gaben ihm zehn Goldstücke. Nur das Brot war jetzt teurer, er musste jetzt drei Goldstücke zahlen.“
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, sich mit den Ungerechtigkeiten globalisierter Handelsstrukturen auseinanderzusetzen, und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Geschichte: Dieses Kapitel behandelt die europäische Entdeckungs- und Kolonialgeschichte in Südamerika, Asien und Afrika und deren Rolle bei der Entstehung ungleicher wirtschaftlicher Abhängigkeiten.
3. Kaffee: Neben der historischen Verbreitung des Kaffees analysiert dieses Kapitel die heutige wirtschaftliche Abhängigkeit zahlreicher Länder vom Kaffeeexport und die schwierige Situation der Kleinbauern.
4. Tee: Dieses Kapitel beschreibt die Geschichte, Verbreitung und den Welthandel von Tee und erläutert seine Bedeutung als bedeutendes Exportprodukt für ehemalige Kolonialländer.
5. Kakao: Hier werden Herkunft, weltweite Verbreitung und die spezifischen Handelsstrukturen des Kakaomarktes thematisiert, wobei der Fokus auf dem Übergang zum Anbau in Westafrika liegt.
6. Der faire Handel: Das Kapitel definiert den Fairen Handel als Handelspartnerschaft und erläutert Ziele, Vorteile für Produzenten sowie die Rolle von Siegeln und Fachgeschäften.
7. Fairtrade: Dieses Kapitel detailliert die Entwicklung der Fairtrade-Label-Initiativen, die Kriterien für Produzenten und Importeure sowie die Wirksamkeit des Kontrollsystems.
8. EZA – Entwicklungszusammenarbeit mit der Dritten Welt: Hier wird die EZA als eine der größten Importorganisationen in Österreich vorgestellt, einschließlich ihrer Leitsätze, Kriterien und Vertriebsstrukturen.
9. Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz): Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Schweizer Stiftung als Zertifizierungsinstanz und beschreibt deren Mission, Ziele und Funktionsweise.
10. ARGE Weltläden: Das Kapitel porträtiert die Arbeitsgemeinschaft Weltläden als Dachorganisation in Österreich und erläutert deren Aufgaben, Bildungsarbeit und Anforderungen an Weltläden.
11. Welthaus: Hier werden die Bildungsarbeit und die entwicklungspolitischen Projekte des Welthauses Graz, insbesondere im Bereich der Lobbyarbeit für den Fairen Handel, dargestellt.
12. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der Aufklärung und Erziehung zu kritischem Konsumverhalten in Schulen.
Fairer Handel, Fairtrade, Welthandel, Kolonialismus, Kaffee, Tee, Kakao, Kleinbauern, EZA, Max Havelaar, ARGE Weltläden, Entwicklungszusammenarbeit, Zertifizierung, Nachhaltigkeit, Konsumverhalten.
Die Diplomarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen historischer Kolonialisierung und aktuellen Ungerechtigkeiten im Welthandel, insbesondere bei den Exportgütern Kaffee, Tee und Kakao, und präsentiert den Fairen Handel als Lösungsansatz.
Die zentralen Felder sind die koloniale Geschichte, der Welthandel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen sowie die Strukturen, Ziele und Auswirkungen verschiedener Fair-Handels-Organisationen.
Ziel ist es, die Ursachen globaler wirtschaftlicher Ungleichheiten aufzuzeigen und Strategien des Fairen Handels zu analysieren, die dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Produzenten im Süden zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Informationen relevanter Organisationen des Fairen Handels, ergänzt durch eine historische Einordnung der Globalisierung.
Im Hauptteil werden die Organisationen Fairtrade, EZA, Max Havelaar und die ARGE Weltläden hinsichtlich ihrer Konzepte, Kriterien, Kontrollmechanismen und Vertriebswege detailliert untersucht.
Wichtige Begriffe sind Fairer Handel, Fairtrade, Nachhaltigkeit, Welthandel, koloniale Erblast, kleinbäuerliche Kooperativen und ethische Verantwortung.
Das Märchen illustriert beispielhaft die Ausbeutungsmechanismen im konventionellen Welthandel, bei denen der Preisdruck auf Kleinbauern steigt, während Großkonzerne die Gewinne maximieren.
Das Kontrollsystem stellt sicher, dass die festgelegten sozialen und ökologischen Kriterien tatsächlich eingehalten werden, um die Glaubwürdigkeit des Siegels gegenüber den Konsumenten zu gewährleisten.
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