Examensarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Forschung: Der Prozess des Schriftspracherwerbs
2.1 Besonderheiten unserer Alphabetschrift
2.1.1 Zusammenhänge zwischen geschriebener und gesprochener Sprache
2.1.2 Auftretende Schwierigkeiten bei der Umsetzung der gesprochenen in geschriebene Sprache
2.2 Synopse von Entwicklungs- bzw. Stufenmodellen zum Orthografieerwerb
2.2.1 Der Prototyp der heutigen Stufenmodelle: Das Dreiphasenmodell von FRITH (1986)
2.2.2 Drei Variationen und Weiterentwicklungen des Prototyps
2.2.2.1 Modell der Rechtschreibentwicklung nach SCHEERER-NEUMANN (1989)
2.2.2.2 Phasenmodell nach BRÜGELMANN und BRINKMANN (1994)
2.2.2.3 Stufen des Schreiben- und Lesen-Lernens nach VALTIN (1994)
2.3 Kurz: Konsequenzen für den Unterricht
3 Zur veränderten Betrachtungsweise des Fehlers sowie der Problematik von Diktaten
4 Entwicklungspsychologische Betrachtungsweise der Lese-Rechtschreib-Schwäche
4.1 Auftretende Probleme bzw. Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche
4.1.1 Die phonologische Bewusstheit
4.1.2 Das Arbeitsgedächtnis
4.1.3 Auditive Informationsverarbeitung und Wahrnehmung
4.2 Gibt es charakteristische Fehlertypen?
4.3 Relevanz der Stufenmodelle für die Diagnose und Förderung lese-rechtschreib-schwacher Kinder
5 Ablauf sowie verschiedene Verfahren zur Diagnose lese-rechtschreib-schwacher Schüler
5.1 Bielefelder Screening (BISC) von JANSEN/MANNHAUPT/MARX/SKOWRONEK (1999)
5.2 Oldenburger Fehleranalyse nach Thomé/Thomé (2004)
5.3 Überprüfung von phonologischer Bewusstheit
6 Untersuchung bzw. Diagnose der Schriftspracherwerbskompetenz anhand der Diagnostischen Bilderlisten von DUMMER-SMOCH (1993)
6.1 Die Diagnostischen Bilderlisten
6.1.1 Die Fehlerkategorien
6.1.2 Die Auswahl der Wörter
6.2 Die Diagnostischen Bilderlisten als bewährte Diagnosemöglichkeit
6.3 Kieler Lese- und Rechtschreibaufbau
7 Diagnose-Fallbeispiele mit Hilfe der Diagnostischen Bilderlisten
7.1 Auffällige Schwierigkeiten zweier Kinder (1. Test)
7.2 Entwicklungen der Schreibfähigkeit der untersuchten Kinder (2. Test)
8 Mögliche Interventionen und Förderungen der Beispielkinder
8.1 Individuelle Förderschwerpunkte im offenen Unterricht
8.2 Mögliche schulische Konsequenzen
9 Fazit
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung lese-rechtschreib-schwacher Kinder durch eine fundierte Diagnose und Förderung. Das Ziel ist es, auf Basis entwicklungspsychologischer Stufenmodelle die Schwierigkeiten dieser Kinder zu verstehen und praxisnahe Diagnoseverfahren, insbesondere die Diagnostischen Bilderlisten, kritisch zu bewerten und anzuwenden.
2.1 Besonderheiten unserer Alphabetschrift
Bei der Unterscheidung der Schrift von der gesprochenen Sprache werden hier WYGOTSKI (1977) und LURIJA (1982) herangezogen.
Zunächst ist von großer Bedeutung, dass während des Schreibens ein direkter, anwesender Kommunikationspartner fehlt, so dass eine unmittelbare Sinnkontrolle des Geschriebenen nicht stattfindet. Es handelt sich um eine völlig neue Situation ohne kontextuelle Unterstützung, bei der die Formulierungen viel exakter sein müssen. Unvollständige Sätze wie Ellipsen kommen in der gesprochenen Sprache nicht vor. Gestik, Mimik und Intonation als nicht sprachliche Ausdrucksmittel werden durch deskriptive Schilderungen darzustellen versucht, was oft zu Schwierigkeiten führt, da von der Situation, die man sich gedanklich vorstellen muss, antizipiert bzw. abstrahiert werden muss.
Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache gibt es in der Schrift klar festgelegte Wortgrenzen, die herauszuhören und folgerichtig zu verschriften für Schulanfänger sehr schwierig sind. Beim Schreiben eigener Texte lässt sich über das, was geschrieben wird, länger nachdenken, so dass gewählte Formulierungen in eigenem Tempo getroffen werden können. Nicht-Verstandenes in komplizierten Texten kann noch einmal gelesen werden.
1 Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, als angehende Lehrerin die heterogenen Lernvoraussetzungen beim Schriftspracherwerb zu verstehen und Ansätze zur Förderung schwacher Kinder zu entwickeln.
2 Forschung: Der Prozess des Schriftspracherwerbs: Es wird die historische und aktuelle Forschung zum Schriftspracherwerb erläutert, wobei der Schwerpunkt auf entwicklungspsychologischen Stufenmodellen (u.a. Frith, Scheerer-Neumann) liegt.
3 Zur veränderten Betrachtungsweise des Fehlers sowie der Problematik von Diktaten: Die Autorin diskutiert den Wandel in der Fehlerbewertung hin zu einer entwicklungs- und prozessorientierten Sichtweise und hinterfragt die traditionelle Diktatpraxis kritisch.
4 Entwicklungspsychologische Betrachtungsweise der Lese-Rechtschreib-Schwäche: Die LRS wird als Entwicklungsverzögerung definiert, wobei Probleme in der phonologischen Bewusstheit, dem Arbeitsgedächtnis und der Wahrnehmung als zentrale Hindernisse betrachtet werden.
5 Ablauf sowie verschiedene Verfahren zur Diagnose lese-rechtschreib-schwacher Schüler: Dieser Abschnitt beschreibt diagnostische Instrumente wie das Bielefelder Screening und die Oldenburger Fehleranalyse zur frühzeitigen Erkennung von Förderbedarf.
6 Untersuchung bzw. Diagnose der Schriftspracherwerbskompetenz anhand der Diagnostischen Bilderlisten von DUMMER-SMOCH (1993): Die Arbeit konzentriert sich auf die Diagnostischen Bilderlisten als praktikables Sichtungsverfahren und den Kieler Lese- und Rechtschreibaufbau.
7 Diagnose-Fallbeispiele mit Hilfe der Diagnostischen Bilderlisten: Anhand praktischer Fallbeispiele von Grundschülern wird der Lernfortschritt über zwei Messzeitpunkte hinweg dokumentiert und qualitativ analysiert.
8 Mögliche Interventionen und Förderungen der Beispielkinder: Es werden didaktische Konsequenzen für einen offenen Unterricht abgeleitet, um die individuellen Bedürfnisse lese-rechtschreib-schwacher Kinder gezielt zu unterstützen.
9 Fazit: Die Autorin resümiert, dass eine individualisierte Diagnose und ein darauf abgestimmter Unterricht für den Erfolg beim Schriftspracherwerb essenziell sind, wobei die Stufenmodelle wertvolle Orientierungshilfen bieten.
Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS, Legasthenie, Diagnostische Bilderlisten, Stufenmodelle, Rechtschreibung, Phonologische Bewusstheit, Arbeitsgedächtnis, Fehleranalyse, Fördermaßnahmen, Offener Unterricht, Schriftsprachliche Kompetenz, Frühdiagnose.
Die Arbeit untersucht den Schriftspracherwerb bei lese-rechtschreib-schwachen Kindern und zeigt Wege auf, wie Lehrkräfte Schwierigkeiten diagnostizieren und durch gezielte Förderung beheben können.
Zentrale Felder sind die psychologischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, verschiedene Entwicklungs- und Stufenmodelle, die diagnostische Einordnung von Fehlern sowie didaktische Förderkonzepte.
Ziel ist es, den Nutzen der "Diagnostischen Bilderlisten" nach Dummer-Smoch als Diagnoseinstrument in der Grundschule zu prüfen und zu zeigen, wie individuelle Förderbedarfe im Unterricht umgesetzt werden können.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Forschungsliteratur nutzt die Autorin ein qualitatives Vorgehen anhand von Fallbeispielen bei der Untersuchung von Schülern der ersten und zweiten Klasse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Stufenmodelle), die diagnostische Einordnung von Fehlern, die Analyse von Diagnoseinstrumenten und die Anwendung in der Praxis sowie daraus folgende Interventionsvorschläge.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schriftspracherwerb, Entwicklungsverzögerung, diagnostische Bilderlisten, phonologische Bewusstheit und binnendifferenzierter Unterricht geprägt.
Sie dienen als Grobsiebverfahren, um den aktuellen Entwicklungsstand eines Kindes im Schriftspracherwerb schnell zu erfassen, ohne dass das Kind unter dem Druck klassischer Diktate steht.
Fehler werden nicht mehr als bloßes Versagen gesehen, sondern als "Fenster in die Denkwelt der Kinder" und als notwendige Schritte im Lernprozess, die Aufschluss über den individuellen Entwicklungsstand geben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

