Diplomarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 93 Punkte (1,3)
1 Einleitung
2 Ratings
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Ratingarten und deren Erstellung
2.3 Die Bedeutung von Ratings für die internationale Finanzwelt
2.4 Negative Merkmale des Ratingmarktes
3 Finanzkrisen in Entwicklungs- und Schwellenländern
3.1 Überblick
3.2 Finanzkrisen der 1. und 2. Generation
3.3 Die Asienkrise als neue Modellgeneration
3.3.1 Entstehung und Verlauf der Krise
3.3.2 Der Bilanzansatz als neues Erklärungsmodell
3.3.3 Ratings als Krisenverstärker?
4 Die Baseler Eigenkapitalvorschriften
4.1 Begründung und Ziele für eine Bankenaufsicht
4.2 Der erste Baseler Akkord
4.3 Der Dreisäulenansatz von Basel II
4.3.1 Mindestkapitalanforderungen
4.3.2 Überprüfungsprozess und Verbesserung der Marktdisziplin
4.4 Ratings und deren Wirkung auf die Eigenkapitalunterlegung
5 Die Einführung von Basel II in der G10
5.1 Der Umsetzungszeitplan
5.2 Die Auswirkungen auf den nationalen Kapitalmarkt
5.2.1 Ergebnisse der QIS 3
5.2.2 Prozyklische Wirkungen von Basel II
5.2.3 Regulatorisches und ökonomisches Kapital als Entscheidungsbasis
5.3 Der Einfluss auf internationale Kreditvergaben
5.3.1 Besonderheiten von Länderrisiken
5.3.2 Veränderungen der internationalen Kapitalströme
5.3.3 Unberücksichtigte Diversifikations- und Portfolioeffekte
6 Die Auswirkungen von Basel II außerhalb der G10
6.1 Die nationale Einführung
6.1.1 Umsetzungspläne und aktueller Stand in nicht G10-Ländern
6.1.2 Internationale Banken und nationale Regulierung
6.1.3 Die Alternativen bei der Implementierung
6.1.4 Der Einfluss von IWF und Weltbank
6.2 Prozyklische Ratings als Auslöser neuer Finanzkrisen?
6.2.1 Der Verlauf der Asienkrise mit Basel II
6.2.2 Ausblick in die Zukunft
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Einführung von Basel II auf die Kreditversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern (ESL) unter besonderer Berücksichtigung der prozyklischen Wirkung von Ratings. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob durch den Bedeutungszuwachs von Ratings infolge der Baseler Reformen neue Risiken für die Entstehung von Finanzkrisen in diesen Ländern entstehen.
3.3.1 Entstehung und Verlauf der Krise
Am 02.07.1997 musste der bisher an einen Währungskorb fixierte Wechselkurs des thailändischen Baht nach heftigen Attacken von Währungsspekulanten freigegeben werden. Der Baht wertete in der Folge eines massiven Kapitalabzuges ausländischer Anleger stark ab. In der Folgezeit waren nicht nur Thailand sondern auch weitere asiatische Länder, wie Südkorea, Malaysia oder die Philippinen, von dem Kapitalabzug betroffen. Aus einer anfangs thailändischen Krise entstand die Asienkrise.
Zu Beginn der 90er Jahre begannen viele ostasiatische Länder ihre heimischen Märkte zu deregulieren und zu flexibilisieren, was zu einer Phase starken Wirtschaftswachstums führte. Dies wurde fast überall durch eine feste Bindung der heimischen Währung an einen Währungskorb oder den US-Dollar unterstützt. Durch die hohen Devisenbestände der jeweiligen Zentralbanken schien das Wechselkursrisiko ausgeschaltet. Ausländische Kapitalgeber investierten aufgrund attraktive Renditen zunehmend in dieser Region, wodurch Produktionskapazitäten erhöht, die Infrastruktur verbessert und der Wirtschaftsboom aufrecht bzw. verlängert werden konnte. Der Zufluss des ausländischen Kapitals erfolgte meist in Form von kurzfristigen Portfolioinvestitionen, die einen schnellen Kapitalabzug ermöglichten.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Baseler Eigenkapitalvorschriften und die kritische Diskussion über deren Auswirkungen auf Schwellenländer.
2 Ratings: Beleuchtung der historischen Entwicklung von Ratingagenturen, deren Methoden und der Bedeutung für den internationalen Finanzmarkt sowie deren kritische Merkmale.
3 Finanzkrisen in Entwicklungs- und Schwellenländern: Analyse verschiedener Krisengenerationen mit einem Fokus auf den Bilanzansatz und die Rolle von Ratings bei der Asienkrise.
4 Die Baseler Eigenkapitalvorschriften: Darstellung der Ziele der Bankenaufsicht und detaillierte Erläuterung der Struktur von Basel II, insbesondere der Mindestkapitalanforderungen.
5 Die Einführung von Basel II in der G10: Untersuchung des Umsetzungszeitplans, der Auswirkungen auf den nationalen Kapitalmarkt und der Konsequenzen für die internationale Kreditvergabe.
6 Die Auswirkungen von Basel II außerhalb der G10: Analyse der Implementierungsprobleme in ESL, des Einflusses internationaler Organisationen und der potenziellen prozyklischen Gefahren.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der weitreichenden Änderungen durch Basel II und die Auswirkungen auf die Stabilität der Finanzsysteme.
Basel II, Ratingagenturen, Schwellenländer, Finanzkrisen, Eigenkapitalvorschriften, Kreditrisiko, Bankenaufsicht, Asienkrise, Prozyklizität, Kapitalströme, Länderrisiko, Bankenkrisen, Basel I, Risikomanagement.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung des neuen Baseler Akkords (Basel II) auf die Finanzierungsbedingungen und die Krisenanfälligkeit von Entwicklungs- und Schwellenländern.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Ratingagenturen, die Struktur des neuen Baseler Regelwerks, die Analyse vergangener Finanzkrisen und die spezifischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Bankenaufsichtsstandards in Schwellenländern.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der zunehmende Einsatz von Ratings zur Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II neue Risiken für die Entstehung von Finanzkrisen in ESL birgt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Auswirkungsstudien (QIS) sowie der Analyse von historischen Daten und Modellen zur Krisenentstehung, wie dem Bilanzansatz.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Ratings, die Analyse des Dreigenerationenmodells von Finanzkrisen, die detaillierte Vorstellung der drei Säulen von Basel II sowie die Untersuchung der Implementierungsaspekte und ökonomischen Auswirkungen in G10- und Nicht-G10-Ländern.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Basel II, Ratings, Entwicklungs- und Schwellenländer (ESL), Prozyklizität und Finanzkrisen charakterisiert.
Die Asienkrise dient als Fallbeispiel für die neue Modellgeneration von Finanzkrisen, an der sich zeigen lässt, wie der Bilanzansatz und die Rolle prozyklischer Ratings die Stabilität eines ganzen Wirtschaftsraums maßgeblich beeinflussen können.
Der Autor stellt fest, dass durch diese Institutionen ein indirekter Druck auf die ESL ausgeübt wird, internationale Standards (wie die BCP) zu übernehmen, da dies als Voraussetzung für Stabilität und als Signal für ein besseres Rating wahrgenommen wird.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Basel II zwar das Bankenaufsichtssystem langfristig stärken kann, aber aufgrund der derzeitigen Ressourcenlage und des Mangels an Datenhistorien in ESL keine Garantie für die Vermeidung von Krisen darstellt und kurzfristig sogar prozyklische Risiken verstärken könnte.
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