Magisterarbeit, 2005
130 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Geräusch als Gegenstand naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Forschung
2.1 Vorüberlegungen zum sinnlichen Erleben der großen Stadt: Sehen vs. Hören
2.2 Das Geräusch als Forschungsgegenstand in Akustik und Psychoakustik
2.3 Das Geräusch als Forschungsgegenstand in der Psychologie
2.4 Das Geräusch als Forschungsgegenstand in der Acoustic Ecology
2.5 Das Geräusch als Bedeutungsträger
2.5.1 Das Geräusch als ikonisches, indexalisches und symbolisches Zeichen
2.5.2 Kategorien des symbolischen Geräuschzeichens: Signallaut, Orientierungslaut, archetypischer Laut
2.5.3 Das Geräuschzeichen als Mythos
2.5.4 Zusammenfassung
3. Die Geräuschlandschaft der frühmodernen und modernen Großstadt
3.1 Vorüberlegungen zur Geräuschlandschaft der großen Stadt
3.2 Die Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt
3.3 Die Geräuschlandschaft der modernen Großstadt
3.3.1 Überlegungen zur Geräuschlandschaft der heutigen Großstadt
3.4 Historische Betrachtungsweisen über Lärm und Lärmbekämpfung in der großen Stadt
3.5 Lärm als Machtinstrument und Medium des Protestes
4. Das Geräusch und die Geräuschlandschaft der großen Stadt in der zeitgenössischen Musik
4.1 Vorüberlegungen zum Geräusch in der abendländischen Musik
4.2 Zum Wechselverhältnis zwischen akustischer Umwelt und abendländischer Musik: Betrachtungen aus einer historischen Perspektive
4.3 Das Geräusch und die Geräuschlandschaft der modernen Großstadt und deren Reflexion in der zeitgenössischen Musik
4.3.1 Futurismus: Luigi Russolo - “Die Kunst der Geräusche“ (1913)
4.3.1.1 Hörbeispiel: Luigi Russolo - “Risveglio di una citta“
4.3.1.2 Fazit
4.3.2 Bolschewikische Geräuschmusik: A. Avraamov – “Symphonie der Sirenen“ (1922)
4.3.2.1 Fazit
4.3.3 Musique Concrete: Pierre Schaeffer – “Musique Concrete“ (1974)
4.3.3.1 Musikbeispiele: Pierre Schaeffer – “Etude aux chemin de fer“/ Pierre Henry – “La Ville. Die Stadt, Metropolis Paris“
4.3.3.2 Fazit
4.3.4 Industrial / Noise: Einführende Überlegungen zur Ästhetik des Störgeräusches
4.3.4.1 Industrial
4.3.4.1.1 Künstlerbeispiel Einstürzende Neubauten
4.3.4.2 New York Noise
4.3.4.2.1 Künstlerbeispiel John Zorn
4.3.4.3 Fazit
4.3.5 DJ-Culture: Einführende Überlegungen zu ihrer Ästhetik und ihren Arbeitsweisen
4.3.5.1 Künstlerbeispiel M/A/R/R/S
4.3.5.2 Künstlerbeispiel Public Enemy
4.3.5.3 Fazit
4.4. Zusammenfassung
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Geräuschlandschaft der modernen Großstadt als semiotisches Feld und analysiert deren Reflexion in der zeitgenössischen Musik, wobei die Wechselbeziehung zwischen akustischer Umwelt und künstlerischer Produktion im 20. Jahrhundert im Mittelpunkt steht.
Die Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt
Die Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt ist nur ansatzweise erforscht. Tonbandaufnahmen aus dieser Zeit liegen nicht vor. Um sich der Geräuschlandschaft der frühmodernen Stadt anzunähern, muss daher auf schriftliche Zeugnisse zurückgegriffen werden, in denen Lautereignisse beschrieben werden. Schafer bezeichnet diese als „Ohrenzeugenberichte“. Diese Ohrenzeugenberichte müssen als Zeugnisse subjektiver Wahrnehmung der Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt begriffen werden. Es geht in den nun folgenden Ausführungen also nicht darum, die Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt so zu erfassen, wie sie in der Vergangenheit „wirklich“ geklungen hat.
Neben Schafer haben sich vor allem die Historiker Garrioch und Smith mit der Geräuschlandschaft der frühmodernen Großstadt auseinandergesetzt. Garrioch greift auf Aufzeichnungen von Dichtern des 18. Jahrhunderts wie etwa Gay (London), Pezzl (Wien) und L.S. Mercier (Paris) und Smith auf Reiseberichte von ausländischen Besuchern Londons im 17. Jahrhundert zurück.
1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Bedeutung der akustischen Umwelt der Großstadt als Forschungsfeld und umreißt die transdisziplinäre Methodik der Arbeit.
2. Das Geräusch als Gegenstand naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Forschung: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen durch eine interdisziplinäre Betrachtung von Akustik, Psychologie und Semiotik.
3. Die Geräuschlandschaft der frühmodernen und modernen Großstadt: Hier erfolgt eine historische Analyse des Wandels urbaner Soundscapes von der vorindustriellen Zeit bis zur modernen Metropole.
4. Das Geräusch und die Geräuschlandschaft der großen Stadt in der zeitgenössischen Musik: Der Hauptteil analysiert die künstlerische Reflexion städtischer Geräusche durch verschiedene Strömungen wie Futurismus, Musique Concrete und DJ-Culture.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die ästhetische und soziale Bedeutung der Geräuschmusik sowie deren Verankerung in der modernen Kultur.
Geräusch, Großstadt, Sound Studies, Acoustic Ecology, Semiotik, Lärm, zeitgenössische Musik, Futurismus, Musique Concrete, Industrial, DJ-Culture, Klanglandschaft, Soundscape, Urbanität, Lärmbekämpfung
Die Arbeit befasst sich mit der Geräuschlandschaft der modernen Großstadt und ihrer künstlerischen Verarbeitung in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Die zentralen Felder sind die Akustik und Psychologie des Hörens, die Geschichte urbaner Geräuschlandschaften und die Entwicklung der Geräuschmusik.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Wandel der städtischen Umwelt im 20. Jahrhundert ästhetisch in der Musik widerspiegelt und welche Strategien Künstler dabei nutzen.
Es wird ein transdisziplinärer Ansatz verfolgt, der naturwissenschaftliche Akustik mit geisteswissenschaftlichen Ansätzen wie der Semiotik und der Acoustic Ecology kombiniert.
Im Hauptteil werden verschiedene Musikströmungen wie Futurismus, Bolschewikische Geräuschmusik, Musique Concrete, Industrial, Noise und DJ-Culture analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Soundscape, Urbanität, Lärm als Machtinstrument, Semiotik des Geräusches und industrielle Klangerzeugung.
Der vorindustrielle Lärm war organischer und kleinteiliger, während die moderne Großstadt durch einen durch Maschinen geprägten, konstanten und diffusen Grundton (Low-Fi-Umwelt) dominiert wird.
Technologien wie Tonband, Magnettonband und später Digitalsampler waren konstitutiv, da sie die Aufzeichnung, Isolation und Manipulation von Alltagsgeräuschen erst praktikabel machten.
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