Diplomarbeit, 2006
101 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
TEIL A: Theoretische Grundlagen
1. Abgrenzung der Beratung von der Therapie
2. Skizzierung verschiedener Beratungsprägungen
2.1. Psychologische Beratung
2.2. Pädagogische Beratung
2.3. Psychosoziale Beratung
2.4. Soziale Beratung
3. Beratungsorientierungen
3.1. Theoretische Hintergründe
3.1.1. Systemische Beratung
3.1.2. Lebensweltorientierte Beratung
3.1.3. Netzwerkorientierte Beratung
3.1.4. Ressourcenorientierte Beratung
3.1.5. Die Gemeindepsychologie und der Empowermentansatz
3.2. Beratungsmodelle in der Sozialen Beratung
3.2.1. Klientenzentrierter Beratungsansatz
3.2.2. Lösungsorientierter Beratungsansatz
3.2.3. Sozialökologischer Beratungsansatz
TEIL B: Entwicklungstendenzen und Forderungen nach einer eigenständigen, berufsspezifischen Beratungsrichtlinie
1. Anforderungen an eine „Theorie“- was soll ein theoretischer Rahmen grundsätzlich leisten können
2. Beratung als Basisqualifikation für in der Sozialen Arbeit Tätige
3. Grundbestandteile einer Theorie bzw. eines professionellen Beratungsleitbildes Sozialer Beratung
3.1. Grundbestandteile eines professionellen Beratungsleitbildes
3.2. Zusätzliche Grundbestandteile und Charakteristika einer professionellen Leitlinie für den Bereich der Sozialen Beratung
TEIL C: Folgen für die sozialpädagogische Professionalität
1. Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an das Personal in der Sozialen Beratung
2. Relevanz und etwaige Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für das Praxis- und Arbeitsfeld Sozialer Beratung
Resumé
1. Zusammenfassung
2. Schlussbemerkung zu Auswirkungen auf die Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Beraterinnen in halb- bis formeller Sozialer Beratung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den aktuellen Diskurs über eine eigenständige theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Beratung im Kontext der Sozialen Arbeit zu sichten und zu bündeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern eine theoretisch verbindliche Basis die sozialpädagogische Professionalität stärken kann und welche Konsequenzen dies für die Praxis sowie das Personal in der Sozialen Beratung hätte.
3.1.2. Lebensweltorientierte Beratung
Historisch betrachtet, entwickelten Mary Richmond und Alice Salomon, als Mitbegründerinnen professioneller sozialer Arbeit, schon zu Beginn des 20.Jahrhunderts ihr sozialprofessionelles Handeln aus der alltäglichen Problematik ihres Klientels.
Wie bereits erwähnt ist Hans Thiersch als heutiger Hauptstreiter für eine an der Lebenswelt und dem Alltag der Adressaten orientierte Beratung zu nennen. Er betont, dass gerade die Soziale Beratung als lebensweltorientierte Beratung gestaltet werden müsse, die Hilfe in den sozialen Strukturen biete, in denen die Menschen leben: „Soziale Beratung also ist eine Beratung, die ausgeht von den Problemen in den Verhältnissen, so wie sie Menschen selbst erfahren und erleben, die ausgeht vor allem von der Gemengelage von Problemen und Ressourcen, von Belastungen und Stärken im Feld. Soziale Beratung insistiert in dieser Gemengelage [...] ein gelingenderes Leben, [...] in dem die Menschen sich [...] als Subjekt ihrer Lebenspraxis [...] erfahren.
Einleitung: Einführung in die Problemstellung, Relevanz von Beratung im sozialen Feld und Vorstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
TEIL A: Theoretische Grundlagen: Rekonstruktion theoretischer Ansätze und Abgrenzung von Beratung zu anderen Disziplinen sowie Darstellung verschiedener Beratungsmodelle.
TEIL B: Entwicklungstendenzen und Forderungen nach einer eigenständigen, berufsspezifischen Beratungsrichtlinie: Diskussion über die Notwendigkeit von Standards, Beratung als Basisqualifikation und Anforderungen an ein professionelles Leitbild.
TEIL C: Folgen für die sozialpädagogische Professionalität: Reflexion der Auswirkungen theoretischer Leitorientierungen auf Qualifikationsanforderungen und das Arbeitsfeld der Sozialen Beratung.
Resumé: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Schlussbemerkungen zur beruflichen Identität und Anerkennung von Beraterinnen.
Soziale Beratung, Sozialpädagogik, Lebensweltorientierung, Beratungstheorie, Professionalität, Empowerment, Ressourcenorientierung, Systemische Beratung, Netzwerkorientierung, Qualitätsstandards, Basisqualifikation, Sozialarbeit, Interdisziplinarität, Beratungsforschung, Professionelles Leitbild
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die Notwendigkeit eines eigenständigen, professionellen Beratungsleitbildes innerhalb der Sozialen Arbeit.
Im Zentrum stehen die Abgrenzung von Beratung zu therapeutischen Ansätzen, die Erarbeitung theoretischer Hintergründe (wie systemische oder lebensweltorientierte Beratung) und die Frage der Professionalisierung.
Ziel ist es zu klären, wie allgemeinverbindliche theoretische Leitlinien für die Soziale Beratung aussehen könnten und welche Konsequenzen diese für die Praxis und das Personal hätten.
Die Arbeit ist eine theoretische Arbeit, die literaturgestützt den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs rekonstruiert, sichtet und auf die spezifischen Bedürfnisse der Sozialen Arbeit hin analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teile: theoretische Grundlagen, Anforderungen an eine eigenständige Beratungsrichtlinie und die daraus resultierenden Konsequenzen für die sozialpädagogische Professionalität.
Zentrale Begriffe sind Soziale Beratung, Lebensweltorientierung, Empowerment, Ressourcenorientierung und Professionalisierung der Sozialen Arbeit.
Während Psychotherapie primär auf die psychische Gesundheit und Heilung des Individuums ausgerichtet ist, fokussiert die Soziale Beratung stärker auf die Alltagsbewältigung und die Einbettung in soziale sowie materielle Lebenskontexte.
Ein Leitbild soll den „Verteilungskampf“ auf dem Beratungsmarkt klären, fachliche Standards sichern, das Selbstbewusstsein der Berater in der Sozialen Arbeit stärken und eine Abgrenzung zur psychotherapeutischen Dominanz ermöglichen.
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