Masterarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Eingrenzung des Themas
1.4 Das AGIL-Schema
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Wie wird der Begriff „Bürger“ definiert?
2.2 Was ist mit der Integration von Bürgern gemeint?
2.3 Worin besteht der Unterschied zwischen der Integration und der Assimilation von türkischen Bürgern?
2.4 Wann spricht man von „Interkultureller Kompetenz“ und wodurch kann sie erworben werden?
3. Die Zuwanderung von türkischen Bürgern nach Deutschland von den 60er Jahren bis heute
3.1 Die Anwerbevereinbarungen ab 1961 zwischen Deutschland und der Türkei
3.2 Welche Konsequenzen hatte der Anwerbestopp von 1973 für die türkischen Bürger?
3.3 Mit welchen Auswirkungen war der Nachzug der Familienangehörigen aus der Türkei nach Deutschland verbunden?
3.4 Durch welche rechtlichen Vorschriften wurden türkische Bürger bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in Deutschland privilegiert?
3.5 Zwischenergebnis
4. Die aktuelle Situation türkischer Bürger in Deutschland erläutert an Beispielen
4.1 Wie werden die Kinder türkischer Bürger erzogen?
4.2 Die Sprachkompetenz der türkischen Bürger
4.3 Welche Unterschiede gibt es im Bildungsniveau türkischer Eltern und ihrer Kinder?
4.4 Die unterschiedlichen Familientypen bei türkischen Bürgern
4.4 Welchen Zugang haben türkische Bürger zum Arbeitsmarkt in Deutschland?
4.6 Wie ist die Wohnsituation türkischer Bürger in Deutschland?
4.7 Wie erfolgt die gesundheitliche Versorgung von türkischen Bürgern?
4.8 Die Situation der türkischen Senioren
4.8 Zwischenergebnis
5. Strategien zur Integration von türkischen Bürgern in Deutschland
5.1 Darstellung, Inhalte sowie Ziele der Integrationskurse und deren Umsetzung auf Ebene der Bundesländer und Kommunen
5.2 Weitere Integrationsangebote für türkische Bürger
5.2 Was kann interkulturelle Kompetenz für die deutsche Aufnahmegesellschaft und für die türkischen Bürgern im Rahmen des Integrationsprozesses leisten?
5.4 Zwischenergebnis
6. Fazit und Ausblick
6.1 Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse
6.2 Könnte ein möglicher EU-Beitritt der Türkei die Integration von türkischen Bürgern zukünftig erleichtern?
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der Migration türkischer Bürger nach Europa auf die Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht die Analyse des Integrationsprozesses, wobei sowohl die Aufgaben der deutschen Aufnahmegesellschaft als auch die notwendigen Leistungen der türkischen Bürger selbst beleuchtet werden. Ziel ist es, unter Anwendung des AGIL-Schemas die verschiedenen Dimensionen der Zuwanderung, aktuelle Lebenssituationen und staatliche Integrationsstrategien kritisch zu bewerten.
4.1 Wie werden die Kinder türkischer Bürger erzogen?
Im Gegensatz zu deutschen Familien stammen die Familien türkischer Bürger aus Gesellschaften, in denen Absicherungen gegen die Risiken des Lebens zum größten Teil nicht durch ein staatliches System sozialer Sicherheit, sondern unmittelbar zwischen den Generationen erbracht werden. Dadurch entstehen weitreichende Auswirkungen, was Eltern und Kinder füreinander bedeuten, was sie voneinander erwarten und welchen „Wert“ sie füreinander haben.
Für die Versorgung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder erbringen die Eltern erhebliche materielle und immaterielle Leistungen. Diese tragen in bedeutendem Maße zur Integration der Kinder in die Aufnahmegesellschaft bei und verhindern Ausgrenzungen. Im Gegenzug erwarten die Eltern ihrerseits von ihren Kindern materielle Unterstützung wie z. B. frühe Mithilfe im Familienhaushalt, spätere Hilfe, Sorge und Unterstützung im Alter sowie finanzielle Unterstützung bei der Beendigung der eigenen Erwerbstätigkeit, Krankheit und Not. Die Kinder nehmen diese „Nützlichkeitserwartungen“ in einem hohen Maße wahr und sind somit ein konstitutives Element der Generationenbeziehungen in den Familien, die auch nach der Einwanderung intensiv gepflegt werden. Die gegenseitigen Erwartungen zeigen sich als äußerst stabil, die Arbeitsteilung zwischen den Generationen ist fest verankert und wird von Eltern und Kindern akzeptiert.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Forschungsfragen zu beantworten und das AGIL-Schema als theoretischen Analyserahmen einzuführen.
2. Begriffsdefinitionen: Klärt zentrale Begriffe wie Bürger, Integration, Assimilation sowie interkulturelle Kompetenz im Kontext der Arbeit.
3. Die Zuwanderung von türkischen Bürgern nach Deutschland von den 60er Jahren bis heute: Analysiert die historische Migration, Anwerbestopps, den Familiennachzug und rechtliche Rahmenbedingungen wie den ARB 1/80.
4. Die aktuelle Situation türkischer Bürger in Deutschland erläutert an Beispielen: Untersucht anhand zahlreicher Lebensbereiche wie Erziehung, Sprache, Bildung, Wohnen und Gesundheit die Realität türkischer Migrantenfamilien.
5. Strategien zur Integration von türkischen Bürgern in Deutschland: Beschreibt die staatlichen Integrationsangebote, insbesondere Integrationskurse, und das Konzept interkultureller Kompetenz.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Kernergebnisse zusammen und diskutiert, wie ein möglicher EU-Beitritt der Türkei den Integrationsprozess beeinflussen könnte.
Migration, Integration, türkische Bürger, AGIL-Schema, Zuwanderungsgesetz, interkulturelle Kompetenz, Sprachkompetenz, Bildung, Arbeitsmarkt, Familienstrukturen, Deutschland, EU-Beitritt, Aufenthaltsrecht, Generationenbeziehungen, soziale Sicherung.
Die Arbeit untersucht die Integration türkischer Bürger in Deutschland im historischen Kontext und anhand aktueller Lebensbereiche, um zu verstehen, welche Anforderungen an beide Seiten – Migranten und Aufnahmegesellschaft – gestellt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Zuwanderungsgeschichte, den Familien- und Erziehungsstrukturen, dem Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt, der Sprachkompetenz sowie den staatlichen Strategien zur Integration.
Ziel ist es, die Integrationsprozesse von türkischen Bürgern mittels des AGIL-Schemas systematisch darzustellen und zu evaluieren, inwieweit staatliche Maßnahmen und Eigenleistungen der Migranten zur Integration beitragen.
Die Arbeit nutzt das AGIL-Schema als topischen Analyserahmen, um die Funktionen und den Zusammenhalt des sozialen Systems „Integration“ zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die soziale Situation von türkischen Familien, die Auswirkungen der Migrationshistorie, Bildungs- und Sprachfragen sowie die Funktionsweise der aktuellen staatlichen Integrationskurse.
Integration, Migration, türkische Bürger, interkulturelle Kompetenz, AGIL-Schema, Bildungsniveau und Zuwanderungsgesetz.
Sie wird als prozessuales, dynamisches Instrument verstanden, das für den konstruktiven Umgang zwischen der Aufnahmegesellschaft und türkischen Bürgern auf beiden Seiten essenziell ist.
Der Autor prognostiziert, dass ein EU-Beitritt den Integrationsprozess potenziell erschweren könnte, da der staatliche Druck zur Teilnahme an Integrationsmaßnahmen entfallen würde.
Die Integration ist ein komplexer Prozess, bei dem eine stärkere gegenseitige Annäherung notwendig bleibt, wobei die staatlichen Integrationskurse einen wichtigen, aber nur einen ersten Schritt darstellen.
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