Diplomarbeit, 2006
97 Seiten, Note: 2,7
1. Einführung
1.1 Motivation und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Formen und Ziele des Bundling
2.1 Der Begriff Bundling
2.2 Grundformen des Bundling
2.3 Sonderformen des Bundling
2.3.1 Exclusive Dealing
2.3.2 Tying (tie-in sales)
2.4 Voraussetzungen und Ziele des Bundling
2.4.1 Allgemeines Gewinnsteigerungsziel des Bundling
2.4.2 Bundling als Instrument der Preisdiskriminierung
2.4.3 Bundling als Mittel gegen die Konkurrenz
Zusammenfassung
3. Bundling im Monopolfall
3.1 Ansätze in der Literatur
3.2 Ein Zwei-Güter-Modell für die Erklärung von Bundling
3.2.1 Das Modell von Adams und Yellen
3.2.2 Normative Betrachtung des Modells
3.2.3 Der Wirkungsmechanismus des Bundling
3.2.4 Modellierung des Bundling-Problems
3.3 Bundling im n-Güter-Fall
3.3.1 Der Ansatz von Bakos und Brynjolfsson
3.3.2 Modellierung im n-Güter-Fall
3.4 Stark divergierende Zahlungsbereitschaften der Nachfrager
3.5 Irrationale Entscheidungen der Nachfrager (Exkurs)
Zusammenfassung
4. Bundling als wettbewerbseinschränkende Strategie
4.1 Ansätze in der Literatur
4.2 Bundling, Tying und Exclusive Dealing als Mittel gegen die Konkurrenz
4.2.1 Exklusive Verträge gegen den Wettbewerb
4.2.2 Horizontal foreclosure durch Tying
4.3 Wohlfahrtsökonomische und wettbewerbsrechtliche Aspekte
4.4 Der Fall Microsoft
Zusammenfassung
5. Der Trend zur Entbündelung auf Informationsmärkten
Zusammenfassung
6. Zusammenfassung und abschließende Betrachtungen
Diese Diplomarbeit untersucht das ökonomische Konzept des Bundling als Strategie zur Gewinnmaximierung sowie als wettbewerbspolitisches Instrument. Dabei wird analysiert, wie Unternehmen durch das Zusammenfassen von Produkten Konsumentenrente abschöpfen können und welche Auswirkungen dies auf den Wettbewerb sowie die Wohlfahrt hat.
2.1 Der Begriff Bundling
In zahlreichen Branchen stehen Mehrproduktunternehmen vor der Entscheidung, ihre Produkte getrennt anzubieten, oder als Bündel, zu einem Gesamtpreis. Bundling ist eine Marketingstrategie, wonach zwei oder mehrere Güter und Dienstleistungen zusammenfasst werden, und so zu einem Paket-/Bündelpreis verkauft werden. Hierbei werden in der Literatur für diese Verkaufsstrategie, unterschiedliche Begriffe gebraucht: neben dem Begriff „Bundling“ werden Begriffe wie „Preisbündelung“ (z.B. bei Simon (1992), Guiltinan (1987), Wübker (1998)), „Paketangebot“, „Komplettangebot“, „Koppelungsgeschäfte“ (z.B. bei Wübker (1998), Simon (1992)), „Tie-in sales“ oder „Tying“ (z.B. Burstein (1960)), „Produktbündelung“ oder „Packaging“ oft mehr oder weniger synonym verwendet.
In den Arbeiten zur Produktbündelung geht es in erster Linie darum, optimale Bündelzusammensetzungen zu bestimmen, d.h. welche Zusammensetzung des Bündels zu einer optimalen Zielerreichung seitens des Anbieters führt. Die Arbeiten zu Preisbündelung hingegen, beschäftigen sich mit der Bestimmung des optimalen Preises eines gegebenen Bündels. Arbeiten wie z.B. Hanson und Martin (1990) beziehen beide Aspekte in ihrer Darstellung ein und sprechen allgemein von „Bundling“.
Um Klarheit darüber zu schaffen, was unter Bundling zu verstehen ist, sollen im Folgenden ein paar Beispiele angeführt werden:
- das älteste und bekannteste Beispiel geht auf Stigler (1969) zurück, der den Begriff „Blockbuchung“ prägte. Hierbei wird das Beispiel der Filmen „Gone with the Wind“ und „Getting Gertie’s Garter“ aufgeführt: der Filmverleiher bietet Kinobetreibern die Filme ausschließlich als einen ganzen Block an, der aus Topfilmen und weniger erfolgreichen Filmen besteht. So ist der Kinobetreiber gezwungen, das ganze Paket zu erwerben, was dazu führt, dass der Filmverleiher auch weniger gefragte Filme absetzen kann.
1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung zur Bündelungsstrategie.
2. Formen und Ziele des Bundling: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, Formen und Ziele des Bundling, einschließlich Tying und Exclusive Dealing, erarbeitet und analysiert.
3. Bundling im Monopolfall: Dieser Abschnitt untersucht mittels theoretischer Modelle (Zwei-Güter- und n-Güter-Modelle) die Bedingungen unter denen ein Monopolist durch Bundling seinen Gewinn maximieren kann.
4. Bundling als wettbewerbseinschränkende Strategie: Hier wird analysiert, wie Unternehmen Bundling und exklusive Verträge strategisch nutzen, um Konkurrenten aus dem Markt zu verdrängen und Wettbewerb zu verhindern, illustriert am Fall Microsoft.
5. Der Trend zur Entbündelung auf Informationsmärkten: Das Kapitel diskutiert den gegensätzlichen Trend zur Entbündelung durch technologischen Fortschritt auf modernen elektronischen Märkten.
6. Zusammenfassung und abschließende Betrachtungen: Diese abschließenden Betrachtungen fassen die Ergebnisse zusammen und betonen die Notwendigkeit einer fallbezogenen Analyse der Vorteilhaftigkeit von Bundling.
Bundling, Preisbündelung, Monopol, Wettbewerbsstrategie, Preisdiskriminierung, Tying, Exclusive Dealing, Wohlfahrtsökonomie, Informationsgüter, Entbündelung, Marktmacht, Markteintrittsbarrieren, Gewinnmaximierung, Microsoft, Konsumentenrente
Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen die Strategie des Bundling – also das Bündeln von Produkten zu einem Gesamtpreis – zur Gewinnsteigerung führt und wie dieses Instrument gleichzeitig den Wettbewerb einschränken kann.
Die Arbeit umfasst theoretische Modelle zur Preisbündelung, deren Einsatz als Instrument der Preisdiskriminierung, die strategische Nutzung zur Marktabschottung sowie den aktuellen technologischen Gegentrend zur Entbündelung auf Informationsmärkten.
Das primäre Ziel ist die Gewinnsteigerung, primär durch eine effizientere Abschöpfung der Konsumentenrente und eine verbesserte Preisdiskriminierung bei heterogenen Kundenpräferenzen.
Der Autor nutzt primär mikroökonomische Modellanalysen, grafische Segmentierung des Marktes und vergleicht diese mit Erkenntnissen aus der Fachliteratur sowie juristischen und ökonomischen Fallstudien, insbesondere zum Fall Microsoft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Modellierung des Bundling bei einem Monopolisten (unter Verwendung mathematischer Optimierung) und die Untersuchung der wettbewerbspolitischen Konsequenzen, insbesondere durch Foreclosure-Strategien wie Tying und exklusive Verträge.
Bundling, Preisdiskriminierung, Tying, Marktmacht, Wohlfahrtsökonomie und Informationsmärkte bilden den Kern der Untersuchung.
Die Heterogenität ist entscheidend, da der Erfolg von Bundling als Selbstselektionsmechanismus davon abhängt, ob der Anbieter in der Lage ist, durch das Bündelangebot verschiedene Kundensegmente optimal anzusprechen.
Der Autor zeigt, dass Bundling zwar wohlfahrtssteigernd wirken kann, wenn es die Versorgungseffizienz verbessert, aber zu erheblichen Wohlfahrtsverlusten führen kann, wenn es als Mittel zur Zerstörung von Wettbewerb genutzt wird.
Auf Informationsmärkten sind Grenzkosten für Zusatzkopien oft vernachlässigbar, was die Bündelung (z. B. durch Flatrates) zu einer besonders attraktiven Strategie macht, um eine breite Nutzerbasis bei reduzierten Transaktionskosten zu erreichen.
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