Diplomarbeit, 2006
74 Seiten, Note: 2,0
1 Problemdarstellung
2 Klassifizierung kleiner und mittlerer Unternehmen
2.1 Quantitative KMU-Definition der Europäischen Union
2.2 Qualitative SME-Definition des IASB
3 Das SME-Projekt des IASB
4 Auswirkungen einer freiwilligen Anwendung der IFRS für kleine und mittlere Unternehmen
4.1 Eigen- und Fremdkapital
4.2 Rating
4.3 Unternehmenssteuerung
4.4 Benchmarking
4.5 Marketing
5 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Anlagevermögen kleiner und mittlerer Unternehmen
5.1 Sachanlagen (IAS 16)
5.1.1 Klassifizierung
5.1.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
5.1.3 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung der Höhe nach
5.1.3.1 Bewertung beim Ansatz
5.1.3.2 Folgebewertung
5.1.3.3 Fair value
5.1.3.4 Komponentenansatz
5.1.3.5 Nutzungsdauer
5.1.4 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
5.2 Immaterielle Vermögenswerte (IAS 38)
5.2.1 Klassifizierung
5.2.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
5.2.3 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung der Höhe nach
5.2.3.1 Bewertung beim Ansatz
5.2.3.2 Folgebewertung
5.2.4 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
5.3 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (IAS 40)
5.3.1 Klassifizierung
5.3.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
5.3.3 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung der Höhe nach
5.3.3.1 Bewertung beim Ansatz
5.3.3.2 Folgebewertung
5.3.4 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
6 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Umlaufvermögen kleiner und mittlerer Unternehmen
6.1 Vorräte (IAS 2)
6.1.1 Klassifizierung
6.1.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
6.1.3 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung der Höhe nach
6.1.3.1 Anschaffungskosten
6.1.3.2 Fremdkapitalkosten
6.1.3.3 Herstellungskosten
6.1.3.4 Nettoveräußerungspreis
6.1.3.5 Bewertungsvereinfachungsverfahren
6.1.4 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
6.2 Fertigungsaufträge (IAS 11)
6.2.1 Klassifizierung
6.2.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
6.2.3 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
7 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Fremdkapital kleiner und mittlerer Unternehmen (hier: Rückstellungen nach IAS 37)
7.1 Klassifizierung
7.2 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung dem Grunde nach
7.3 Möglichkeiten und Grenzen bei der Bilanzierung der Höhe nach
7.4 Geplante Änderungen durch ED IAS 37
7.5 Vorschlag zur Neugestaltung im Rahmen des IASB-Projektes „IFRS-LIGHT“
8 Zusammenfassende Wertung
Die Arbeit untersucht die Eignung der International Financial Reporting Standards (IFRS) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor dem Hintergrund der Bestrebungen zur Einführung einer vereinfachten Variante ("IFRS-LIGHT"). Das primäre Ziel besteht darin, die Chancen und Risiken einer freiwilligen Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS aufzuzeigen und dabei zu prüfen, ob die hohen Anforderungen internationaler Standards von KMU bewältigt werden können und welche bilanzpolitischen Konsequenzen sich daraus ergeben.
4.1 Eigen- und Fremdkapital
Zunehmend wird die Auffassung vertreten, dass sich die IFRS nicht für die Anwendung in kleinen und mittleren Unternehmen eignen. Der Grund für diese ablehnende Haltung liegt aber nicht allein in den hohen Informationsanforderungen eines IFRS-Abschlusses, sondern insbesondere in den zum Teil sehr komplizierten und für deutsche gesellschaftsrechtliche Verhältnisse nicht abschließend durchdachten Regelungen zur Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital.
Die Übertragung dieser Abgrenzungsregeln auf die in Deutschland üblichen Finanzierungsformen kann zu gravierenden Konsequenzen für kleine und mittlere Unternehmen führen. Betroffen sind u. a. Personengesellschaften und Genossenschaften, deren Eigenkapital nach den Regelungen der IFRS regelmäßig in Fremdkapital umqualifiziert werden muss. Zahlreiche Kapitalkennziffern, wie z. B. die Eigenkapitalquote, beziehen sich unmittelbar auf den bilanziellen Vermögensausweis. Vermindertes bilanzielles Eigenkapital führt zwangsläufig zu einer niedrigeren Eigenkapitalquote und damit zu einem Anstieg der Kapitalkosten kleiner und mittlerer Unternehmen. Zudem erfolgt eine unzutreffende Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Die Problematik des Eigenkapitalausweises nach IFRS ist vor allem auf das gegenüber dem Handelsrecht abweichende Verständnis des Eigenkapitalbegriffs zurückzuführen. In den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS existiert kein spezifischer Standard, der sich explizit mit der Definition bzw. dem Ausweis befasst. Das Eigenkapital wird lediglich als Residualgröße aus der Gegenüberstellung von Vermögenswerten und Schulden dargestellt. Die IFRS behandeln das Eigenkapital als so genanntes Finanzinstrument. Es fällt somit in den Regelungsbereich des IAS 32. Finanzinstrumente sind gemäß IAS 32.11 Verträge, die gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen.
1 Problemdarstellung: Einführung in die wachsende Bedeutung der internationalen Rechnungslegung für KMU und die daraus resultierende Notwendigkeit von Vereinfachungen.
2 Klassifizierung kleiner und mittlerer Unternehmen: Erläuterung der quantitativen EU-Definition sowie des qualitativen "public accountability"-Ansatzes des IASB.
3 Das SME-Projekt des IASB: Vorstellung der Intention und der aktuellen Diskussion um das Projekt zur Entwicklung vereinfachter IFRS für KMU.
4 Auswirkungen einer freiwilligen Anwendung der IFRS für kleine und mittlere Unternehmen: Analyse der Effekte auf Eigenkapital, Rating, Unternehmenssteuerung, Benchmarking und Marketing.
5 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Anlagevermögen kleiner und mittlerer Unternehmen: Detaillierte Prüfung der Bilanzierung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzinvestitionen unter Berücksichtigung von IFRS-LIGHT.
6 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Umlaufvermögen kleiner und mittlerer Unternehmen: Darstellung der bilanzpolitischen Spielräume bei Vorräten und Fertigungsaufträgen im Vergleich zum HGB.
7 Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Fremdkapital kleiner und mittlerer Unternehmen (hier: Rückstellungen nach IAS 37): Untersuchung der Komplexität bei der Rückstellungsbildung und der geplanten Änderungen durch ED IAS 37.
8 Zusammenfassende Wertung: Abschließende Einschätzung zur Eignung der IFRS für KMU und Plädoyer für weitere Vereinfachungen.
IFRS, KMU, IFRS-LIGHT, IASB, Bilanzierung, Eigenkapital, Fremdkapital, Rating, Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Rückstellungen, Fair Value, HGB, Unternehmenssteuerung, Jahresabschluss
Die Diplomarbeit untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen die International Financial Reporting Standards (IFRS) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sinnvoll anwendbar sind, insbesondere im Hinblick auf die geplante "IFRS-LIGHT"-Version.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von KMU, die Auswirkungen einer freiwilligen Umstellung auf IFRS, die Bilanzierung von Anlage- und Umlaufvermögen sowie die spezifische Behandlung von Rückstellungen.
Das Ziel ist die kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen, die eine Anwendung internationaler Rechnungslegungsnormen für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen bietet, unter Berücksichtigung der damit verbundenen Kosten und Komplexität.
Es handelt sich um eine analytische Auseinandersetzung, die den aktuellen Stand der IASB-Diskussion, einschlägige Fachliteratur und vergleichende Analysen zum HGB nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Auswirkungen auf Kennzahlen wie das Rating sowie eine detaillierte Prüfung einzelner Bilanzposten (Sachanlagen, Vorräte, Rückstellungen) unter den aktuellen IFRS-Standards.
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie "IFRS", "KMU", "IFRS-LIGHT", "Bilanzierung" und "Fair Value".
Da IFRS Eigenkapital als Residualgröße betrachten, führt dies bei typischen deutschen Rechtsformen wie Personengesellschaften oft zur Umqualifizierung in Fremdkapital, was die Eigenkapitalquote verschlechtert und die Kapitalkosten erhöht.
Das "fair value"-Konzept soll eine marktnahe Bewertung ermöglichen, stellt aber KMU vor große Herausforderungen, da in der Realität oft keine aktiven Märkte existieren und die Bewertung stark subjektiv geprägt ist.
Die Arbeit bleibt skeptisch und betont, dass die aktuellen Entwürfe des IASB für KMU noch erhebliche Vereinfachungen vermissen lassen, um eine breite Akzeptanz in der Praxis zu erreichen.
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