Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Jay McInerney: Bright Lights, Big City (1984)
2.1 Hintergrund: Die USA der achtziger Jahre
2.2 Kurzzusammenfassung des Romans und kritische Stimmen
2.3 Die Darstellung New York Citys
2.3.1 Die New Yorker Straße als Spiegel der Gesellschaft
2.3.2 Greenwich Village vs. Upper East Side
2.3.3 New Yorker Tagesgeschehen als Spiegel der Seele
2.4 Anonymität in der Großstadt
2.4.1 Die Rolle der Familie
2.4.2 Die Rolle der Frau
2.5 Die Angst vor Fakten und Flucht in die Fiktion
2.5.1 Drogenkonsum: Verdrängung der Realität
3 Mark Cirino: Name the Baby (1997)
3.1 Hintergrund: Die USA der 90er Jahre
3.2 Kurzzusammenfassung des Romans und kritische Stimmen
3.3 New York City und die Vorstadt im Vergleich
3.3.1 Der Eindruck des Protagonisten von New York
3.3.2 Die Wahrnehmung der Heimatstadt in New Jersey
3.4 Anonymität in der Großstadt
3.4.1 Die Rolle der Familie
3.4.2 Die Rolle der Frau
3.5 Die Angst vor dem eigenen 'Ich'
4 Schlussbetrachtung: Die Romane im Vergleich
Die Hausarbeit untersucht, wie sich die Lebensumstände und existentiellen Ängste junger Erwachsener in New York City zwischen den 1980er und 1990er Jahren veränderten, indem sie die Romane Bright Lights, Big City von Jay McInerney und Name the Baby von Mark Cirino kontrastierend analysiert und die Rolle von Identitätskrisen vor dem Hintergrund zeitgenössischer gesellschaftlicher Einflüsse beleuchtet.
Die New Yorker Straße als Spiegel der Gesellschaft
Während der Protagonist durch die Straßen Manhattans schweift, trifft er auf viele Gestalten, die typisch für das New Yorker Stadtleben der achtziger Jahre, und teils auch noch heute, sind. Sie geben uns einen Aufschluss darüber, wie sich die Gesellschaft zu jener Zeit zusammensetzte und außerdem, welche moralischen Vorstellungen sie hatte. Hier lässt sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Tages- und Nachtgeschehen feststellen: Die Straßen Manhattans sind bei Tage geprägt von verschiedenen ethnischen Gruppen, sozialen Schichten und Straßenhändlern, die teils absurde Dinge verkaufen, bei Nacht jedoch werden sie zum Schauplatz der Partygänger, die sich anscheinend allesamt durch ihre besonderen Outfits übertreffen, und um jeden Preis auffallen wollen.
Gleich zu Beginn des Romans trifft der Protagonist auf eine dieser schillernden Personen der Nacht, von der er zunächst annimmt, es sei eine Prostituierte:
Down on West Side Highway, a lone hooker totters on heels and tugs her skirt as if no one had told her that the commuters won't be coming through the tunnels from Jersey today. Coming closer, you see that she's a man in drag.
Diese Person, eine so genannte Drag Queen, ist nur einer der vielen Menschen in New York, die vorgeben etwas anderes zu sein, als sie tatsächlich sind. Es handelt sich hier um einen Trend, der vor allem in Greenwich Village zu beobachten ist, dem New Yorker Zentrum der homosexuellen Kultur. Seit den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Homosexuellen im Jahre 1969 in der Christopher Street wurde dieser Stadtteil New Yorks zum Ausgangspunkt der Homosexuellenbewegung. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass in McInerneys Roman, der größtenteils im Village spielt, zahlreiche Verweise auf homosexuelle Männer zu finden sind. Die Drag Queens bilden eine Untergruppierung dieser Homosexuellenkultur, die um jeden Preis auffallen will. Sie sehen sich selbst als "performer" und nutzen ihre farbenfrohen, übertrieben Outfits, um besonders aus der Masse heraus zu stechen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert das Forschungsinteresse an der Bratpack-Literatur sowie die Auswahl der Romane und deren Bedeutung für das Verständnis junger Erwachsener in New York in verschiedenen Dekaden.
2 Jay McInerney: Bright Lights, Big City (1984): Dieses Kapitel analysiert McInerneys Roman vor dem Hintergrund der Reagan-Ära, untersucht die Symbolik der Stadt, die soziale Isolation des Protagonisten und die Rolle von Drogen bei der Realitätsverdrängung.
3 Mark Cirino: Name the Baby (1997): Hier wird Cirinos Roman in den Kontext der 1990er Jahre gesetzt und das Verhalten des Protagonisten Sam in Bezug auf sein Umfeld, seine Familie und seine traumatische Vergangenheit untersucht.
4 Schlussbetrachtung: Die Romane im Vergleich: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen, arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Lebenswelten heraus und resümiert, dass der 'typische New Yorker' nicht definierbar ist.
New York City, Identitätskrise, McInerney, Cirino, Literaturanalyse, Reagan-Ära, 90er Jahre, Yuppie, Generation X, Realitätsflucht, Großstadt, Anonymität, Familienrollen, Drogenkonsum, Existenzangst
Die Arbeit analysiert die Lebenswelten und psychischen Herausforderungen junger Erwachsener in New York City anhand von zwei Romanen aus unterschiedlichen Jahrzehnten.
Im Fokus stehen Bright Lights, Big City (1984) von Jay McInerney und Name the Baby (1997) von Mark Cirino.
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich das Leben und die Ängste eines jungen New Yorkers zwischen den 1980er und 1990er Jahren unterschieden und wie die Protagonisten versuchten, diese Probleme zu bewältigen.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die den historischen Kontext, die Darstellung des urbanen Raums und die psychologische Entwicklung der Protagonisten untersucht.
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung der jeweiligen Dekaden, die Wahrnehmung der Stadt New York, die Rolle sozialer Beziehungen und den Umgang mit Identitätskrisen und Realitätsverlust.
Zu den zentralen Begriffen zählen Identitätskrise, Yuppie-Kultur, Generation X, Anonymität in der Großstadt, Realitätsflucht und die literarische Darstellung von New York.
Während der Protagonist bei McInerney eher passiv versucht, der Realität zu entfliehen, zeigt der Protagonist bei Cirino eine offensivere, wenn auch destruktive Suche nach Antworten in seiner Vergangenheit.
Für beide stellt die Familie trotz Distanzierung einen Anker dar, wobei die Konfrontation mit der Vergangenheit durch familiäre Bindungen ein Schlüsselerlebnis für die Bewältigung ihrer Krisen bildet.
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