Examensarbeit, 2005
179 Seiten, Note: 1,3
1. QUELLENLAGE
2. ZUR HISTORISCHEN ENTWICKLUNG DER GRUNDSCHULE UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DES SCHULANFANGS
3. ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE BEDINGUNGEN DES KINDLICHEN LERNENS UND LEBENS
3.1 Wie Kinder lernen
3.1.1 Lernen – Erkenntnisse aus der Hirnforschung
3.1.2 Das Konzept des Konstruktivismus
3.2 Veränderte Kindheit im Wandel der Gesellschaft
3.2.1 Familiale Lebenswelt
3.2.2 Spiel- und Freizeitverhalten
3.2.3 Medien und Konsum
3.2.4 Multikulturelle Gesellschaft
3.2.5 Konsequenzen für den Schulanfang
3.3 Zusammenfassung
4. KINDGERECHTER SCHULANFANG
4.1 Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule
4.1.1 Kooperation von Kindergarten, Grundschule und Elternhaus
4.1.2 Die Schulanmeldung
4.2 Schulreife – Schulfähigkeit
4.2.1 Das Konzept der Schulreife
4.2.2 Das Konzept der Schulfähigkeit
4.2.2.1 Das Kieler Einschulungsverfahren
4.2.2.2 Der Ökosystemische Ansatz nach Nickel
4.2.3 Studie von Gisela Kammermeyer 2000
4.3 Der erste Schultag und das Einleben in den Schulalltag
4.3.1 Die Einschulungsfeier
4.3.2 Die erste Schulstunde
4.3.3 Die erste Schulwoche
4.4 Der Anfangsunterricht
4.4.1 Pädagogische Prinzipien für den Anfangsunterricht
4.4.2 Das Klassenzimmer als Lern- und Lebenswelt
4.4.3 Offene Unterrichtsformen im Anfangsunterricht
4.4.3.1 Mögliche Organisationsformen
4.5 Zusammenfassung
5. DIE FLEXIBLE SCHULEINGANGSPHASE ALS EINE MÖGLICHKEIT DES KINDGERECHTEN SCHULANFANGS
5.1 Bildungspolitische Überlegungen zur Gestaltung der flexiblen Schuleingangsphase
5.2 Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule
5.2.1 Aufgabe und Verantwortung des Kindergartens im Hinblick auf die flexible Schuleingangsphase
5.2.2 Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule
5.2.2.1 Formen, Inhalte und Ziele der Zusammenarbeit
5.2.2.2 Einbeziehung der Eltern
5.3 Die Gestaltung des Schulanmeldeverfahrens
5.3.1 Zeitpunkt der Schulanmeldung
5.3.2 Das Anmeldegespräch in der Grundschule
5.3.3 Sprachstandserhebung
5.3.3.1 Verfahren zur Feststellung der Sprachkenntnisse und deren Nutzen
5.3.3.2 Möglichkeiten einer gezielten Sprachförderung
5.4 Die Umsetzung des Modells der flexiblen Schuleingangsphase im Schulbetrieb
5.4.1 Flexibles Einschulungsverfahren – Flexible Verweildauer
5.4.1.1 Aufnahme aller schulpflichtigen Kinder
5.4.1.2 Flexible Schulaufnahme
5.4.1.3 Individuelle Verweildauer in der flexiblen Schuleingangsphase
5.4.2 Möglichkeiten der Organisation
5.4.3 Jahrgangsübergreifende Klassen – Jahrgangsübergreifender Unterricht
5.4.3.1 Lernen an der Differenz – eine Chance für ein Miteinander
5.4.3.2 Kinder lernen von Kindern
5.4.3.3 Die Funktion der Lehrkraft im Rahmen des altersgemischten Lernens
5.4.4 Förderdiagnostik und unterrichtsbegleitende Diagnostik
5.4.4.1 Förderdiagnostische Beobachtungen hinsichtlich der Entwicklungsbereiche Wahrnehmung, Motorik und Verhalten
5.4.4.2 Unterrichtsbegleitende Diagnostik
5.4.4.3 Förderdiagnostische Notwendigkeiten
5.4.5 Differenzierung in der flexiblen Schuleingangsphase
5.4.5.1 Differenzierung statt Egalisierung – Die Berücksichtigung verschiedener Lerntypen
5.4.5.2 Formen der Differenzierung
5.4.5.3 Offener Unterricht als eine geeignete Möglichkeit der Differenzierung
5.5 Zusammenfassung
C. KLEINE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
1. DIE FLEXIBLE SCHULEINGANGSPHASE – EINE GESTALTUNGSMÖGLICHKEIT FÜR DEN KINDGERECHTEN SCHULANFANG?
2. FRAGEBOGEN ZUR BEURTEILUNG DER FLEXIBLEN SCHULEINGANGSPHASE
3. UNTERSUCHUNGSDURCHFÜHRUNG
4. DOKUMENTATION DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
Die Arbeit untersucht, wie ein kindgerechter Schulanfang durch die flexible Schuleingangsphase gestaltet werden kann, um der zunehmenden Heterogenität der Grundschulkinder gerecht zu werden und jedem Kind eine individuelle Förderung zu ermöglichen.
3.1.2 Das Konzept des Konstruktivismus
Bereits die Denker der Antike thematisierten die erkenntnistheoretischen Fragen nach der Wirklichkeit. Was sie ist, und ob und wie wir sie erkennen können. Wie aus der Anschauung der Dinge der gegenständlichen Welt und durch Tätigkeit der Vernunft eine Erkenntnis erwächst. Ferner, wie aus solchermaßen gewonnener Erkenntnis Fähigkeiten entwickelbar und Handlungsanweisungen aufzeigbar sind im Hinblick auf ihre Anwendung im praktischen Leben.
In diesen urrelevanten Fragestellungen und ihren Lösungsproblematiken schwingt schon immer die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit der Aneignung von Welt im Rahmen von Lernen und Lehren mit. Besondere Bedeutung erlangt die Beschäftigung mit dieser Thematik mit Beginn der Neuzeit. Insbesondere die Subjekt-Objekt-Problematik wird Zentrum erkenntnistheoretischen Bemühens. Diese beschreibt die Relation des Menschen als erkennendes Subjekt, als Wahrnehmenden, zu den zu erkennenden Objekten, zur gegen-ständlichen Welt.
In diesem Zusammenhang kommt eine „Neuinterpretation des Lernbegriffs“ auf, der unter dem Begriff Konstruktivismus die traditionellen erkenntnistheoretischen Zugriffe auf die Wirklichkeit von Welt erweitert bzw. neu zu verstehen versucht. Folglich werden Lernen und pädagogisches Handeln aus entsprechend neuer Perspektive betrachtet. Siebert betont in diesem Zusammenhang, dass es sich nicht um eine neue wissenschaftliche Disziplin handelt: „Der Konstruktivismus ist keine eigene Wissenschaftsdisziplin, sondern ein inter- und transdisziplinäres ‚Paradigma’, eine Perspektive, die sich vor allem von ontologischen und metaphysischen Wahrheitsansprüchen distanziert. Wirklichkeit ist beobachterabhängig […].“
QUELLENLAGE: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die erziehungswissenschaftliche Literatur zur Thematik des Schulanfangs seit den 70er Jahren.
ZUR HISTORISCHEN ENTWICKLUNG DER GRUNDSCHULE UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DES SCHULANFANGS: Hier wird der historische Kontext der Grundschule beleuchtet und gezeigt, wie sich bildungspolitische Reformen auf den Schulanfang auswirkten.
ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE BEDINGUNGEN DES KINDLICHEN LERNENS UND LEBENS: Dieses Kapitel thematisiert die neurologischen Grundlagen des Lernens sowie den Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die kindliche Entwicklung.
KINDGERECHTER SCHULANFANG: Es werden zentrale Aspekte wie der Übergang vom Kindergarten zur Schule, Schulreife, Schulfähigkeit und die Gestaltung des Anfangsunterrichts analysiert.
DIE FLEXIBLE SCHULEINGANGSPHASE ALS EINE MÖGLICHKEIT DES KINDGERECHTEN SCHULANFANGS: Hier werden die bildungspolitischen Rahmenbedingungen und die praktische Umsetzung des neuen Modells in NRW detailliert erörtert.
KLEINE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Diese Untersuchung liefert Einblicke in die praktische Sichtweise von Lehrkräften auf die flexible Schuleingangsphase.
Flexible Schuleingangsphase, Schulanfang, Kindgerechter Unterricht, Grundschule, Schulfähigkeit, Konstruktivismus, Hirnforschung, Jahrgangsübergreifender Unterricht, Differenzierung, Förderdiagnostik, Übergang Kindergarten Grundschule, Heterogenität, Individuelle Förderung, Offener Unterricht, Bildungsreform
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer kindgerechten Gestaltung des Schulanfangs unter besonderer Berücksichtigung der flexiblen Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen.
Die zentralen Themen sind das Lernen von Kindern aus hirn- und konstruktivistischer Sicht, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf Kinder sowie methodische Ansätze zur individuellen Förderung im Anfangsunterricht.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein kindgerechter Schulanfang durch flexible Strukturen und individuelle Förderung realisiert werden kann, um der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft gerecht zu werden.
Neben einer ausführlichen Literaturstudie und theoretischen Herleitung wird eine eigene kleine empirische Untersuchung in Form einer Lehrerbefragung durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse spezifischer Elemente des Schulanfangs (z.B. Kooperation, Schulreife, Anfangsunterricht) und die detaillierte Darstellung des Modells der flexiblen Schuleingangsphase.
Zu den zentralen Begriffen zählen die flexible Schuleingangsphase, Differenzierung, Jahrgangsübergreifendes Lernen, Schulfähigkeit und Förderdiagnostik.
Die Kooperation ist für einen gelingenden Übergang essenziell, um Informationen über den individuellen Entwicklungsstand der Kinder frühzeitig auszutauschen und Fördermaßnahmen bereits vor Schulbeginn zu initiieren.
Sie ist notwendig, um der hohen Heterogenität der Kinder zum Zeitpunkt der Einschulung besser zu begegnen und das starre Jahrgangsklassensystem durch passgenauere, individuellere Lernangebote zu ersetzen.
Die empirische Untersuchung zeigt eine Tendenz: Lehrkräfte mit Praxiserfahrung bewerten das Modell positiver, während Unerfahrene oft skeptischer sind und Sorgen bezüglich des organisatorischen Mehraufwands äußern.
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