Examensarbeit, 2001
79 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Prozeßorientierung – ein integratives, fremdsprachendidaktisches Konzept
2.1 Begriffsklärungen und Erläuterung des Konzepts
2.1.1 Merkmale der Prozeßorientierung
2.1.2 Integration von Lernerautonomie, Handlungs- und Kreativitätsorientierung
2.1.3 Bedeutung von Strategien für die Prozeßorientierung
2.1.4 Prozeßorientierung – eine konstruktivistische Position
2.2 Medien und Inhalte in einem prozeßorientierten Unterricht
2.2.1 Wechsel der medialen Form
2.2.2 Bedeutungsvolle Inhalte und Themen
2.3 Fazit
3 Merkmale und Stellenwert des Schreibens im Unterricht
3.1 Schreiben – eine der sprachlichen Grundfertigkeiten
3.2 Die Rolle des Schreibens im Fremdsprachenunterricht
3.2.1 Gründe für die Vernachlässigung des Schreibens
3.2.2 Gründe für eine Schreibförderung
3.3 Fazit
4 Prozeßorientiertes Schreiben in der Fremdsprache
4.1 Definition und Merkmale prozeßorientierten Schreibens
4.2 Der Schreibprozeß
4.2.1 Grundlegende Annahmen zum Schreibprozeß
4.2.2 Modell des Schreibens nach Hayes/Flower
4.2.3 Phasen und Verlauf des Schreibprozesses
4.2.3.1 Pre-Writing
4.2.3.2 Writing
4.2.3.3 Post-Writing
4.2.4 Zur Ontogenese des Schreibens
4.3 Fazit
5 Lernstrategien, Arbeits- und Lerntechniken
5.1 Definitionen und Merkmale
5.1.1 Lernstrategien und Lernerstrategien
5.1.2 Lerntechniken und Arbeitstechniken
5.1.3 Unterschiede zwischen Strategien und Techniken
5.2 Profil eines guten Fremdsprachenlerners
6 Theoretische Grundlagen der prozeßorientierten Schreibförderung
6.1 Begründung der prozeßorientierten Schreibförderung
6.1.1 Lehr- und Lernbarkeit der Schreibfähigkeit
6.1.2 Soziologische, pädagogische sowie methodisch-didaktische Begründung
6.1.3 Schulrealität
6.1.4 Einstellungen und Haltungen der Schüler im Verlauf ihrer Schulkarriere
6.2 Merkmale des fremdsprachlichen Schreibprozesses
6.2.1 Schwierigkeiten beim fremdsprachlichen Schreibprozeß
6.2.2 Muttersprachliches und fremdsprachliches Schreiben
6.2.3 Vergleich zwischen guten und schlechten Schreibern
6.2.3.1 Der Schreibprozeß von unerfahrenen/schlechten Schreibern
6.2.3.2 Der Schreibprozeß von erfahrenen/kompetenten Schreibern
6.3 Prinzipien der prozeßorientierten Schreibförderung
6.3.1 Prozedurale Erleichterung
6.3.1.1 Gruppenarbeit als Methode der prozeduralen Erleichterung
6.3.1.2 Bedeutung des Computers für eine prozeßorientierte Schreibförderung
6.3.2 Alters- und entwicklungsgemäße Übungen
6.3.2.1 I. und II. Lernjahr (5. und 6. Klasse)
6.3.2.2 III. und IV. Lernjahr (7. und 8. Klasse)
6.3.2.3 V. und VI. Lernjahr (9. und 10. Klasse)
6.3.3 Zur Vermittlung von Lernstrategien und Lern- und Arbeitstechniken
6.3.4 Weitere Prinzipien der prozeßorientierten Schreibdidaktik
6.4 Schwierigkeiten in der prozeßorientierten Schreibförderung
6.4.1 Veränderte Lehrerrolle und die Bedeutung des Lehrwerks
6.4.2 Bewertung und Korrektur in einer prozeßorientierten Schreibförderung
6.4.2.1 Bewertung und Korrektur von kreativen Texten
6.5 Fazit
7 Kreatives Schreiben - ein prozeßorientiertes Schreibkonzept
7.1 Kreatives Schreiben
7.1.1 Definition und Merkmale
7.1.2 Begründung und Bedeutung kreativen Schreibens
7.1.3 Voraussetzungen und Impulse für kreatives Schreiben
7.1.4 Prinzipien zur Vermittlung kreativen Schreibens
7.1.4.1 Würdigung kreativer Schreibprodukte
7.2 Dependent Authorship
7.3 Freies und persönliches Schreiben
7.3.1 Definition und Unterschiede zum kreativen Schreiben
7.3.2 Die Bedeutung des freien Schreibens für den Fremdsprachenerwerb
7.4 Fazit
8 Beispiele für die Umsetzung der prozeßorientierten Schreibförderung
8.1 Verschiedene Übungen zur Förderung der Teilprozesse
8.1.1 Übungen zur Stoffsammlung und Gliederung
8.1.2 Übungen zum Planungsverhalten und zur Textkohärenz
8.1.3 Übungen zur Satzverknüpfung
8.1.4 Übungen zur Textproduktion
8.1.5 Übungen zur Formulierung
8.1.6 Übungen zur Schreibzielformulierung und zum Perspektivierungsvermögen
8.1.7 Übungen zur Textsortenangemessenheit
8.1.8 Übungen zur Einbeziehung des Lesers
8.1.9 Übungen zur Überarbeitung
8.2 Kreative Schreibaufgaben
8.3 Übungen zur Förderung von Arbeits- und Lerntechniken
8.4 Weitere prozeßorientierte Aufgabentypen
9 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Konzept der prozessorientierten Schreibförderung im Englischunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, die didaktische Notwendigkeit einer Abkehr von rein produktorientierten Ansätzen aufzuzeigen, um Schüler bei der Identitätsfindung zu unterstützen und ihre kommunikative Kompetenz sowie Selbstständigkeit durch gezielte Förderung des Schreibprozesses zu stärken.
4.2.1 Grundlegende Annahmen zum Schreibprozeß
„Schreiben ist ein neuronaler Prozeß, an dem neben den primären Sprachzentren (Wernicke- und Broca- Areal) nahezu alle Gehirnzentren je nach der Schreibaufgabe unterschiedlich intensiv beteiligt sind. Dieser Prozeß verläuft nicht mechanisch linear, sondern komplex und rekursiv“ (Kästner 1997, 64).
Beim Erstellen eines Textes setzt der Schreibende eine Vielzahl von Strategien und Techniken ein, um den Schreibprozeß so zu steuern, daß ein (fremd-)sprachlich angemessener Text entsteht. Dabei greift er auf Sprach- und Weltwissen zurück. Der Schreibprozeß verläuft in drei Etappen (Planungs-, Formulierungs-, Überarbeitungsphase), welche aber nicht einfach nacheinander oder kontinuierlich durchlaufen werden, sondern in einer Art Wechselbeziehung zu einander stehen, sich also gegenseitig bedingen. Charakteristisch für den Schreibprozeß ist, daß der Schreibende ständig zwischen den einzelnen Schreibaktivitäten hin und her springt.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit, auf den gesellschaftlichen Wertewandel und die Pluralisierung der Lebensformen durch moderne Ansätze der Schreibförderung zu reagieren.
2 Prozeßorientierung – ein integratives, fremdsprachendidaktisches Konzept: Es wird das Konzept der Prozessorientierung als Gegenbewegung zur Produktorientierung definiert, wobei konstruktivistische Grundlagen und die Integration von Lernerautonomie hervorgehoben werden.
3 Merkmale und Stellenwert des Schreibens im Unterricht: Das Kapitel diskutiert die Gründe für die bisherige Vernachlässigung des Schreibens und argumentiert für dessen Notwendigkeit zur Förderung der kommunikativen Kompetenz.
4 Prozeßorientiertes Schreiben in der Fremdsprache: Hier wird der Schreibprozess als komplexes, rekursives Geschehen analysiert und die verschiedenen Phasen sowie die Ontogenese des Schreibens erläutert.
5 Lernstrategien, Arbeits- und Lerntechniken: Es wird die Bedeutung von Strategien und Techniken zur Steuerung des individuellen Lernprozesses sowie das Profil eines erfolgreichen Fremdsprachenlerners untersucht.
6 Theoretische Grundlagen der prozeßorientierten Schreibförderung: Dieses Kernkapitel begründet den Prozessansatz, analysiert die Schwierigkeiten des fremdsprachlichen Schreibens und führt Prinzipien wie die prozedurale Erleichterung ein.
7 Kreatives Schreiben - ein prozeßorientiertes Schreibkonzept: Kreatives Schreiben wird als praktische Umsetzung der Prozessorientierung vorgestellt, wobei Konzepte wie Dependent Authorship und freies Schreiben thematisiert werden.
8 Beispiele für die Umsetzung der prozeßorientierten Schreibförderung: Das Kapitel bietet konkrete Übungsvorschläge für verschiedene Teilprozesse, kreative Aufgaben und den Einsatz von Lerntechniken.
9 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung einer prozessorientierten Schreibdidaktik zur Stärkung der Schülerkompetenzen zusammen.
Prozessorientierung, Schreibförderung, Fremdsprachenunterricht, Schreibprozess, Lernerautonomie, Kreatives Schreiben, Lernstrategien, Handlungsorientierung, Textproduktion, Textrevision, Schreibentwicklung, Kommunikation, Schülerorientierung, Schreibkompetenz, Fremdsprachenerwerb.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Vermittlung der sprachlichen Fertigkeit „Schreiben“ im Englischunterricht der Sekundarstufe I und plädiert für einen prozessorientierten statt eines rein produktorientierten Ansatzes.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Schreibens als Prozess, die Integration von Lernstrategien, die Förderung der Kreativität sowie die praktische Gestaltung des Unterrichts durch prozedurale Erleichterung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein prozessorientierter Ansatz dazu beitragen kann, den Schreibunterricht aufzuwerten, die Identitätsfindung der Schüler zu unterstützen und lebenslange Lernkompetenzen zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten fachdidaktischen Analyse und theoretischen Reflexion, die Erkenntnisse aus der Lernpsychologie, Psycholinguistik und Fremdsprachendidaktik einbezieht.
Im Hauptteil werden die theoretischen Begründungen des Ansatzes, das Modell des Schreibprozesses (Hayes/Flower), Prinzipien der Schreibförderung wie die Gruppenarbeit und der Computereinsatz sowie die Bewertung von Schreibprozessen detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Prozessorientierung, kreatives Schreiben, Lernerautonomie, Schreibprozess, prozedurale Erleichterung und kommunikative Kompetenz.
Während die Produktorientierung lediglich das fertige Ergebnis und die Fehlerzahl bewertet, rückt die Prozessorientierung den Lernenden und seinen Weg zum Text in den Fokus, was effektiveres und motivierenderes Lernen ermöglicht.
Der Lehrer wandelt sich vom Instrukteur zum Lernberater, der Schülern Hilfestellungen zur Selbsthilfe bietet, statt lediglich als „Richter“ über Korrektheit zu urteilen.
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