Diplomarbeit, 2006
199 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Überblick
2. Geschichte der Fernsehdebatten
2.1 Die Präsidentschaftsdebatten in den USA
2.2 Personalisierung des Wahlkampfs
2.3 TV Duelle in Deutschland
2.4 Das TV Duell 2005
3. Einfluss von TV Duellen
3.1 Die Rezeption des TV Duells 2005
3.2 Die Wirkung von TV Duellen
3.3 Theorien der Emotionspsychologie
3.4 Emotionen im TV Duell
4. Fragestellung der Untersuchung und methodisches Vorgehen
4.1 Fragestellung: Emotionalisierung im TV Duell
4.2 Methodisches Vorgehen
5. Theorien zur Auswahl des Materials
5.1 Politische Argumentation im Wandel der Zeit
5.2 Argumentum Ad
5.2.1 Argumentum Ad Populum
5.2.2 Argumentum Ad Misericordiam
5.2.3 Argumentum Ad Baculum
5.2.4 Argumentum Ad Hominem
5.3 Emotionsbenennung
5.4 Argument mit positiver Valenz
6. Analyse des Materials
6.1 Selbstdarstellung
6.1.2 Theorien der Selbstdarstellung und das Kategoriensystem nach Schütz
6.1.2 Analyse des Materials nach Selbstdarstellungsformen
6.1.3 Schlussfolgerungen
6.2 Nonverbales Verhalten
6.2.1 Theorien nonverbalen Verhaltens und Kategoriensystem nach Ekman
6.2.2 Entwicklung eines Codierungssystems für nonverbales Verhalten
6.2.3 Analyse des Materials nach Kategorien nonverbalen Verhaltens
6.2.4 Schlussfolgerungen
7. Implikationen und Ausblick
Diese Arbeit untersucht explorativ, welche emotionalen Argumente im TV-Duell 2005 zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel verwendet wurden und wie diese mittels nonverbaler Kommunikation und Selbstdarstellungsstrategien ausgestaltet waren.
2.1 Die Präsidentschaftsdebatten in den USA
Ein TV Duell oder eine Fernsehdebatte ist ein Zusammentreffen der Spitzenkandidaten des Wahlkampfs. Es wird live im Fernsehen übertragen. Die Kandidaten werden von einem oder mehreren Moderatoren zu den Themen des Wahlkampfs befragt.
Das Format der politischen Debatte ist keineswegs neu – bereits im alten Rom wurde auf dem Forum über Politik diskutiert, Reden gehalten und sich mit dem politischen Gegner vor Zuschauern ein Streitgespräch geliefert. Ein jüngerer Trend ist jedoch der Aufwand und die Sorgfalt mit der die Kandidaten und Parteien mit Hilfe ihrer Berater und Werbeagenturen an der Vermarktung ihrer Politik und ihres Images arbeiten.
Damit werden in Deutschland die Wahlkämpfe heute weit professioneller geführt als beispielsweise noch in den 80er Jahren. Viele dieser neuen Vermarktungsstrategien kommen ursprünglich aus den USA und werden unter dem Begriff „Amerikanisierung“ subsumiert. So sind auch die deutschen TV Duelle nach dem Vorbild der Presidential Debates entstanden (vgl. Maurer & Reinemann, 2003). Diese Entwicklung soll in den folgenden Unterkapiteln kurz dargestellt werden.
1. Einleitung und Überblick: Einführung in das junge Format des TV-Duells in Deutschland und die Forschungsrelevanz emotionaler Argumentation.
2. Geschichte der Fernsehdebatten: Historischer Abriss der US-Präsidentschaftsdebatten und deren Einfluss auf die Amerikanisierung deutscher Wahlkämpfe.
3. Einfluss von TV Duellen: Erörterung der Wirkung von TV-Debatten auf Wähler, der Rolle der Emotionspsychologie und medialer Berichterstattung.
4. Fragestellung der Untersuchung und methodisches Vorgehen: Definition der Forschungsfragen und Vorstellung der qualitativen Inhaltsanalyse als methodische Grundlage.
5. Theorien zur Auswahl des Materials: Theoretische Herleitung von sechs Argumentationsmustern (z.B. Ad Populum, Ad Baculum) zur Analyse emotionsgeladener Textstellen.
6. Analyse des Materials: Untersuchung der Selbstdarstellungsformen nach Schütz und des nonverbalen Verhaltens nach Ekman anhand ausgewählter Szenen.
7. Implikationen und Ausblick: Diskussion der Ergebnisse für die politische Praxis und zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
TV-Duell, Selbstdarstellung, Emotionen, Politische Argumentation, Rhetorik, Nonverbales Verhalten, Mimik, Wahlkampf, Kanzlerkandidaten, Argumentationsmuster, Medienpsychologie, Sozialpsychologie, Inhaltsanalyse, Personalisierung, Mediatisierung
Die Diplomarbeit analysiert die Nutzung und Ausgestaltung emotionaler Argumente sowie deren Begleitung durch nonverbale Kommunikation in der politischen Selbstdarstellung während des TV-Duells 2005.
Zu den Kernbereichen gehören die politische Rhetorik, die Emotionspsychologie, die Analyse von nonverbalem Verhalten in Medien und Strategien zur vorteilhaften Selbstdarstellung von Spitzenpolitikern.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kanzlerkandidaten durch den gezielten Einsatz emotionaler Argumentationsmuster versuchen, ihre Selbstdarstellung zu optimieren und Wählerstimmen zu gewinnen.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, die auf theoriegeleiteten Kategoriensystemen (Schütz für Selbstdarstellung, Ekman für mimischen Ausdruck) basiert.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (wie das Argumentum Ad Populum oder Ad Hominem) eingeführt und anschließend auf zwölf ausgewählte Schlüsselszenen des TV-Duells angewendet.
Zentrale Begriffe sind TV-Duell, Selbstdarstellung, Emotionen, Politische Argumentation, Nonverbales Verhalten und Mediatisierung.
Die Analyse zeigt, dass Schröder eher auf eine ruhige, gezielte Mimik und eine kämpferische Abgrenzung setzt, während Merkel eine bewegtere Mimik aufweist, die teilweise inkongruent zu ihren verbalen Inhalten wirkt.
Mimik dient laut Arbeit als zentraler Indikator für Emotionen; bei einer Inkongruenz zwischen verbale Aussage und nonverbalem Ausdruck (z.B. unechtes Lächeln) leidet die wahrgenommene Glaubwürdigkeit des Politikers.
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