Diplomarbeit, 2006
328 Seiten, Note: 2,8
1 Integration im Elementarbereich
1.1 Einführung in die Theorie der integrativen Förderung im Elementarbereich
1.1.1 Bedeutende Grundpositionen der Integrationsbewegung im Elementarbereich
1.1.2 Entwicklung der Integration im Elementarbereich in Deutschland
1.2 Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung in Berlin
1.2.1 Die Entwicklung der Integration im Elementarbereich in Berlin
1.2.2 Die aktuelle Situation der integrativen Betreuung im Elementarbereich in Berlin
1.3 Rahmenbedingungen für die Integration im Elementarbereich
1.3.1 Allgemeine Rahmenbedingungen für die integrative Erziehung im Kindergarten
1.3.2 Anforderungen an die Qualifikation der Erzieherinnen und Stützpädagoginnen
2 Die integrative Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen im Kindergarten
2.1 Verhaltensstörungen im Kindergarten
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Art und Ausmaß von Verhaltensstörungen im Kindergarten
2.1.3 Die Bedeutung der frühen Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen
2.1.4 Mögliche Erklärungsansätze für Verhaltensstörungen im Kindergarten
2.1.5 Fördermöglichkeiten im Kindergarten
2.2 Integration von Kindern mit Verhaltensstörungen im Kindergarten
2.2.1 Die besondere Ausgangslage der integrativen Erziehung von Kindern mit Verhaltensstörungen - Untersuchungsergebnisse zur sozialen Integration
2.2.2 Integration von Kindern mit Verhaltensstörungen – Begriffsklärung und Bedeutung
3 Entwicklung des Forschungsanliegens
4 Darstellung der Untersuchungsmethode
4.1 Der Fragebogen als Untersuchungsinstrument
4.2 Aufbau und Konstruktion des Fragebogens
5 Die Durchführung der Untersuchung
5.1 Verteilung der Fragebögen
5.2 Rücklaufquote
6 Auswertungsmethodik
7 Die Zusammensetzung der Stichprobe
7.1 Die teilnehmenden Erzieherinnen und Pädagoginnen
7.2 Die Gruppenzusammensetzungen
7.3 Der Erfahrungshorizont der Erzieherinnen
7.4 Beschreibung der Stichprobenmerkmale der Erzieherinnen aus der befragten Sondereinrichtung
7.5 Zusammenfassung
8 Die Einstellungen der Erzieherinnen
8.1 Das Verständnis der befragten Erzieherinnen von „Verhaltensstörung“
8.2 Mögliche Bedingungsfaktoren für die Entstehung von Verhaltensstörungen aus der Sicht der Erzieherinnen
8.3 Die Zielsetzungen in der integrativen Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen
8.4 Die Bereitschaft zur Integration von Kindern mit verschiedenen Beeinträchtigungen
8.5 Ansichten über den Integrationsstatus sowie über Kinder mit Verhaltensstörungen allgemein
8.6 Die Einstellungen der in einer Sondereinrichtung arbeitenden Erzieherinnen
9 Die für eine erfolgreiche Integration notwendigen Voraussetzungen
9.1 Die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche integrative Förderung
9.2 Die von den Erzieherinnen mitzubringenden Eigenschaften
9.3 Erwartete Schwerpunktsetzungen in der Arbeit von Regel- und Stützerzieherinnen
9.4 Notwendige institutionelle Voraussetzungen sowie vom Träger zu erbringende Rahmenbedingungen
9.5 Wichtige Voraussetzungen aus der Sicht der Erzieherinnen der Sonderkita
10 Fördermöglichkeiten für Kinder mit Verhaltensstörungen in integrativen Einrichtungen
10.1 Die von den Erzieherinnen präferierten Therapieformen
10.2 In den Kitaalltag integrierbare Therapien
10.3 Spezielle Fördermöglichkeiten im Kindergarten
10.4 Wichtige Aspekte in der Arbeit mit Kindern mit Verhaltensstörungen
10.5 Fördermöglichkeiten aus der Sicht der „Sondererzieherinnen“
11 Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Ansichten von Erzieherinnen zur Integration von Kindern mit Verhaltensstörungen im Elementarbereich systematisch zu erfassen und zu analysieren, da wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem spezifischen Thema bisher vernachlässigt wurden. Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage, wie Erzieherinnen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration bewerten, welche Fördermöglichkeiten sie im Kitaalltag umsetzen und wie sie die personellen sowie institutionellen Rahmenbedingungen einschätzen.
2.1.1 Begriffsbestimmung
In der Verhaltensgestörtenpädagogik wird seit jeher über die zu verwendenden Begrifflichkeiten diskutiert. So gibt es in der Literatur lange Aufzählungen über die in Theorie und Praxis verwendeten Bezeichnungen (vgl. u.a. GOETZE 2001, 12 und HILLENBRAND 2002, 28). In der vorliegenden Arbeit wird, wie inzwischen im wissenschaftlichen Bereich überwiegend, der Begriff „Verhaltensstörung“ verwendet, wobei immer von „Kindern mit Verhaltensstörungen“ gesprochen wird, um negative Wertungen zu vermeiden. Von der Verwendung des Ausdrucks „Verhaltensauffälligkeit“ wurde weitgehend abgesehen, da dieser auch positive Normabweichungen umfasst und somit für den Inhalt der Arbeit eher ungeeignet erscheint (vgl. z.B. HILLENBRAND 2002, 33).
Überleitend zur inhaltlichen Bestimmung des Begriffs der „Verhaltensstörungen“ soll zunächst ein Beispiel gebracht werden (KLÖPPEL/VLIEX 2004, 12):
„Melanie steht an der Tür und schreit. Als ihre Mutter versucht, sie wegzuziehen, wirft sie sich zu Boden und schlägt und tritt um sich. Schließlich gelingt es ihrer Mutter, sich mit ihr auf einen Stuhl zu setzen. Auch hier gehen Geschrei und Toben minutenlang weiter. ‚So ein verzogenes Kind’ denkt Frau L., die mit ihrer Tochter Ulrike daneben sitzt. Ihre Tochter sitzt ruhig auf seinem [ihrem, S.W.] Stuhl, blättert in einem Comic-Heft und betrachtet das tobende Kind mit Missfallen.
Beide Kinder sind im Wartezimmer einer Kinderarztpraxis. Melanie, drei Jahre alt, hat sich am Vortag mit heißem Tee verbrannt und der Arzt hat gestern die Brandblasen geöffnet. Zuerst war sie dabei noch sehr tapfer gewesen, aber als sich die schmerzhafte Prozedur mehr als zehn Minuten hinzog, war ihre Selbstbeherrschung am Ende. Sie musste schließlich von drei Erwachsenen festgehalten werden, bis endlich die Brandwunden versorgt waren. Nun hat sie die Arzthelferin wieder erkannt, die gestern ihren Kopf festgehalten hat und die panische Angst von gestern überwältigt sie vollständig. Ulrike ist sieben Jahre alt. Ihre Mutter will mit dem Kinderarzt sprechen, weil ihre Tochter seit der Einschulung vor einem halben Jahr noch kein Wort in der Schule gesprochen hat, weder mit der Lehrerin noch mit den anderen Kindern.“
1 Integration im Elementarbereich: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Integration und deren historische Entwicklung im Elementarbereich in Deutschland und Berlin.
2 Die integrative Förderung von Kindern mit Verhaltensstörungen im Kindergarten: Hier werden Grundlagen der Verhaltensgestörtenpädagogik sowie spezifische Erklärungsansätze und Fördermöglichkeiten im Kindergartenalter dargelegt.
3 Entwicklung des Forschungsanliegens: Dieses Kapitel motiviert die wissenschaftliche Fragestellung aus der Praxiserfahrung heraus und strukturiert die Untersuchung in drei Kernbereiche.
4 Darstellung der Untersuchungsmethode: Es wird die Entscheidung für eine schriftliche Befragung mittels Fragebogens als Erhebungsinstrument begründet und dessen Konstruktion beschrieben.
5 Die Durchführung der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt den Auswahlprozess der Stichprobe, die Verteilung der Fragebögen und die Reaktionen der kontaktierten Einrichtungen.
6 Auswertungsmethodik: Hier werden die statistischen Methoden (SPSS) erläutert, die zur Analyse der quantitativen Daten sowie für Signifikanzprüfungen genutzt wurden.
7 Die Zusammensetzung der Stichprobe: Dieses Kapitel beschreibt die befragten Erzieherinnen und Pädagoginnen sowie deren Erfahrungshorizont und Gruppensituation.
8 Die Einstellungen der Erzieherinnen: Hier werden die Ergebnisse zu Begriffsverständnis, Ursachenzuschreibungen, Zielsetzungen und Integrationsbereitschaft ausgewertet.
9 Die für eine erfolgreiche Integration notwendigen Voraussetzungen: Dieses Kapitel analysiert die von Erzieherinnen geforderten Rahmenbedingungen, Qualifikationen und institutionellen Voraussetzungen.
10 Fördermöglichkeiten für Kinder mit Verhaltensstörungen in integrativen Einrichtungen: Hier werden Therapiepräferenzen und im Kitaalltag umsetzbare Förderansätze untersucht.
11 Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und diskutiert deren Bedeutung sowie Konsequenzen für die Praxis.
Integration, Elementarbereich, Kindergarten, Verhaltensstörungen, Integrative Förderung, Erzieherinnen, Fragebogen, Inklusion, Sonderkindergarten, Diagnostik, Pädagogische Qualifikation, Sozialverhalten, Frühförderung, Gruppensituation, Praxisforschung.
Die Arbeit untersucht die Sichtweisen und Einstellungen von Erzieherinnen zur Integration von Kindern mit Verhaltensstörungen in Kindergärten.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung integrativer Arbeit, die Bedingungen für eine erfolgreiche Förderung im Kitaalltag sowie die Einstellungen des pädagogischen Personals.
Ziel der empirischen Erkundungsstudie ist es, Einblicke in die tägliche Praxis und die Anforderungen an Erzieherinnen im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern zu gewinnen.
Es wurde eine quantitative, empirische Erkundungsstudie mittels eines standardisierten Fragebogens in Berliner Kindertagesstätten durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, die Planung und Durchführung der Befragung sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Einstellungen, Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten.
Integration, Verhaltensstörungen, Kindergarten, Pädagogische Fachkräfte, Fördermöglichkeiten und institutionelle Rahmenbedingungen.
Die Mehrheit der befragten Erzieherinnen befürwortet die Vergabe eines offiziellen Integrationsstatus, da dieser notwendige zusätzliche personelle Ressourcen zur Förderung der Kinder ermöglicht.
Die Zusammenarbeit mit Eltern wird als essenziell bewertet, wobei die Erzieherinnen betonen, dass eine effektive Förderung nur bei aktiver Mitwirkung des Elternhauses gelingen kann.
Häufig geäußerte Kritikpunkte betreffen den Personalmangel, zu hohe Gruppengrößen und den fehlenden Zeitrahmen für Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit.
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