Diplomarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
2.1. Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland
2.2. EU-Verordnung zur Anwendung der IFRS-Vorschriften
2.3. Einführung des Bilanzrechtsreformgesetzes in Deutschland
3. Institutioneller Rahmen der IFRS
3.1. Organisation des IASB
3.1.1. Vom IASC zum IASB
3.1.2. Organe, Gremien und ihre Aufgaben
3.2. Der Due Process
4. Grundlagen der Rechnungslegung nach IFRS
4.1. Zwecksetzung der Rechnungslegungssysteme HGB und IFRS
4.2. Rechnungslegungsgrundsätze nach IFRS
4.2.1 Stellung und Aufbau des Rahmenkonzepts – Das Framework
4.2.2. Grundlegende Annahmen
4.2.3. Primär- und Sekundärgrundsätze
4.2.3.1. Verständlichkeit (understandability)
4.2.3.2. Relevanz (relevance)
4.2.3.3. Verlässlichkeit (reliability)
4.2.3.4. Vergleichbarkeit (comparability)
4.2.4. Beschränkungen für relevante und verlässliche Informationen (constraints on relevant and reliable information)
4.2.5. Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes (true and fair view/fair presentation)
5. Das Projekt: IFRS for Non-Publicy Accountable Entities
5.1. Bedeutung und Entwicklung des Projekts
5.2. Das Diskussionspapier
5.2.1. Zentrale Problematik
5.2.2. Zielsetzung der Standards für NPAE’s
5.2.3. Abgrenzung des Anwenderkreises
5.2.4. Vorgehen bei nicht geregelten Sachverhalten
5.2.5. Wahlweise Anwendung der „full-IFRS“
5.3. Ausblick – Mögliche Änderungen der Ansatz- und Bewertungsvorschriften
6. Darstellung der Praktikabilität der IFRS-Vorschriften für den Mittelstand anhand ausgewählter Bilanzpositionen
6.1. Forschung und Entwicklung (Research and Development)
6.1.1. IFRS
6.1.2. HGB
6.1.3. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.2. Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill)
6.2.1. IFRS
6.2.2. HGB
6.2.3. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.3. Sachanlagevermögen (Proberty, Plant and Equipment)
6.3.1. IFRS
6.3.2. HGB
6.3.3. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.4. Vorräte bei kundenspezifischer Auftragsfertigung (Construction Contracts)
6.4.1. IFRS
6.4.2. HGB
6.4.3. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.5. Pensionsrückstellungen (Employee Benefits)
6.5.1. IFRS
6.5.2. HGB
6.5.3. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.6. Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital (amortisation between equity and borrowed capital)
6.6.1. Darstellung der IFRS-Vorschriften
6.6.2. Auswirkungen auf den Mittelstand
6.6.2.1. Konsequenzen für den Ausweis
6.6.2.2. Konsequenzen für die Bewertung
6.6.2.3. Konsequenzen für den Jahresabschlussadressaten
6.6.3. Argumente gegen eine Umqualifizierung nach IAS 32 (rev. 2003)
6.6.3.1. Rechtsformvergleich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
6.6.3.2. Auslegung von IAS 32 nach dem Wortlaut
6.6.4. Reformüberlegungen
6.6.4.1. Gesellschaftsrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten
6.6.4.2. Abgrenzung anhand der Haftungs- und Finanzierungsfunktion
6.6.4.3. Internationale Diskussionen
7. Entscheidungskriterien für eine IFRS-Umstellung
7.1. Komplexität der IFRS
7.2. Verbesserung der Unternehmenstransparenz und internationalen Vergleichbarkeit
7.3. Fremdkapitalbeschaffung und Basel II
7.4. Umstellungsaufwand versus Allokationseffekte beim internen und externen Rechnungswesen
7.5. Lohnt sich die Umstellung?
8. Szenario einer vollständigen IFRS-Anwendung bei mittelständischen Unternehmen
8.1. Der IFRS-Einzelabschluss als Ausschüttungsbemessungsgrundlage?
8.2. Steuerlicher Betriebsvermögensvergleich und modifizierte Einnahme-Überschuss-Rechnung
9. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Praktikabilität der International Financial Reporting Standards (IFRS) für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland. Im Fokus steht die kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung spezieller Standards für "Non-Publicly Accountable Entities" (NPAEs) sowie die Analyse ausgewählter Bilanzpositionen im Vergleich zum deutschen Handelsgesetzbuch (HGB).
6.1.1. IFRS
Der zentrale Standard für die Behandlung der Forschungs- und Entwicklungskosten ist der IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“. Sowohl bei selbsterstellten als auch bei erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen müssen zunächst die folgenden Definitionskriterien vorliegen:
- Identifizierbarkeit (IAS 38.11-12)
- Verfügungsmacht des Unternehmens (IAS 38.13-16)
- Künftiger wirtschaftlicher Nutzen (IAS 38.17)
Darüber hinaus verlangt IAS 38.21, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen wahrscheinlich auch tatsächlich zufließen wird sowie die verlässliche Bewertbarkeit der AHK als zusätzliche Ansatzkriterien. Wie zu erkennen ist, kommt dem Kriterium des Nutzenzuflusses besondere Bedeutung zu. Bei der Ermittlung des Nutzenzuflusses sind externe Hinweise stärker zu gewichten als interne Kalkulationen (IAS 38.23).
Während bei den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen die Bestimmung der Anschaffungskosten i.d.R. unproblematisch ist, gestaltet sich die Ermittlung der Herstellungskosten bei den selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen schwieriger. IAS 38.52 schreibt deshalb die Einteilung in Forschungs- und Entwicklungsphasen zur Ermittlung der Herstellungskosten vor. Da in der Forschungsphase kein konkreter zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen mit dem Vermögenswert nachgewiesen werden kann, dürfen diese Aufwendungen nicht aktiviert werden und sind demzufolge gewinnmindernd zu verbuchen.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Notwendigkeit für mittelständische Unternehmen, internationale Rechnungslegungsstandards anzuwenden, und diskutiert die kontroverse Debatte über Vor- und Nachteile sowie den Druck durch Basel II.
2. Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Entwicklungen in Deutschland und der EU, die zur zunehmenden Internationalisierung der Rechnungslegung geführt haben, einschließlich der Auswirkungen des Bilanzrechtsreformgesetzes.
3. Institutioneller Rahmen der IFRS: Der Abschnitt beschreibt die Organisation des IASB, die historische Entwicklung vom IASC zum IASB sowie das formelle Verfahren zur Entwicklung neuer Standards ("Due Process").
4. Grundlagen der Rechnungslegung nach IFRS: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Zwecksetzung von HGB und IFRS sowie eine Erläuterung der qualitativen Anforderungen und Rechnungslegungsgrundsätze nach IFRS.
5. Das Projekt: IFRS for Non-Publicy Accountable Entities: Das Kapitel analysiert die Bedeutung und den Stand des IASB-Projekts für mittelständische Unternehmen, insbesondere die Zielsetzung und die Definition des Anwenderkreises.
6. Darstellung der Praktikabilität der IFRS-Vorschriften für den Mittelstand anhand ausgewählter Bilanzpositionen: Dieser Hauptteil prüft die praktische Umsetzbarkeit verschiedener Bilanzierungsbereiche (F&E, Goodwill, Sachanlagen, Vorräte, Pensionen, EK/FK) durch einen Vergleich zwischen IFRS und HGB.
7. Entscheidungskriterien für eine IFRS-Umstellung: Das Kapitel definiert allgemeine Kriterien, wie Komplexität, Transparenz und Fremdkapitalbeschaffung, die Unternehmen bei der Entscheidung für oder gegen eine IFRS-Umstellung berücksichtigen sollten.
8. Szenario einer vollständigen IFRS-Anwendung bei mittelständischen Unternehmen: Abschließend werden Lösungsansätze diskutiert, wie der IFRS-Abschluss im Mittelstand für Ausschüttungszwecke oder steuerliche Gewinnermittlungen modifiziert werden könnte.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass eine generelle IFRS-Anwendung im Mittelstand zwar langfristig unumgänglich scheint, aber aufgrund hoher Implementierungskosten und komplexer Anforderungen (z.B. Goodwill-Bewertung) derzeit für viele Unternehmen noch nicht praktikabel ist.
IFRS, Mittelstand, IASB, Rechnungslegung, HGB, NPAE, Bilanzierung, Goodwill, Forschung und Entwicklung, Pensionsrückstellungen, Eigenkapital, Fremdkapital, Basel II, Konzernabschluss, Unternehmensbewertung
Die Arbeit untersucht die Eignung und praktische Anwendbarkeit der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) für mittelständische Unternehmen in Deutschland, die bisher primär nach HGB bilanzieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des "small-IFRS"-Projekts des IASB, dem Vergleich spezifischer Bilanzierungsvorschriften zwischen IFRS und HGB sowie der steuerlichen und ausschüttungsrechtlichen Integration der IFRS.
Das Ziel ist die kritische Analyse, ob und unter welchen Bedingungen die IFRS für mittelständische Unternehmen praktikabel sind, ohne die Ressourcen dieser Unternehmen zu überfordern.
Der Autor führt eine literaturbasierte Analyse durch, indem er IFRS-Standards und HGB-Vorschriften vergleicht, Diskussionspapiere des IASB auswertet und die Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung und das Rating beleuchtet.
Der Hauptteil analysiert konkrete Bilanzpositionen wie Forschung & Entwicklung, Firmenwerte (Goodwill), Sachanlagen, langfristige Fertigungsaufträge und Pensionsrückstellungen hinsichtlich ihrer Abweichungen und Praktikabilität für KMU.
IFRS, Mittelstand, IASB, NPAE (Non-Publicly Accountable Entities), Goodwill-Impairment, Pensionsrückstellungen nach IAS 19 und Eigenkapitalabgrenzung nach IAS 32 sind die zentralen Begriffe.
Der Autor hält den jährlichen Wertminderungstest (Goodwill-Impairment) für den Mittelstand für unverhältnismäßig aufwendig und kaum umsetzbar, da er meist externe Bewertungsexperten erfordert.
Der Autor argumentiert, dass Kreditinstitute durch Basel II künftig eine höhere Transparenz fordern könnten, was den Druck auf mittelständische Unternehmen erhöht, ihre Rechnungslegung zu internationalisieren.
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