Diplomarbeit, 2003
118 Seiten, Note: sehr gut
1. Vorwort
2. Darstellung der Quelle
3. Überblick
3.1. Themen der Medaille
3.2. Die Sammler der Medaillen
4. Das Hauptmünzamt in Wien
4.1. Die Verwaltungsstruktur des Hauptmünzamtes zwischen 1835 und 1848
4.1.1. Überblick
4.2. Das Münz- und Medaillenpersonal zwischen 1835 und 1848
4.2.1. Der berufliche Werdegang eines Medailleurs
5. Die Medaillenproduktion unter der Regierung Kaiser Ferdinands I.
5.1. Vom Entwurf zur Medaille
5.2. Gestalt und Inhalt
5.2.1 Die Vorderseite
5.2.2 Die Rückseite
6. Die Ereignismedaillen Ferdinands I.
6.1. Überblick
6.2. Geburt
6.3. Die Krönung zum König von Ungarn
6.3.1. Voraussetzungen
6.3.2. Bild und Gestaltung
6.3.3. Stückzahl
6.3.4. Herstellung
6.3.5. Prägekosten
6.3.6. Verteilung
6.4. Hochzeit
6.5. Thronbesteigung
7. Grundsteinlegung
7.1. Medaille auf das Monument zu Kulm
7.2. Bild und Gestaltung
7.3. Herstellung
7.4. Prägekosten
7.5. Verteilung
8. Die offiziellen Auszeichnungsmedaillen Ferdinands I.
8.1. Voraussetzungen
8.2. Die Civil-Ehrenmedaille
8.3. Die Medaille für Gelehrte und Künstler
8.4. Die Preismedaillen
8.4.1 Die Preismedaillen der österreichischen Gewerbeausstellungen in Wien (1835-1845)
8.4.1.1. Geschichte
8.4.1.2. Die Auszeichnungsstufen für die Aussteller
8.4.1.3. Die Verleihungszeremonie
8.4.1.4. Die Herstellung der Preismedaillen
8.4.1.5. Bild und Gestaltung
8.4.1.6. Stückzahl
8.4.1.7. Prägekosten
8.4.1.8. Die Stempel der Preismedaillen
8.4.2. Medaillen auf das Ausstellungsgebäude 1845
9. Die Medaille auf die Huldigung des Kaisers durch die Stände Österreichs unter der Enns
9.1. Überblick
9.2. Geschichte
9.3. Bild und Gestaltung
9.4. Stückzahl
9.5. Herstellung
9.6. Die Prägekosten
9.7. Die Verteilung
10. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Medaillenproduktion unter Kaiser Ferdinand I. (1835–1848) unter besonderer Berücksichtigung bisher unerforschter Aktenbestände des Wiener Hauptmünzamtes. Ziel ist es, über eine reine Katalogisierung hinauszugehen und die historischen Hintergründe, Herstellungsabläufe sowie die Verwaltungsstruktur hinter der Medaillenkunst dieser Epoche aufzuzeigen.
3.1 Themen der Medaille
Die Medaille dient der Erinnerung an eine Person oder ein Ereignis. Sie ist zudem auch ein Spiegel des tagespolitischen Geschehens. Im groben lassen sich zwei Gruppen trennen: a) die personenbezogene und b) die ereignisbezogene Medaille.
Die Ereignisse, die als Themen für eine Darstellung auf der Medaille herangezogen werden, sind vielfältiger Natur und doch haben sie eines gemeinsam: sie dienen dem Gedächtnis.
Während die personenbezogene Medaille den Herrscher zum Thema hat, macht die „objektbezogene“ Medaille ausschließlich ein Ereignis zum Inhalt ihrer Darstellung.
Die personenbezogene Medaille dient ausschließlich der Glorifizierung des Monarchen. Daher bleibt diesem die Vorderseite der Medaille vorbehalten. Sie ist zudem meist stärker plastisch modelliert und daher eindeutig für den Betrachter als „Hauptseite“ erkennbar. Stets dominiert das repräsentative Porträt – sei es realistisch, sei es idealisiert. Er präsentiert sich im Profil als Brustbild, Kopf oder Büste, versehen mit den Insignien der Macht. Ein Beispiel sind die seit dem Barock verwendeten Wahlspruchmedaillen. Sie haben keinen direkten historischen Bezug und dienten vermutlich als Geschenk, vielleicht auch in einer gewissen Stellvertreterfunktion.
Im Gegensatz dazu steht nun die „ereignisbezogene“ Medaille. Bei dieser Gruppe handelt es sich um jene Medaillen, in denen ein historisches Ereignis dargestellt wird, dem der primäre dynastische Bezug fehlt. Als Beispiel dafür könnte man anführen: z.B. die Medaille auf den Frieden von Passarowitz am 21. Juli 1718. Sie sind zwar mit dem Herrscher historisch verbunden, werden aber von den Medailleuren als eigenständiges Thema verarbeitet. Diese Medaillen haben somit nur den Anlass wie z.B. einen bestimmten Friedensschluss zum Thema und nehmen daher in der Darstellung keinen direkten Bezug auf den Herrscher; es gibt kein Porträt und in der Umschrift erscheint kein Hinweis auf den Herrscher.
Vorwort: Einleitung in die Geschichte der österreichischen Medaille und Erläuterung der Motivation für die vorliegende Forschungsarbeit.
Darstellung der Quelle: Erläuterung des verwendeten Aktenkonvoluts aus dem Hauptmünzamt und dessen Archivierung.
Überblick: Historische Einordnung der Guss- und Prägemedaille sowie deren soziopolitische Bedeutung.
Das Hauptmünzamt in Wien: Beschreibung der Geschichte des Münzamtes, seiner Verwaltungsstruktur und des Personals zwischen 1835 und 1848.
Die Medaillenproduktion unter der Regierung Kaiser Ferdinands I.: Analyse der Produktionsprozesse, von der Auftragsvergabe durch die Hofkammer bis zur technischen Ausführung.
Die Ereignismedaillen Ferdinands I.: Detaillierte Betrachtung spezifischer Anlässe wie Geburt, Krönung und Hochzeit und deren numismatische Umsetzung.
Grundsteinlegung: Untersuchung der symbolischen Bedeutung von Grundsteinlegungsmedaillen als Mittel zur dynastischen Repräsentation.
Die offiziellen Auszeichnungsmedaillen Ferdinands I.: Darstellung der Einführung und Verleihung von Civil-Ehrenmedaillen sowie Preismedaillen für Gelehrte und Künstler.
Die Medaille auf die Huldigung des Kaisers durch die Stände Österreichs unter der Enns: Analyse dieses speziellen Huldigungsaktes und der dazu geprägten Medaillen und Jetons.
Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Medaillenproduktion und deren Rolle im österreichischen Vormärz.
Österreichische Medaille, Kaiser Ferdinand I., Wiener Hauptmünzamt, Medaillenproduktion, Ereignismedaillen, Krönungsmedaillen, Preismedaillen, Joseph Daniel Böhm, Hofkammer im Münz- und Bergwesen, Numismatik, Medailleur, Wirtschaftsgeschichte, Historismus, Vormärz, Auszeichnungsmedaillen
Die Diplomarbeit widmet sich der Erforschung der Medaillenproduktion während der Regierungszeit Kaiser Ferdinands I. im Zeitraum von 1835 bis 1848 unter Nutzung von Archivmaterial des Hauptmünzamtes.
Zentrale Themen sind die Verwaltungsabläufe bei der Münzprägung, die Rolle der Medaille als politisches Propagandainstrument und die Geschichte spezifischer Auszeichnungen und Ereignismedaillen.
Das Ziel ist es, über eine bloße Katalogisierung der Medaillen hinauszugehen und durch die Auswertung interner Akten zu zeigen, wie Medaillen hergestellt wurden, wer sie in Auftrag gab und welche historischen Kontexte sie widerspiegeln.
Die Autorin stützt sich primär auf eine Aktenanalyse des erhaltenen Schriftverkehrs zwischen dem Hauptmünzamt und der Hofkammer, ergänzt durch eine numismatische Beschreibung der Objekte.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Verwaltungsstruktur der Münzstätte, Berichte über die Produktion von Ereignismedaillen zu Anlässen wie Geburten und Krönungen sowie eine Untersuchung von Auszeichnungs- und Preismedaillen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie österreichische Medaillenkunst, Joseph Daniel Böhm, Wiener Hauptmünzamt, Ereignismedaillen und das numismatische Erbe des Vormärz beschreiben.
Es bildete den Mittelpunkt der Medaillenproduktion unter Ferdinand I. und war die zentrale Instanz, die Aufzeichnungen über den gesamten Produktions- und Personalapparat führte.
Mit dem Tod Franz I. und der Thronbesteigung Ferdinands mussten alle Münzstempel und Wappen angepasst werden, was einen erhöhten Bedarf an neuen Medaillen und eine formale Umstellung der Kaisertitel auf den Stücken zur Folge hatte.
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