Diplomarbeit, 2003
112 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
I. Theoretischer Bezugsrahmen
2 Die Sportdidaktik
2.1 Die Entwicklung der Fachdidaktik
2.1.1 Allgemeiner Überblick
2.1.2 Im Fokus: Die Entwicklung in der BRD
2.1.3 Sportdidaktische Konzepte und Kategorisierungsversuch
2.2 Vertiefende Darstellung ausgewählter fachdidaktischer Konzepte und Betrachtung der sie konstituierenden Rahmenbedingungen
2.2.1 Das Sportartenprogramm
2.2.2 Die Körpererfahrung
2.2.3 Die Handlungsfähigkeit
2.2.4 Der erziehende Sportunterricht
2.2.4.1 Sport und Bildung
2.3 Quo vadis, Fachdidaktik
2.4 Ein integratives Konzept des Sportunterricht
3 Die Schule als Erziehungssystem
3.1 Die Paradoxie der Schule als Erziehungssystem
3.2 Die doppelte Paradoxie des Sportunterricht
4 Das Phänomen Gesundheit
4.1 Definitionsversuche
4.2 Erklärungsansätze und Erklärungsmodelle von Gesundheit und Krankheit
4.2.1 Risikofaktorenansatz und Risikofaktorenmodell
4.2.2 Schutzfaktorenansätze und Schutzfaktorenmodell
4.2.2.1 Das Salutgenese Modell
4.2.2.2 Das integrative Anforderungs-Ressourcen Modell
4.3 Sport und Gesundheit
4.4 Die Gefahr der Instrumentalisierung oder Gesundheit als Fetisch
4.5 Prävention und Rehabilitation
4.6 Die Lebenswelt der Kinder und Heranwachsenden
5 Gesundheitserziehung
5.1 Grundzüge der historischen Entwicklung
5.2 Fachdidaktische Positionen
5.2.1 Die objektivierende Position: Prävention und Training
5.2.2 Die subjektivierende Position: Befindlichkeit und Selbsterfahrung
5.3 Determinanten schulsportlicher Gesundheitserziehung
5.3.1 Die pädagogische Leitidee
5.3.2 Die Auffassung vom Fachgegenstand
5.3.3 Die Voraussetzungen der Schüler
5.3.4 Schulische Rahmenbedingungen
5.3.5 Gesellschaftliche Zusammenhänge
5.4 Aufgaben der Gesundheitserziehung im Schulsport
6 Die Kindersportschule
6.1 Entstehung und Entwicklungslinien
II. Konzeptionelle Überlegungen
7 Entwicklungsversuch eines sportdidaktischen Konzepts einer KISS – unter besonderer Berücksichtigung gesundheitspädagogischer Aspekte
7.1 Vorüberlegungen
7.1.1 Die Ebene der Voraussetzungen
7.1.2 Die Entscheidungsebene des Konzepts der Kindersportschule
7.2 Ein sportdidaktisches Konzept einer Kindersportschule
7.3 Anschlussofferten
III. Zusammenfassende Darstellungen
8 Zusammenfassung
9 Fazit
Diese Arbeit unternimmt den Versuch, ein sportdidaktisches Konzept für eine Kindersportschule zu entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie ein solches Konzept gestaltet sein muss, um neben der motorischen Förderung auch gesundheitspädagogische Aspekte im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung nachhaltig zu integrieren und sich von rein leistungsorientierten Modellen abzuheben.
2.4 Ein integratives Konzept des Sportunterrichts
Größing unternimmt den Versuch, Teile der bestehenden Konzepte so zu integrieren, dass sie ein verwertbares Produkt sowohl für die Theorie der Sportdidaktik als auch für die Sportpraxis darstellen. „Integrativ“ scheint als Schlagwort der Überlegungen zu fungieren. Es zeigt „das Bemühen auf, einander nicht Widersprechendes zusammen zuführen und Bestandteile konkurrierender fachdidaktischer Modelle auf ihre Verträglichkeit in der Unterrichtspraxis zu prüfen“ (ebd., S. 46).
Sein Konzept obliegt jedoch einigen Voraussetzungen bzw. Einschränkungen: Größing impliziert schon in der Verwendung des Begriffes Sport inhaltliche Intentionen. Die Didaktik wird weder sehr weit, im Sinne eines sehr weiten (verunsichernd) wirkenden Bildungsbegriffes, noch sehr eng, also auf den Lernprozess fokussiert, ausgelegt. Die Konzentration auf das Lernen, die Beachtung der Voraussetzungen, Handlungsentscheidungen und Folgen des Unterrichts sind weitere Grundlagen der sportdidaktischen Analyse und Theorienbildung.
Des Weiteren wird von einer zweifachen Auslegung des Schulsports ausgegangen: Von der Erziehung zum Sport und von der Erziehung durch Sport. Ersteres betrifft vor allem die Planung, Durchführung und Auswertung der Lehr- und Lernprozesse, die die Aneignung und Verbesserung motorischer Fertigkeiten und Eigenschaften sowie sportspezifischer Handlungsweisen gewährleisten sollen (ebd., S. 32). Letzteres zielt auf die Persönlichkeitsentwicklung durch das Medium Sport. Angemerkt sei hier, dass diese Trennung nur theoretischen Charakter hat, da in der Praxis die Erziehung durch Sport und die Erziehung zum Sport Hand in Hand gehen.
2 Die Sportdidaktik: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Sportdidaktik und analysiert verschiedene Konzepte wie das Sportartenprogramm oder das Konzept der Handlungsfähigkeit.
3 Die Schule als Erziehungssystem: Hier wird die Schule als Teilsystem der Gesellschaft betrachtet und die Paradoxien untersucht, die sich aus dem Erziehungsauftrag und den Selektionsvorgaben der Schule ergeben.
4 Das Phänomen Gesundheit: Dieses Kapitel klärt den Begriff Gesundheit, stellt Erklärungsmodelle wie das Salutogenese-Modell vor und diskutiert kritisch das Verhältnis von Sport und Gesundheit sowie Gefahren der Instrumentalisierung.
5 Gesundheitserziehung: Hier werden die Grundzüge der Gesundheitserziehung im Schulsport sowie aktuelle fachdidaktische Positionen und deren Determinanten detailliert analysiert.
6 Die Kindersportschule: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Kindersportschule (KiSS) und stellt exemplarisch Konzepte vor, wobei auch Grenzen und Entwicklungslinien aufgezeigt werden.
7 Entwicklungsversuch eines sportdidaktischen Konzepts einer KISS – unter besonderer Berücksichtigung gesundheitspädagogischer Aspekte: Das zentrale Kapitel, in dem auf Basis der vorangegangenen Analysen ein sportdidaktisches Konzept für eine Kindersportschule entwickelt wird.
8 Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung eines erziehenden, mehrperspektivischen Unterrichts.
9 Fazit: Reflektiert kritisch den Erfolg des Versuchs, das Konzept zu entwickeln, und diskutiert notwendige Modifikationen für die Zukunft.
Sportdidaktik, Gesundheitserziehung, Kindersportschule, Handlungsfähigkeit, Bewegungskultur, Körpererfahrung, erziehender Sportunterricht, Salutogenese, Gesundheitsförderung, Schulsport, Pädagogik, Persönlichkeitsentwicklung, Instrumentalisierung, Mehrperspektivität, Lebenswelt.
Die Arbeit unternimmt den Versuch, ein sportdidaktisches Konzept für eine Kindersportschule zu entwickeln, das über eine reine motorische Förderung hinausgeht und eine ganzheitliche gesundheitspädagogische Perspektive integriert.
Zentral sind die Sportdidaktik, das Erziehungssystem Schule, die Gesundheitspsychologie sowie die spezifische Konzeptionierung und Rolle von Kindersportschulen.
Das Ziel ist die theoretische Herleitung eines sportdidaktischen Modells für Kindersportschulen, das Kindern trotz der institutionellen Zwänge eine förderliche Gesundheits- und Persönlichkeitsbildung ermöglicht.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Reflexion fachdidaktischer Konzepte und einer systemtheoretischen Betrachtung von Bildungseinrichtungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Sportdidaktik, die Analyse der Schule als Erziehungssystem, die Untersuchung des Phänomens Gesundheit sowie die konkrete Ableitung des sportdidaktischen Konzepts für die Kindersportschule.
Wichtige Begriffe sind Sportdidaktik, Gesundheitserziehung, Kindersportschule, Handlungsfähigkeit, Mehrperspektivität und Ganzheitlichkeit.
Laut der Arbeit ist die Kindersportschule weniger stark den Selektionszwängen und dem "Sitzzwang" der Regelschule unterworfen, was ihr einen Sonderstatus für pädagogische Arbeit ermöglicht.
Es dient als wesentlicher Baustein für das Gesundheitsverständnis der Arbeit, da es Gesundheit als einen dynamischen Prozess begreift, der durch Schutzfaktoren und nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit definiert wird.
Der Autor argumentiert, dass der Begriff "Sport" oft zu eng mit Leistung und Wettkampf verknüpft ist, während "Bewegung" ein breiteres, kulturorientiertes und für die Gesundheitsbildung besser geeignetes Spektrum abdeckt.
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