Diplomarbeit, 2006
128 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Anlass der Arbeit
1.2 Ziel und Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Software-Ergonomie
2.1.1 Begriffsklärungen
2.1.2 Software-ergonomische Normen nach DIN EN ISO
2.1.3 Definition von Usability
2.1.4 Grundsätze der Dialoggestaltung
2.2 Methoden zur Messung von Usability
2.2.1 Klassifikation der Evaluationsmethoden
2.2.2 Web Usability Index (WUI)
2.2.3 Usability-Test
2.3 Erläuterungen zu der untersuchten Software
2.3.1 Auswahlverfahren
2.3.2 Startseiten der untersuchten Webangebote
3. Eigene Fragestellung
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Evaluation mit dem WUI
4.1.1 Gutachter
4.1.2. Durchführung
4.1.3 Geräte
4.2 Usability-Test
4.2.1 Versuchspersonen
4.2.2 Versuchsdurchführung
4.2.3 Versuchsmaterialien
4.2.4 Versuchsgeräte
4.3 Versuchsdesign
5. Verwendete Verfahren der Datenanalyse
5.1 Verfahren zur Bestimmung der Interraterreliabilität des WUI
5.1.1 Wilcoxon-Test
5.1.2 Rangkorrelation nach Spearman (Spearmans rho, rs)
5.2 Testverfahren für den Usability-Test
5.2.1 Einfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholungen
5.2.2 Friedman-Test
5.3 Verfahren zur Berechnung der Zusammenhänge zwischen WUI und Usability-Test
5.3.1 Rangkorrelation nach Spearman (Spearmans rho, rs)
5.3.2 Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson (r)
6. Ergebnisse
6.1 Web Usability Index
6.1.1 Übereinstimmung der beiden Gutachter (Interraterreliabilität)
6.1.2. Auswertung der Evaluation
6.2 Usability-Test
6.2.1 Auswertung der Leistungsmaße
6.2.2 Auswertung der Zufriedenheitsmaße
6.2.3 Auswertung der Ranglisten der Webangebote
6.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.3 Zusammenhänge zwischen WUI und Usability-Test
7. Diskussion
7.1 Kritische Reflexion des Untersuchungsansatzes
7.1.1 Mögliche Einflussfaktoren auf die Ergebnisse des Usability-Tests
7.1.2 Expertenorientierte versus nutzerorientierte Methode
7.2. Interpretation der Ergebnisse
7.2.1 Reliabilität des Web Usability Index
7.2.2 Validität des Web Usability Index
7.2.3 Erklärungen für die ermittelten Zusammenhänge
7.3 Folgerungen aus den Ergebnissen für den WUI
8. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist die Überprüfung der Validität bzw. Gültigkeit des Kriterienkatalogs "Web Usability Index" (WUI) als Instrument zur Evaluation von Webangeboten. Die Forschungsfrage untersucht, ob dieses expertenbasierte Verfahren brauchbare Aussagen liefert, indem es die Ergebnisse des WUI mit den Resultaten eines nutzerorientierten Usability-Tests vergleicht.
1.1 Anlass der Arbeit
Im World Wide Web des Internets bietet eine nahezu unüberschaubare Menge von Dienstleistern den Betreibern von Webangeboten eine Überprüfung ihrer Webpräsenz auf Gebrauchstauglichkeit bzw. Usability an. Eine Abfrage unter dem Stichwort „Web Usability Test“ in der Suchmaschine „Google“ im April 2006 ergab eine Anzahl von 236 Einträgen mit Links zu Unternehmen, die unter Anwendung unterschiedlicher Methoden versprachen, Websites auf Usability-Mängel zu testen und Vorschläge für eine benutzerfreundlichere Gestaltung von Websites zu unterbreiten. Dieser große Markt im deutschsprachigen Raum lässt darauf schließen, dass es einen ebenso großen Bedarf an Kunden gibt, die ein Interesse an der Verbesserung ihrer Webpräsenz zeigen. Tatsächlich ist in den letzten Jahren die Einsicht von Firmen in die Notwendigkeit einer gebrauchstauglichen Aufmachung ihres Webangebots gestiegen. Die zunehmende Konkurrenz auf Grund des exponentiellen Wachstums des Internets eröffnet den Nutzern des Internets mehr Auswahlmöglichkeiten in allen Bereichen. Die Konsequenz ist, dass es den Benutzern von Webangeboten zunehmend leichter fällt, von einer für sie unbefriedigenden Website zu einer anderen Website mit einer ähnlichen Angebotspalette zu wechseln. Damit nimmt gleichzeitig die Bedeutung der benutzerfreundlichen Gestaltung von Webangeboten zu, sodass die Betreiber von Webpräsenzen gezwungen sind, ihre Webseiten an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.
Eine detailliertere Betrachtung der von diesen Internet-Dienstleistern angewandten Methoden zur Prüfung der Usability zeigt, dass hauptsächlich Checklisten bzw. Kriterienkataloge verwendet werden. Dabei orientieren sich so genannte Experten bei der Usability-Inspektion an Standards oder Richtlinien, die in Checklisten zum Abhaken zusammengefasst werden. Diese auf Grund ihrer schnellen und damit kostengünstigen Anwendbarkeit populärste Form der Evaluation bezieht sich allerdings auf Kriterien, deren Gültigkeit und Zuverlässigkeit nicht hinreichend überprüft worden sind. So setzen beispielsweise einige Dienstleister den Kriterienkatalog Web Usability Index ein, ohne zu wissen, ob dieses Instrument tatsächlich die Usability-Mängel erfasst, die es zu erfassen vorgibt.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung durch den steigenden Bedarf an validen Usability-Instrumenten und definiert das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Konzepte Software-Ergonomie und Usability in einen wissenschaftlichen Kontext gestellt und die für die Arbeit zentralen Evaluationsmethoden, WUI und Usability-Test, detailliert beschrieben.
3. Eigene Fragestellung: In diesem Abschnitt werden die zentralen Forschungsfragen und die daraus abgeleiteten Hypothesen zur Validität des WUI explizit formuliert.
4. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert den konkreten Versuchsaufbau, die Auswahl der Gutachter und Versuchspersonen sowie die eingesetzten Geräte und Materialien.
5. Verwendete Verfahren der Datenanalyse: Hier werden die statistischen Methoden, wie der Wilcoxon-Test, die Varianzanalyse und verschiedene Korrelationsmaße, zur Auswertung der erhobenen Daten begründet.
6. Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptiven und interferenzstatistischen Ergebnisse der WUI-Evaluation und des Usability-Tests sowie die Überprüfung der Hypothesen.
7. Diskussion: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion des Untersuchungsansatzes, interpretiert die Ergebnisse und leitet Folgerungen für die zukünftige Verbesserung des WUI ab.
8. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Untersuchung nochmals komprimiert dargestellt.
Web Usability, Web Usability Index, Software-Ergonomie, Validität, Usability-Test, Dialoggestaltung, DIN EN ISO 9241, Interraterreliabilität, Nutzerorientierung, Expertenurteil, Evaluation, Effektivität, Effizienz, Benutzerzufriedenheit, ISONORM 9241/10.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Validierung des "Web Usability Index" (WUI), einem Instrument zur Bewertung der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten durch Experten.
Zentrale Themen sind die Software-Ergonomie, die kriterienbezogene Validität von Testverfahren, die Durchführung von Usability-Tests und der Vergleich zwischen Expertenurteilen und Nutzerverhalten.
Das primäre Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob der WUI tatsächlich ein valides Instrument ist, um Usability-Mängel von Websites präzise zu erfassen.
Es wurde ein zweifaktorieller Versuchsplan angewandt, der eine Expertenevaluation mit dem WUI mit einem nutzerorientierten Usability-Test kombiniert, um die Ergebnisse mittels statistischer Korrelationen zu validieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens (Stichprobe, Versuchsdesign), die statistische Auswertung sowie die Ergebnisse und die anschließende kritische Diskussion.
Wichtige Begriffe sind Web Usability, WUI, Validität, Usability-Test, Ergonomie, Interraterreliabilität und Benutzerzufriedenheit.
Die Auswahl erfolgte aufgrund ihrer strukturellen Vergleichbarkeit, gemessen an der Anzahl der Professuren, um eine solide Basis für eine aussagekräftige Validierungsstudie zu schaffen.
Der Vergleich verdeutlicht, dass Experten und Nutzer oft komplementäre Aspekte der Usability bewerten; die Arbeit zeigt auf, dass der WUI technische Konventionen stärker gewichtet, während Nutzer eher auf individuelle Erfahrungen und Effizienz bei der Aufgabenlösung fokussieren.
Der Autor schließt, dass der WUI zwar ein nützliches Instrument mit mittlerer bis hoher Validität sein kann, aber durch fehlende Gewichtungen und die Einbeziehung von Fragen zu Effektivitäts- und Effizienzkriterien noch signifikant optimiert werden sollte.
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