Magisterarbeit, 2005
90 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Forschungsstand
1. Biographische Grundlagen zur Vogelidentifikation
2. Vom Vogelmotiv zu Loplop
3. Die Serie Loplop présente
3.1 Technik und Material
3.2 Thema der Serie
3.3 Das Bild-im-Bild
4. Erscheinungsformen des Loplop
4.1 Collagen
4.2 Gemalte Fassungen
5. Quellen zu Loplop
5.1. Mythologie
5.2. Psychoanalyse
5.2.1 Sigmund Freud: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (1910)
5.2.2 Sigmund Freud: Totem und Tabu (1912/1913)
5.2.3 Carl Gustav Jung: Wandlungen und Symbole der Libido (1912)
6. Theoretische Schriften Max Ernsts
7. Funktion des Loplop
7.1 im Œuvre
7.2 als Privatmythos
8. Schlusswort
Diese Arbeit untersucht die komplexe Figur des Loplop im Werk von Max Ernst. Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Bild dieser Figur zu zeichnen, indem die neuesten Entwicklungen der Forschung integriert werden, wobei der Fokus auf der Serie Loplop présente liegt, welche den künstlerischen Schaffensprozess von Ernst dokumentiert.
3. Die Serie Loplop présente
Loplop, der in dem Collageroman La femme 100 têtes eine Nebenfigur darstellt, bekommt im Jahre 1929 die Hauptrolle in einer eigenen Serie von Gemälden und Collagen mit dem Titel Loplop présente. Die Serie entstand zwischen 1929 und 1932. Es wurde in der Einleitung bereits angesprochen, dass diese Serie mittels Loplop Bilder präsentiert, die auf Motive und Techniken des bisherigen Œuvres zurückgreifen. Die Arbeiten bestehen hauptsächlich aus Collagen, es gibt aber auch gemalte Fassungen. Es sind meist großformatige Bilder, deren Maße bei den Collagen zwischen 48/50 auf 62/65 cm schwanken. Die Ausnahme bildet die größte Collage Hommage à une enfant nommée Violette S/M 1870 (Abb. 5) mit 89 auf 115,6 cm. Die gemalten Fassungen sind in der Regel größer als die Collagen. Letztere bezeichnet Spies als Max Ernsts erste „Original-Collagen“.
Seine frühen Collagen dienten ihm nur als „Maquetten“, wie Ernst sie bezeichnete. Sie waren nur das Modell, nach dem die eigentlichen Collagen gedruckt wurden. Mit dem Druck wollte Ernst die Schnittstellen unsichtbar machen. Von den Collagen der Serie wurden keine Drucke angefertigt, wodurch das Verfahren der Collage erkennbar blieb. Da von den Arbeiten der Serie keine Reproduktionen angefertigt wurden, sieht Spies in ihnen gewissermassen die ersten für den Kunsthandel bestimmten Collagen.
Einleitung: Einführung in die Figur des Loplop als anthropomorphes Vogelwesen und Darstellung der Forschungsrelevanz sowie der methodischen Herangehensweise.
Forschungsstand: Chronologische Übersicht der relevanten Fachliteratur und der wichtigsten Interpretationsansätze zur Figur Loplop.
1. Biographische Grundlagen zur Vogelidentifikation: Untersuchung der biographischen Berichte von Max Ernst und deren Rolle für die spätere Manifestation der Loplop-Figur.
2. Vom Vogelmotiv zu Loplop: Analyse der frühen Vogelmotive in Ernsts Œuvre und deren Übergang zur Identifikationsfigur Loplop.
3. Die Serie Loplop présente: Detaillierte Betrachtung der Serie von 1929 bis 1932 als zentrale Werkschau, die den Schaffensprozess und die Reflexion von Ernst thematisiert.
4. Erscheinungsformen des Loplop: Untersuchung der formalen Unterschiede zwischen den graphischen Collagen und den kurvig-geschwungenen gemalten Fassungen.
5. Quellen zu Loplop: Analyse potenzieller Anregungen aus der Mythologie sowie den Schriften von Freud und Jung.
6. Theoretische Schriften Max Ernsts: Reflexion von Ernsts theoretischen Texten, insbesondere zur Collage- und Frottagetechnik sowie seiner Position als Künstler.
7. Funktion des Loplop: Analyse der Figur als Mittel der Distanzhaltung, als "zensierendes Über-Ich" und im Kontext der Erfindung kollektiver Mythen bei den Surrealisten.
8. Schlusswort: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Loplop eine vielschichtige, nicht festlegbare Identifikationsfigur ist, die Ernsts Auseinandersetzung mit Kunst und Künstlerdasein verkörpert.
Max Ernst, Loplop, Surrealismus, Collage, Frottage, Vogelmotiv, Identifikationsfigur, Psychoanalyse, Mythologie, Bild-im-Bild, Staffeleifigur, Privatmythos, Automatismen, Kunsttheorie, Selbstmythisierung.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Entstehung, Funktion und Bedeutung des von Max Ernst geschaffenen "Loplop", einem anthropomorphen Vogelwesen, das den Künstler in seinem Werk repräsentiert.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Identifikation Ernsts mit dem Vogel, die künstlerische Serie "Loplop présente", die theoretische Reflexion von Kunst in Ernsts Schriften sowie der Einfluss psychoanalytischer und mythologischer Quellen.
Ziel ist es, ein umfassendes und aktuelles Bild der komplexen Figur Loplop zu zeichnen, indem die Forschungsergebnisse zum künstlerischen Schaffensprozess und zur Rolle des Künstlers innerhalb der surrealistischen Gruppe zusammengeführt werden.
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse der Werke, vergleicht diese mit biographischen Schriften Ernsts, zieht theoretische Texte von Ernst selbst sowie von Theoretikern wie Freud, Jung und Dalí heran und kontextualisiert die Ergebnisse innerhalb des Surrealismus.
Der Hauptteil analysiert die Serie "Loplop présente", die verschiedenen Erscheinungsformen der Figur, Einflüsse aus der Mythologie und Psychoanalyse sowie die theoretischen Selbstreflexionen des Künstlers.
Max Ernst, Loplop, Surrealismus, Collage, Identifikationsfigur, Privatmythos, Psychoanalyse, Bild-im-Bild.
Das Motiv wird als durchgängiges Prinzip der Serie "Loplop présente" interpretiert, durch das Ernst sich selbst als Sammler und Vorführer seiner eigenen Kunst inszeniert und somit seine künstlerische Arbeitstechnik reflektiert.
Psychoanalytische Ansätze von Freud und Jung dienen der Autorin als Interpretationsrahmen, um die Vogelmetaphorik als phallisches Symbol, als Totemtier oder als "Seelenvogel" im Kontext von Ernsts psychischen und biographischen Auseinandersetzungen zu beleuchten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

