Diplomarbeit, 2004
164 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Begriffdefinitionen
1.1 Der Begriff „Ausländer“
1.2 Der Begriff „Migration“
1.3 Der Begriff „Kultur“
1.4 Die Begriffe „multi-, inter- und transkulturell“
1.5 Die Begriffe „Konflikt“ und „Konfliktregelung“
1.6 Der Begriff „Integration“
2 Die aktuelle Situation von Ausländern in Deutschland
2.1 Deutschland als Einwanderungsland
2.2 Die rechtliche Stellung von Ausländern
2.3 Sozioökonomische und psychosoziale Lage der Ausländer
2.3.1 Erwerbstätigkeit
2.3.2 Schul- und Bildungssituation
2.3.3 Einkommenssituation
2.3.4 Wohnsituation
2.3.5 Gesundheit
2.4 Konsequenzen aus der veränderten Ausgangslage
3 Das Eigene und das Fremde
3.1 Ethnozentrismus
3.2 Vorurteile / Stereotype
3.3 Ausländerfeindlichkeit und Rassismus
3.4 Nation und Ethnizität
4 Interkulturelle Konflikte
4.1 Arten interkultureller Konflikte und ihre Entstehung
4.2 Machtasymmetrien und ihre Wirkung auf interkulturelle Konflikte
4.3 Besondere Aspekte im Umgang mit interkulturellen Konflikten
5 Handlungsfelder der Sozialarbeit zur interkulturellen Konfliktregelung
5.1 Aufgabe und Inhalt der Migrationssozialarbeit
5.2 Anforderungen an die Sozialarbeit
5.2.1 Interkulturelle Kompetenz
5.2.2 Interkulturelle Kommunikation
5.3 Methoden der interkulturellen Konfliktregelung
5.3.1 Empowerment
5.3.2 Gemeinwesenarbeit
5.3.3 Soziale Netzwerkarbeit
5.3.4 Interkulturelle Mediation
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen multikulturellen Zusammenlebens in Deutschland und analysiert, welche interkulturellen Konflikte hierbei entstehen sowie welche Rolle die soziale Arbeit bei deren Bearbeitung und Regelung einnehmen kann. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine konstruktive Konfliktregelung unter Berücksichtigung von Machtasymmetrien und kultureller Identität gelingen kann.
3.2 Vorurteile / Stereotype
Die Begriffe „Vorurteil“ und „Stereotyp“ werden oft synonym verwendet, sollen in dieser Arbeit jedoch differenziert werden. Maletzke unterscheidet beide Begriffe nach Vorstellungen und Einstellungen, wobei Vorstellungen den kognitiven Bereich betonen und Einstellungen eher mit Bewertungen einhergehen (vgl. Maletzke 1996: 108). Eine klare Abgrenzung ist schwierig, da beide Bereiche miteinander zusammenhängen.
Zu den „Vorstellungen“ zählen sowohl das Faktenwissen über andere Länder, Kulturen und Völker als auch das Image, die Merkmale, die man mit einer Nation verbindet. Diese „(...) schablonenhafte(n) Beurteilungen, vereinfachte(n) Verallgemeinerungen bzw. Klischeevorstellungen über eine eigene oder fremde Gruppen und Völker“ (Michel u. a. 1991: 401) werden Stereotype genannt. Stereotype von fremden Gruppen sind Heterostereotype und solche von der eigenen Gruppe Autostereotype. Durch diese Gruppen- und ethnischen Stereotype werden Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Klasse oder Nation beurteilt. Demnach werden z. B. Juden als schlau und habgierig, Schwarze als abergläubisch und faul und Iren als jähzornig und kleinwüchsig angesehen.
1 Begriffdefinitionen: Definition und Erläuterung der für die Arbeit zentralen Begriffe wie Migration, Kultur, Konflikt und Integration.
2 Die aktuelle Situation von Ausländern in Deutschland: Darstellung der Lebensbedingungen und sozioökonomischen Realitäten von Migranten in Deutschland sowie deren rechtliche Einordnung.
3 Das Eigene und das Fremde: Untersuchung der psychologischen Prozesse beim Zusammentreffen von Eigenem und Fremdem, inklusive Themen wie Ethnozentrismus und Rassismus.
4 Interkulturelle Konflikte: Analyse der Ursachen und Arten interkultureller Konflikte unter besonderer Berücksichtigung von Machtasymmetrien.
5 Handlungsfelder der Sozialarbeit zur interkulturellen Konfliktregelung: Diskussion der Aufgaben, Methoden und Anforderungen der sozialen Arbeit bei der Konfliktregelung, insbesondere durch Mediation und Netzwerkarbeit.
6 Schlussbetrachtung: Fazit zur Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung der Sozialarbeit und zur Bedeutung der gesellschaftlichen Partizipation.
Migrationssozialarbeit, Interkulturelle Kompetenz, Konfliktregelung, Interkulturelle Mediation, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Empowerment, Soziale Netzwerkarbeit, Integration, Fremdheit, Machtasymmetrie, Ethnozentrismus, Stereotype, Diskriminierung, Migrationshintergrund
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation von Ausländern in Deutschland und die daraus resultierenden interkulturellen Konflikte, wobei sie die Rolle der sozialen Arbeit bei der konstruktiven Bewältigung dieser Konflikte untersucht.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Kultur und Konflikt, die sozioökonomische Lage von Migranten, psychologische Barrieren wie Rassismus sowie methodische Ansätze der Sozialarbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Arbeit durch spezifische Methoden wie Mediation oder Empowerment einen Beitrag zur interkulturellen Konfliktregelung und sozialen Integration leisten kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (z.B. aus der Soziologie und Konfliktforschung) mit praktischen Ansätzen der Migrationssozialarbeit verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebenslage von Zuwanderern, die psychologischen Hintergründe von Vorurteilen, eine Analyse interkultureller Konfliktarten und die Anwendung spezifischer sozialarbeiterischer Interventionsmethoden.
Wesentliche Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Konfliktregelung, Empowerment, Rassismus und interkulturelle Mediation.
Es dient dazu, sich von einem starren, homogenen Kulturverständnis zu distanzieren, das kulturelle Differenzen als unüberwindbar darstellt, und stattdessen Kultur als veränderliche, soziale Konstruktion zu begreifen.
Machtasymmetrien verdecken oft die eigentlichen Konfliktursachen, da dominante Gruppen Normen festlegen, denen sich Minderheiten unterordnen müssen; der Sozialarbeiter muss diese symbolischen Machtverhältnisse aufdecken.
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