Examensarbeit, 2006
143 Seiten, Note: 2,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
2. Stadtentwicklung und Stadtplanung
2.1 „Stadtentwicklung“ – Schwierigkeiten einer Definition
2.2 Das Drei-Phasen-Modell der Stadtentwicklung
2.2.1 Erste Phase: Extensive Urbanisierung
2.2.2 Zweite Phase: Intensive Urbanisierung
2.2.3 Dritte Phase: Desurbanisierung
2.3 Stadtentwicklung durch Großprojekte
2.3.1 Merkmale von Großprojekten
2.4 Projektpolitik – Politik durch Festivalisierung
2.4.1 Vorteile der Festivalisierung
2.4.2 Nachteile der Festivalisierung
3. Die Stadt Gronau – eine Stadt verändert sich
3.1 Die Geschichte der Stadt
3.2 Die Stadtentwicklung Gronaus im Auf- und Niedergang der Textilindustrie
3.3 Sanierung der Kernstadt Gronaus
3.3.1 Umsetzung der Stadtsanierung
3.3.2 Auswirkungen der Stadtsanierung
3.3.3 Ergebnis der Stadtsanierung
4. Die Landesgartenschau in NRW
4.1 Der Sinn einer Landesgartenschau
4.2 Finanzierung einer Landesgartenschau
4.3 Gelände einer Landesgartenschau
4.4 Attraktionen einer Landesgartenschau
5. Die LAGA Gronau/ Losser 2003
5.1 Planung
5.2 Durchführung
5.3 Veranstaltungen auf dem Gelände
5.4 Besucherzahlen und Umfrage
6. Stadtentwicklung durch LAGA? - Evaluation
6.1 Qualitative Befragung – Die Experteninterviews
6.2 Auswertung der Experteninterviews
6.2.1 Hypothese 1: Finanzen
6.2.2 Hypothese 2: Aufwertung von Stadtgebieten
6.2.3 Hypothese 3: Infrastruktur
6.2.4 Hypothese 4: Ökonomie
6.2.5 Hypothese 5: Imagegewinn und Tourismus
6.2.6 Hypothese 6: Identifikation
6.2.7 Resümee
6.3 Quantitative Befragung- Die Bevölkerungsumfrage
6.4 Auswertung der Bevölkerungsumfrage
6.4.1 Das Stadtbild
6.4.2 Der Verkehr
6.4.3 Die Freizeit
6.4.4 Resümee
7. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Beispiels der Stadt Gronau, ob und inwiefern die Durchführung einer Landesgartenschau als Großereignis einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten kann. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der städtebaulichen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen durch die "Festivalisierung" der Stadtpolitik.
2.4 Projektpolitik – Politik durch Festivalisierung
Bei den ersten großen Festivalisierungen der Stadtpolitik stellte sich nicht die Frage, wie die Wirkungen und Folgen für die Stadt und die Bevölkerung sind. Olympische Spiele und Weltausstellungen wurden nicht durchgeführt, um die Stadt wieder in einem besseren Licht darzustellen. Eher wurden sie genutzt, um die Stärke und Größe einer Nation zu zeigen und Wunder der Technik zu präsentieren. So waren auch die ersten Weltausstellungen einfache Installationen, wie zum Beispiel der Londoner Kristallpalast. Er wurde in neun Monaten errichtet und ebenso wieder abgebaut (Häußermann/ Siebel 1993, 16).
Mit Beginn der Desurbanisierungsphase Mitte der 70er Jahre veränderte sich die Politik stark. Wie schon bereits unter Kapitel 2.2.3 beschrieben, nahmen neben den Arbeitsplätzen, auch die Einwohnerzahlen der Städte ab. Probleme entstanden in vielen Bereichen der Städte. So stiegen die Arbeitslosen- und Armutszahlen, eine ökonomische Stagnation setzte ein und vor allem die öffentlichen Finanzen wurden immer prekärer durch die sinkenden Einnahmen. Der tertiäre Sektor breitete sich in den Städten immer mehr aus (Häußermann/ Siebel 1993, 13).
Großereignisse wurden oft zum Anlass genommen, Maßnahmen der Stadterweiterung, Stadtverschönerung oder Stadtveränderung einzuleiten. Beispiele sind dafür Wohngebiete, Bepflanzungen oder auch die Gestaltung einzelner Stadtgebiete sowie die Infrastruktur (Meyer-Künzel 2001, 12). Durch den durch die Finanzknappheit nicht immer umzusetzenden Umbau der Städte, wurde es für die Politik immer schwerer, die Bevölkerung in den Städten zu halten. So wurde nach Möglichkeiten und Strategien gesucht, den „Wachstum unter den Bedingungen der Stagnation“ (Häußermann/ Siebel 1993, 13) fortzusetzen. Städte mussten versuchen, neue Entwicklungen zu unterstützen und Wachstum zu schaffen. Große Ereignisse treiben den Umbau einer Stadt an. Sie unterstützen und beschleunigen den Ausbau der Infrastruktur und fördern die regionale Wirtschaft (Häußermann/ Siebel 1993, 17).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Großereignissen für die moderne Stadtentwicklung heraus und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen der Landesgartenschau auf Gronau.
2. Stadtentwicklung und Stadtplanung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Stadtentwicklung, erläutert das Drei-Phasen-Modell und diskutiert die "Festivalisierung" als politisches Instrument zur Stadtumgestaltung.
3. Die Stadt Gronau – eine Stadt verändert sich: Hier wird die historische Entwicklung Gronaus dargestellt, wobei insbesondere der Strukturwandel der Textilindustrie und die Sanierung des Stadtkerns in den 80er Jahren im Vordergrund stehen.
4. Die Landesgartenschau in NRW: Dieses Kapitel erläutert den Sinn, die Finanzierung sowie die gestalterischen Ziele und Attraktionen von Landesgartenschauen im Allgemeinen.
5. Die LAGA Gronau/ Losser 2003: Hier werden die spezifische Planung, Durchführung und das Veranstaltungsangebot der Landesgartenschau in Gronau und Losser detailliert beschrieben.
6. Stadtentwicklung durch LAGA? - Evaluation: Dieses Kernkapitel wertet die Ergebnisse der Experteninterviews und der Bevölkerungsumfrage aus, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen.
7. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung zieht eine Bilanz und beantwortet die zentrale Fragestellung, inwiefern die Landesgartenschau für Gronau einen stadtentwicklungsrelevanten Erfolg darstellte.
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Landesgartenschau, Gronau, Festivalisierung, Strukturwandel, Textilindustrie, Großprojekte, Infrastruktur, Stadtmarketing, Bevölkerungsbefragung, Experteninterviews, Stadtsanierung, Tourismus, Identifikation.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Durchführung eines Großereignisses (Landesgartenschau) und der städtebaulichen sowie sozialen Entwicklung einer Stadt am Beispiel Gronau.
Die zentralen Themen sind Stadtplanung, wirtschaftlicher Strukturwandel, Projektpolitik durch Festivalisierung und die Evaluation von Standortaufwertungen.
Ziel ist es zu belegen, ob die Landesgartenschau 2003 dazu beigetragen hat, die durch den Niedergang der Textilindustrie entstandene Industriebrache zu beseitigen und die Stadt attraktiver zu gestalten.
Der Autor nutzt sowohl eine qualitative Methode durch Experteninterviews als auch eine quantitative Methode mittels einer Bevölkerungsumfrage.
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie Gronaus, dem Konzept der Festivalisierung und der konkreten Planung und Evaluation der LAGA 2003 unter Berücksichtigung von Infrastruktur, Ökonomie, Image und Bürgeridentifikation.
Wichtige Begriffe sind Landesgartenschau, Stadtentwicklung, Gronau, Festivalisierung, Industriebrache, Standortaufwertung und Strukturwandel.
Die Arbeit zeigt, dass die Finanzierung durch staatliche Zuschüsse und Sponsoren gelang, jedoch auch das finanzielle Risiko und die langfristigen Unterhaltungskosten der neuen Attraktionen kritisch hinterfragt werden.
Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass das Projekt dazu beigetragen hat, den Zusammenhalt zwischen den Stadtteilen Gronau und Epe zu stärken und das Selbstbewusstsein der Bevölkerung zu fördern.
Die Bevölkerung nimmt die Verbesserungen im Bereich der Verkehrswege und des Angebots für Radfahrer größtenteils positiv wahr, während die Einschätzung zur Bussituation eher verhalten ist.
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