Diplomarbeit, 2005
146 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Kapitel 1:Terrorismus als soziales Problem
1.1 Soziale Probleme als Zustand
1.2 Die Konstruktion sozialer Probleme
Kapitel 2: Was ist Terrorismus?
Kapitel 3: Die Bewegung des islamischen Fundamentalismus
3.1 Politologische und soziologische Antworten auf das Phänomen des islamischen Fundamentalismus
3.2 Der islamische Fundamentalismus in Europa
3.3 Warum Spanien?
3.4 Terrorismus und islamischer Terrorismus – eine Zusammenfassung der bisherigen Diskussion
Kapitel 4: Massenmedien und Nachrichtenselektion
4.1 Massenmedien und die Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit
4.2 Die Nachrichtenselektion
4.3 Die Nachrichtenwerttheorie
Kapitel 5: Die Darstellung von Terrorismus in den Massenmedien
Kapitel 6: Methodisches Vorgehen
6.1 Die Methode der Inhaltsanalyse
6.2 Die hier verwendeten Verfahren der Inhaltsanalyse
6.3 Stichprobe und Grundgesamtheit in der vorliegenden Inhaltsanalyse
6.4 Beobachtungszeitraum und Auswahlkriterien
6.5 Die Ziehung der Stichprobe
6.6 Die untersuchten Tagezeitungen
6.7 Hypothesen und Kategorien
Kapitel 7: Ergebnisse
7.1 Umfang und Darstellungsformen
7.2 Nachrichtenagenturen
7.3 Fotos und graphische Darstellungen
7.4 Die Thematisierung der spanischen Regierungswahlen
7.5 “war on terrorism”
7.6 Umfang der Berichterstattung
7.7 Personalisierung
7.8 Parteienbias in der deutschen Presse?
7.9 Negativismus
7.10 Motive und Ursachen bezüglich des Anschlags
7.11 Links-Rechts-Berichterstattung in der deutschen Presse?
7.12 ‘Affective labeling’
7.13 Anonyme Quellen in der Berichterstattung
7.14 Zusammenfassung der Ergebnisse
Kapitel 8: Zusammenfassung und Diskussion
Ziel der Arbeit ist es, durch eine vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattung über den Terroranschlag von Madrid am 11. März 2004 in den Zeitungen 'Frankfurter Allgemeine Zeitung', 'Frankfurter Rundschau' und 'New York Times' zu untersuchen, wie Massenmedien das Ereignis konstruieren und ob sich Unterschiede in der Thematisierung zeigen.
Die Konstruktion sozialer Probleme
Die Schwierigkeiten der oben genannten Perspektiven auf soziale Probleme bestehen darin, dass die Soziologie sozialer Probleme in der Gefahr ist, „unhinterfragt entweder normative Standards zu übernehmen oder diese willkürlich zu setzen“ (Groenemeyer 2001, 6). Konstruktionistische Forschungsansätze blenden deshalb die Wertideen, die Konflikten zwischen Gruppen mit verschiedenen Werten und Ideen zugrunde liegen, bei ihrer Analyse der Problemkarrieren aus (ebd., 7).
In einem gemäßigten konstruktionistischen Ansatz kann man sich nun fragen, auf welche Formen institutionalisierten Handelns das jeweils zu analysierende Problem zurückzuführen ist (vgl. z.B. Berger/ Luckmann 2003). Noch ergibt sich hier eine Schnittstelle zu oben genannten Perspektiven, die soziale Probleme als Zustände beschreiben. Dieser Bezug lässt sich anhand einer Aussage Durkheims vergegenwärtigen: „Tatbestände [frz. faits] einer gewissen Ordnung wie Dinge [frz. ‚choses’] zu behandeln, bedeutet also nicht, sie in diese oder jene Kategorie des Seienden einzureihen, es bedeutet nur, dass man ihnen gegenüber eine bestimmte geistige Haltung einnimmt“ (Durkheim 1976, 90; Hinzufügungen J.M.). Das betrachtete ‚Problem’, ein soziologischer Tatbestand in diesem Sinne, ist in der Lage, „auf den einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben“ (ebd., 114). Dieser Erkenntnis tragen auch die meisten ‚Objektivisten’ Rechnung, vor allem, wenn sie sich im Rahmen der empirischen Sozialforschung mit den „sehr realen Folgen“ soziologischer Tatbestände beschäftigen, „die man nicht beliebig wegdefinieren kann“ (Albrecht 2001, 143).
In der vorliegenden Analyse beziehe ich mich jedoch auf den weniger gemäßigten Ansatz Schetsches. Seine Definition eines sozialen Problems umfasst „alles, was von kollektiven Akteuren, der Öffentlichkeit oder dem Wohlfahrtsstaat als solches angesehen und bezeichnet“ wird (nach Groenemeyer 1999, 17). Schetsche nennt acht Typen kollektiver Akteure: Betroffene, Advokaten, Experten/ Professionelle, Problemnutzer (Verbände, Parteien, Interessengruppen), soziale Bewegungen, Moralunternehmer, Massenmedien und den (Wohlfahrts-)Staat. Den Massenmedien sowie den sozialen Bewegungen misst Schetsche jeweils die größte Bedeutung hinsichtlich ihrer Definitionsmacht bei (nach Groenemeyer 1999, 19). Ich möchte betonen, dass ich Schetsches Definition sozialer Probleme lediglich verwende, um mich deren massenmedialen Konstruktionen zuwenden zu können.
Einleitung: Einführung in das Thema des Terroranschlags von Madrid und Zielsetzung der Studie zur printmedialen Konstruktion des Ereignisses.
Kapitel 1:Terrorismus als soziales Problem: Diskussion der soziologischen Perspektiven auf soziale Probleme, differenziert zwischen Objektivisten und Konstruktionisten.
Kapitel 2: Was ist Terrorismus?: Annäherung an den Terrorismus-Begriff aus historischer, psychologischer und soziologischer Sicht unter der Perspektive des ‚modus operandi‘.
Kapitel 3: Die Bewegung des islamischen Fundamentalismus: Historische Darstellung der Entstehung des islamischen Fundamentalismus und dessen Entwicklung zum globalen Terrorismus.
Kapitel 4: Massenmedien und Nachrichtenselektion: Erläuterung der Rolle von Massenmedien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit und der Kriterien der Nachrichtenselektion.
Kapitel 5: Die Darstellung von Terrorismus in den Massenmedien: Diskussion der Verknüpfung von Terrorismus und Massenmedien und deren gegenseitige Abhängigkeiten.
Kapitel 6: Methodisches Vorgehen: Darlegung der angewandten inhaltsanalytischen Verfahren, der Stichprobenauswahl und der operationalisierten Hypothesen.
Kapitel 7: Ergebnisse: Präsentation und statistische Auswertung der Daten zur Berichterstattung in FAZ, FR und NYT.
Kapitel 8: Zusammenfassung und Diskussion: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Vergleich mit den theoretischen Ausgangspunkten.
Terrorismus, Madrid, Islamischer Fundamentalismus, Inhaltsanalyse, Massenmedien, Nachrichtenselektion, Berichterstattung, Framing, Affective Labeling, Qualitätszeitungen, Konstruktion, Soziales Problem, Terroranschlag, Nachrichtenagenturen, Empirische Untersuchung.
Die Diplomarbeit analysiert, wie die Zeitungen 'Frankfurter Allgemeine Zeitung', 'Frankfurter Rundschau' und 'New York Times' über den Terroranschlag in Madrid am 11. März 2004 berichteten.
Die Themen umfassen die soziologische Betrachtung von Terrorismus als soziales Problem, die Entstehung des islamischen Fundamentalismus sowie die medientheoretischen Grundlagen der Nachrichtenselektion und Berichterstattung.
Ziel ist es, die printmediale Konstruktion des Terroranschlags zu beleuchten und zu prüfen, ob es Unterschiede in der Berichterstattung zwischen den ausgewählten Zeitungen gibt.
Der Autor führt eine quantitative Inhaltsanalyse von 267 Zeitungsartikeln durch, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums erschienen sind.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Terrorismus und zu Medientheorien sowie in den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Inhaltsanalyse präsentiert und diskutiert werden.
Terrorismus, Inhaltsanalyse, Medienkonstruktion, Framing, Islamischer Fundamentalismus und Berichterstattung.
Die Arbeit diskutiert, dass Spanien aufgrund seiner historischen Vergangenheit ('Al Andalus'), seiner Teilnahme an der Koalition im Irak-Krieg und der hohen Anzahl an nordafrikanischen Einwanderern aus fundamentalistischer Sicht rational als Angriffsziel gewählt wurde.
Die Analyse zeigt, dass deutsche Zeitungen bei der Bezeichnung von Tätern und Tat tendenziell ein negativeres 'Labeling' verwenden als die 'New York Times', was auf kulturelle Unterschiede hindeuten könnte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

