Diplomarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Stromwirtschaft
2.1 Charakteristika der Stromwirtschaft
2.2 Traditioneller Ordnungsrahmen und Marktstruktur
2.2.1 Rechtliche Ausgestaltung der Monopolstellung
2.2.2 Marktstruktur vor der Liberalisierung
2.2.2.1 Aufgaben und Tätigkeitsfelder
2.2.2.2 Konzentration und Organisation in der Elektrizitätswirtschaft
2.3 Grundzüge der Liberalisierung
2.3.1 Gründe für die Neuordnung
2.3.2 EU-Binnenmarktrichtlinie für Elektrizität
2.3.3 Energierechtsreform in der Bundesrepublik
2.3.4 Auswirkungen der Liberalisierung und neue Reformen
3 Strukturanalyse des deutschen Strommarktes: Kräfteverhältnisse und Trends im Wettbewerb
3.1 Konzeptionelle Grundlagen
3.2 Rivalität unter den bestehenden Unternehmen
3.2.1 Aktive Unternehmen auf dem deutschen Strommarkt
3.2.2 Wettbewerbsdruck der Branche
3.2.2.1 Marktstruktur
3.2.2.2 Überkapazitäten
3.2.2.3 Hohe Fix- und Lagerkosten
3.2.3 Ventile für den Wettbewerbsdruck
3.2.3.1 Marktwachstum
3.2.3.2 Austrittsbarrieren
3.2.4 Katalysatoren für den Wettbewerbsdruck
3.2.4.1 Produktdifferenzierung
3.2.4.2 Unsichere Spielregeln
3.2.5 Bewertung der internen Branchenrivalität
3.3 Bedrohung durch potentielle neue Konkurrenten
3.3.1 Markteintrittsbarrieren
3.3.2 Stromerzeugung
3.3.2.1 Independent Power Producer (IPP)
3.3.2.2 Betreiber dezentraler Kraftwerke
3.3.2.3 Ausländische Stromproduzenten
3.3.3 Stromgroßhandel
3.3.3.1 Neue Großhändler
3.3.3.2 Stromimporteure
3.3.4 Stromtransport
3.3.5 Stromeinzelhandel
3.3.5.1 Billiganbieter
3.3.5.2 Ökostromanbieter
3.3.5.3 Internetfirmen
3.3.5.4 Nachfragebündler
3.3.5.5 Branchenfremde Unternehmen
3.3.6 Attraktivität eines Markteintritts
3.3.7 Bewertung der Markteintrittsgefahr
3.4 Gefahr durch Substitutionsprodukte
3.4.1 Substitution durch andere Energieträger
3.4.2 Substitution durch Eigenerzeugung
3.4.3 Substitution durch Kapital
3.4.4 Substitution durch Know-how
3.4.5 Bewertung der Substitutionsgefahr
3.5 Verhandlungsmacht der Abnehmer
3.5.1 Bestimmungsfaktoren der Abnehmermacht
3.5.2 Bewertung der Abnehmermacht
3.6 Verhandlungsmacht der Lieferanten
3.6.1 Determinanten der Lieferantenmacht
3.6.2 Bewertung der Lieferantenmacht
4 Risiken und Chancen der Strombranche
4.1 Geringes Marktwachstum
4.2 Demographischer Wandel
4.3 Marktpreisrisiken
4.4 Regulatorische Risiken
4.5 Internationalisierung
4.6 Technischer Fortschritt
4.7 Substitutionsrisiken
4.8 Risiken durch die Verhandlungsmacht der Großabnehmer
4.9 Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen
4.10 Kooperationen
4.11 Markenbildung
5 Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Würdigung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Analyse der Wettbewerbssituation des deutschen Strommarktes, um daraus branchenspezifische Chancen und Risiken für sowohl neue als auch etablierte Marktteilnehmer abzuleiten. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei insbesondere auf die Identifikation der Haupteinflussfaktoren des Wettbewerbs sowie der Gründe für das Ausscheiden neuer Marktakteure nach der Liberalisierung.
3.2.1 Aktive Unternehmen auf dem deutschen Strommarkt
Um die Rivalität innerhalb einer Branche zu analysieren, ist es sinnvoll die aktiven Unternehmen der Branche zu bestimmen. Als Folge der Liberalisierung ist eine Vielzahl neuer Branchenakteure in den Strommarkt getreten. Nach Angaben des VDEW (s. Abb. 4) umfasste die deutsche Elektrizitätswirtschaft 2005 etwa 1100 Unternehmen, wobei private Betreiber von Windanlagen und kleine Wasserkraftwerke nicht mitgezählt wurden. Um eine bessere Übersichtlichkeit der vielen heterogenen alten und neuen Marktteilnehmer zu erreichen, werden zunächst unterschiedliche Unternehmensgruppen in Abhängigkeit ihrer Aktivitäten auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen identifiziert. Danach können die agierenden Marktteilnehmer in integrierte Verbundunternehmen, Regionalversorger, Kommunalversorger, Stromhändler, Stromproduzenten sowie in die industrielle Kraftwirtschaft gruppiert werden. Gemäß der Branchendefinition sind diese Unternehmensgruppen auf der Vertriebsstufe der Wertschöpfungskette aktiv (s. Abb. 5).
Die Anzahl der integrierten Verbundunternehmen (s. auch Kap. 2.2.2.1 und 2.2.2.2), ist nach der letzten Fusionswelle in den Jahren 2000 bis 2003 auf vier geschrumpft. Dazu gehören in Deutschland RWE, E.On, EnBW und Vattenfall. Kennzeichnend für fast alle Verbundunternehmen ist ihre vertikale Integration. Dies bedeutet, dass sie in allen Geschäftsfeldern entlang der Branchenwertschöpfungskette agieren. Sie dominieren sowohl die Erzeugerstufe, wo sie über einen sehr heterogenen Kraftwerkspark mit etwa 80% der Erzeugerkapazitäten verfügen, als auch die Übertragungsstufe, in der sie das Transportmonopol über die überregionalen Höchstspannungsnetze besitzen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dynamik des deutschen Elektrizitätssektors nach der Liberalisierung 1998 ein und definiert das Ziel, die Wettbewerbssituation und resultierende Chancen sowie Risiken zu untersuchen.
2 Grundlagen der Stromwirtschaft: Das Kapitel vermittelt die notwendigen Branchengrundlagen, skizziert den traditionellen Ordnungsrahmen sowie die Ziele und Prozesse der Liberalisierung.
3 Strukturanalyse des deutschen Strommarktes: Kräfteverhältnisse und Trends im Wettbewerb: Der Hauptteil analysiert mittels Porters 5-Kräfte-Modell detailliert die Wettbewerbskräfte, wie Rivalität, Markteintrittsgefahren, Substitutionsrisiken sowie die Verhandlungsmacht von Abnehmern und Lieferanten.
4 Risiken und Chancen der Strombranche: Basierend auf der Strukturanalyse werden hier branchenspezifische Marktrisiken und -chancen abgeleitet, die als Grundlage für strategische Entscheidungen dienen.
5 Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit des gewählten theoretischen Modells.
Strommarkt, Liberalisierung, Branchenstrukturanalyse, Porter, Wettbewerb, Energieversorgungsunternehmen, Verbundunternehmen, Markteintrittsbarrieren, Stromerzeugung, Netzgebundenheit, Konzentration, Regulierung, Energiepreise, Erneuerbare Energien, Strategisches Management.
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer umfassenden Wettbewerbsanalyse des deutschen Strommarktes auf Basis des Konzepts der Branchenstrukturanalyse von Michael Porter.
Zentrale Felder sind die Grundlagen der Stromwirtschaft, die Auswirkungen der Liberalisierung, die Untersuchung der fünf Wettbewerbskräfte sowie die Identifikation aktueller Risiken und Chancen für Marktteilnehmer.
Ziel ist es, die Wettbewerbsintensität im deutschen Stromsektor zu verstehen und branchenspezifische strategische Handlungsgrundlagen abzuleiten.
Die Arbeit nutzt die Branchenstrukturanalyse nach Porter (5-Kräfte-Modell) als theoretischen Bezugsrahmen, unterstützt durch eine Auswertung von Sekundärdaten aus Fachpublikationen und Wirtschaftsberichten.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Rivalität unter Unternehmen, die Bedrohung durch neue Konkurrenten und Substitutionsprodukte sowie die Verhandlungsmacht von Abnehmern und Lieferanten.
Wichtige Begriffe sind Marktliberalisierung, vertikale Integration, Konzentrationstendenzen, Energiepreise, Wettbewerbsintensität und regulatorische Rahmenbedingungen.
Sie wird als Regulierungsinstanz beleuchtet, die durch die Anreizregulierung und Aufsicht über Netzentgelte neue regulatorische Risiken und Chancen für Energieversorger schafft.
Aufgrund der technischen Homogenität von Strom ist eine Produktdifferenzierung schwer umsetzbar, zudem ist Strom für Verbraucher ein klassisches "Low-interest"-Produkt, bei dem oft eine geringe Wechselbereitschaft vorliegt.
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