Examensarbeit, 2006
107 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Publikationsüberblick
1.2 Grundlagen dieser Arbeit
1.2.1 Hypothese
1.2.2 Aufbau der Arbeit
1.2.3 Definitionsversuche des Phänomens ‚Globalisierung’
2 Historie der Globalisierung
2.1 Der Protektionismus und der aktive Staat
2.2 Von Bretton Woods zum neuen Zeitalter globaler Finanzmärkte
2.3 Monetarismus statt Keynesianismus
2.4 Von der geografischen Unterwerfung zur intellektuellen Eroberung
3 Ökonomische Globalisierung
3.1 Globale Produktion, Welthandel und Investition
3.1.1 Weltweiter Handel und Wissens-Ökonomie
3.1.2 Der Indikator Investition
3.1.3 Die globalen Akteure
3.2 Globale Finanzmärkte
3.3 Globale Immobilität versus globale Mobilität
3.4 Ist die Globalisierung global?
4 Der Nationalstaat und die Globalisierung
4.1 Offensive versus defensive Staatsstrategien
4.1.1 Vier Staatsstrategien nach Beck
4.1.2 Die Staatsstrategien der Unverzichtbarkeit
4.1.2.1 Die Strategien der Großen Politik
4.1.3 Die Unersetzbarkeitsstrategien
4.1.4 Die Strategien der Vermeidung von Weltmarktmonopolen
4.1.5 Die Strategien zwischenstaatlicher Konkurrenzreduktion
4.1.5.1 Die sozialdemokratische Spezialisierungsstrategie
4.1.5.2 Die Billiglohn-Strategie
4.1.5.3 Die Steuerparadiesstrategien
4.1.6 Die Hegemoniestrategie
4.1.7 Die Transnationalisierungsstrategien
4.2 Wettbewerbsstaat = ‚race to the bottom’?
4.2.1 Das TINA-Prinzip
4.2.2 Interessensdivergenzen im Nationalstaat
4.2.3 Die Konvergenzthese
4.2.3.1 Die Konvergenzthese und regionale Kooperation
4.2.4 Gründe für die Standortverlagerung
4.3 Globalisierung als das Ende des Wohlfahrtsstaates? Gibt es einen Steuerwettlauf nach unten?
4.3.1 Das Grundmodell des Steuerwettbewerbs
4.3.2 Effizienz- versus Kompensationsthese
4.3.3 Steuerwettbewerb und Struktureffekt
4.3.4 Das ‚Übel’ Staatsquote
4.3.4.1 Kritiken an den Indikatoren Staats- und Steuerquote
4.4 Kasinokapitalismus versus Kapitalmarktpolizist
4.4.1 Die Regulierung des Bankensektors
4.4.2 Die Typologie des regulativen Wettbewerbs
5. Resümee
Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Ausmaß die Handlungsautonomie des Nationalstaates durch den Globalisierungsprozess eingeschränkt wird. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, ob der Nationalstaat im Zuge der Globalisierung und des damit einhergehenden Drucks auf die Wirtschaftspolitik seine Fähigkeit verliert, als souveräner Akteur öffentliche Güter bereitzustellen.
3.1 Globale Produktion, Welthandel und Investition
Entscheidend für die Feststellung einer globalen Ökonomie ist die expansive Zunahme globaler im Vergleich zu national begrenzten Wirtschaftsleistungen. Dies betrifft sowohl die Zunahme grenzüberschreitender Produktion, des transnationalen Handels mit Gütern und Dienstleistungen sowie Kapital. Varwick sieht in diesem Vorgang die Ablösung von Staatsräumen durch Wirtschaftsräume. Die Feststellung, dass die Regelungskompetenz der Staaten auf ihr Territorium begrenzt bleibt, aber der ökonomische Raum TNU nicht mehr mit ihm deckungsgleich ist, wird hier zum Kardinalindikator der Globalisierung. Generell nennt die Literatur Handel, Investitionen, Finanzmärkte und Akteure als Untersuchungsgegenstände.
Es lassen sich eine Vielzahl von Spezialisierungen verschiedenster Indikatoren wie z.B. die Zunahme von ‚global sourcing’ in Unternehmensstrategien oder eine Veränderung der Lohndivergenz finden. Sie lassen sich aber immer wieder unter die genannten Bereiche zusammenfassen, so dass diese im Folgenden untersucht werden.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Globalisierung, Darstellung der damit verbundenen Hoffnungen und Ängste sowie Erläuterung des Aufbaus und der Hypothesen dieser Arbeit.
2 Historie der Globalisierung: Historischer Abriss der internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen und der Entwicklung hin zu den heutigen globalen Märkten.
3 Ökonomische Globalisierung: Untersuchung der ökonomischen Dimensionen, insbesondere in den Bereichen Produktion, Welthandel, Investitionen und Finanzmärkte, sowie kritische Betrachtung ihrer tatsächlichen Globalität.
4 Der Nationalstaat und die Globalisierung: Analyse der Auswirkungen der Globalisierung auf die Souveränität des Nationalstaats sowie Vorstellung verschiedener staatlicher Strategien zur Reaktion auf diesen Prozess.
5. Resümee: Überprüfung der aufgestellten Hypothese und Zusammenführung der Ergebnisse zur Handlungsautonomie des Nationalstaates im globalen wirtschaftspolitischen Raum.
Globalisierung, Nationalstaat, Handlungsautonomie, Wirtschaftspolitik, Standortwettbewerb, Finanzmärkte, Wohlfahrtsstaat, Transnationale Unternehmen, Regulierung, Steuerwettbewerb, Souveränität, öffentliche Güter, Wirtschaftsräume, Kapitalmarkt, Systemwettbewerb.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Prozesses der Globalisierung auf die Souveränität und die Handlungsfähigkeit des Nationalstaates im Bereich der Wirtschaftspolitik.
Zu den zentralen Themen gehören die ökonomische Globalisierung, die Rolle von Finanzmärkten, die Frage nach dem Ende des Wohlfahrtsstaates durch Standortwettbewerb sowie verschiedene offensive und defensive Staatsstrategien.
Das Ziel besteht darin festzustellen, ob der Nationalstaat durch die Globalisierung tatsächlich seine Handlungsmöglichkeiten verliert oder ob er lediglich seine Instrumente an die veränderten Bedingungen anpassen muss.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte und empirische Befunde zu Globalisierung, staatlicher Souveränität und Wirtschaftspolitik zusammenführt und auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse der Globalisierung und eine politologische Betrachtung der Auswirkungen auf den Nationalstaat, inklusive der Untersuchung von Staatsstrategien wie der Hegemoniestrategie oder der Transnationalisierungsstrategie.
Begriffe wie Standortwettbewerb, Steuerwettbewerb, Handlungsautonomie, TINA-Prinzip, Finanzmarktstabilität und Wettbewerbsstaat beschreiben den inhaltlichen Kern der Arbeit.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass es keinen dramatischen „Steuerwettlauf nach unten“ gibt, auch wenn sich die Struktur der Steuereinnahmen verändert hat und ein erhöhter Anpassungsdruck auf die Nationalstaaten besteht.
Staaten reagieren durch unterschiedliche Strategien, von defensiven Abschottungstendenzen bis hin zu offensiven Strategien wie regionaler Kooperation (z.B. EU) oder der aktiven Einbindung privater Akteure in die Regulierung.
Da Finanzmärkte global agieren und teilweise dereguliert sind, können ihre Krisen nationale Volkswirtschaften destabilisieren, wobei die Nationalstaaten oft nur noch begrenzt regulatorisch eingreifen können.
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