Diplomarbeit, 2006
75 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Determinanten des Konsumentenverhaltens
2.1. Aktivierende Prozesse
2.2. Kognitive Prozesse
3. Klassische Modelle des Lernverhaltens
3.1. Psychologische Lerntheorien
3.1.1. Modelltheoretische Lerntheorien
3.1.2. Empirische Lerntheorien
3.2. Neurobiologische Lerntheorien
4. Produktorientiertes Lernen
4.1. Lernen durch Analogtransfer
4.2. Lernen durch Vertrautheit mit dem Produkt
4.3. Lernen in Abhängigkeit von der Produktart
4.4. Lernen im Bezug zu Kaufentscheidungstypen
4.5. Lernen nach situativen Umständen
5. Agentenbasierte Simulation des Lernprozesses
5.1. Definition des Agenten-Begriffs
5.1.1. Allgemeine Definition
5.1.2. Eigenschaften des Agenten
5.1.3. Klassifikation von Agenten
5.2. Erklärung der agentenbasierten Simulation
5.3. Abbildung des Lernverhaltens in einer Simulation
5.3.1. Grundsätzliches
5.3.2. Ablauf von der Kaufentscheidung zum Lernen
5.4. Empfehlungen für das Marketing
6. Fazit und Implikationen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Lernverhaltens von Konsumenten für das Marketing. Ziel ist es, durch die Analyse klassischer Lerntheorien und die agentenbasierte Simulation von Lernprozessen Handlungsempfehlungen abzuleiten, um Marketingaktivitäten optimal auf das Lernverhalten der Konsumenten auszurichten.
4.2. Lernen durch Vertrautheit mit dem Produkt
Neben einigen anderen Autoren haben sich auch Johnson und Russo mit den Effekten der Vertrautheit gegenüber einem Produkt auf das Lernverhalten beschäftigt. Sie haben zwei Hypothesen über die Beziehung zwischen Lernen und der Beschaffung von Informationen aufgestellt. In der „Bereicherungshypothese“ (enrichment) wird behauptet, dass bereits bestehendes Wissen das Lernen von neuen Informationen erleichtert. Während der „umgekehrte Effekt“ (inverted u) davon ausgeht, dass früheres Wissen das Lernen neuer Informationen blockiert, d.h. dass Konsumenten, die sehr mit einem Produkt vertraut sind weniger nach neuen Informationen suchen, als solche, die es nicht sind. Es gilt nun zu klären, wie diese beiden gegensätzlichen Ansätze miteinander in Einklang gebracht werden können. Man geht davon aus, dass erfahrenen Konsumenten gegenüber Kunden, für die die Produktklasse neu ist einige Vorteile haben, denn sie haben ein besseres Wissen über bestehende Alternativen. Außerdem führt ihr vorhandenes Wissen zur Suche nach neuen Alternativen, da vertraute Konsumenten Wissen über Beziehungen zwischen den Elementen der Produktklasse entwickeln können, d.h. sie können Informationen über neue Alternativen besser verstehen und durch das Verknüpfen der Informationen verbessert sich das Lernen. Ein dritter Vorteil ist, dass sie relevante Informationen besser selektieren können, da sie durch ihr Wissen über eine Produktklasse die Wahrnehmung auf die für sie relevanten Informationen beschränken.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung des Lernverhaltens von Konsumenten für das Marketing und führt in die agentenbasierte Simulation als Untersuchungsmethode ein.
2. Determinanten des Konsumentenverhaltens: Es werden aktivierende (Emotion, Motivation, Einstellung) und kognitive Prozesse (Informationsaufnahme, -verarbeitung, -speicherung) als Grundlagen des Konsumentenverhaltens beschrieben.
3. Klassische Modelle des Lernverhaltens: Das Kapitel bietet einen Überblick über psychologische und neurobiologische Lerntheorien, die zum Verständnis von Lernvorgängen bei Konsumenten beitragen.
4. Produktorientiertes Lernen: Hier werden neuere Ansätze diskutiert, die das Lernen in Abhängigkeit von Faktoren wie Produktart, Vertrautheit und situativen Umständen analysieren.
5. Agentenbasierte Simulation des Lernprozesses: Dieses Kapitel widmet sich der Modellierung eines Agenten als Abbild des Konsumenten und der Simulation von Lernabläufen in einer virtuellen Umgebung.
6. Fazit und Implikationen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Grenzen sowie das Potenzial agentenbasierter Simulationen für zukünftige Marketingforschung diskutiert.
Konsumentenverhalten, Lernverhalten, Lerntheorien, Marketing, Agentenbasierte Simulation, Kaufentscheidung, Kognitive Prozesse, Aktivierende Prozesse, Produktkenntnis, Modellierung, Wissensverarbeitung, Konditionierung, Konsumentenforschung, Simulation, Entscheidungsfindung.
Die Arbeit untersucht, wie Konsumenten lernen und wie dieses Wissen genutzt werden kann, um Marketingmaßnahmen durch den Einsatz von Simulationen zu optimieren.
Die zentralen Felder sind die Determinanten des Konsumentenverhaltens, Lerntheorien aus der Psychologie und Neurobiologie sowie die agentenbasierte Modellierung von Entscheidungsprozessen.
Ziel ist es, den Lernprozess von Konsumenten in einer agentenbasierten Simulation abzubilden, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für das Marketing abzuleiten.
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse zur Fundierung der Lerntheorien sowie das Konzept der agentenbasierten Simulation (u.a. unter Verwendung der EPK-Notation) zur methodischen Darstellung der Kaufentscheidungsprozesse.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Konsumentenpsychologie, spezifische Lernansätze (wie Analogtransfer oder Vertrautheit) und die detaillierte Konstruktion einer agentenbasierten Simulation.
Kernbegriffe sind Konsumentenverhalten, Lernverhalten, agentenbasierte Simulation, Kaufentscheidung und Marketing-Anwendung.
Diese Hypothese besagt, dass bereits vorhandenes Wissen über eine Produktkategorie das Lernen und Verarbeiten neuer Informationen erleichtert.
Die EPK wird gewählt, da sie weit verbreitet ist und eine anschauliche, nachvollziehbare Darstellung von Kontrollflüssen ermöglicht, die auch für Anwender ohne tiefgehendes technisches Vorwissen verständlich ist.
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