Diplomarbeit, 2006
158 Seiten, Note: 1.0
0. Einleitung:
1. Begriff und Geschichte der Sozialinformatik:
1.1. Das mechanistische Zeitalter und die Folgen der Industrialisierung:
1.2 Digitale Revolution und gesellschaftliche Entwicklungen in den 1970er Jahren:
1.3 Entwicklungen der 1980er Jahre bis heute:
2. Bezüge und Zuordnungen der Sozialinformatik zur Informatik:
2.1 Kerninformatik, angewandte Informatik und Sozialinformatik:
2.2 Gegenstand, Aufgaben und Fragestellungen der Sozialinformatik - eine kritische Bestandsaufnahme:
2.3 Separierungstendenzen zwischen Sozioinformatik und Sozialinformatik:
3. Sozialinformatik in der Lehre - Untersuchung konkreter Lehrinhalte und sozialinformatischer Bezüge sowie Aktivitäten an deutschsprachigen Hochschulen:
3.1 In der Auswertung berücksichtigte Hochschulen:
3.2 Hochschulen mit Seminarangeboten zur Sozialinformatik:
3.3 Andere Hochschulen mit Bezügen zur Sozialinformatik:
3.4 Auswertung:
3.4.1 Seminaranzahl:
3.4.2 Seminarinhalte:
3.4.3 Fachliche Bezüge der Seminare:
3.4.4 Anteil der Hochschulen mit Seminaren sozialinformatischen Inhalts an der Gesamtanzahl der Hochschulen, die den Studiengang Soziale Arbeit anbieten:
3.5 Zusammenfassung und Kritik:
3.6 Weitere Aktivitäten zur Sozialinformatik:
3.7 Relevanz von sozialinformatischen Fähigkeiten und Kenntnissen am Stellenmarkt:
4. Plädoyer für ein neues Verständnis der Sozialinformatik:
4.1 Sozialarbeitswissenschaft - Versuch einer Abeitsdefinition:
4.1.1 Gegenstandsbereich der Sozialarbeitswissenschaft:
4.2 Sozialinformatik in der Sozialen Arbeit:
4.2.1 Die Sozialinformatik in ihrem Klientenbezug:
4.2.2 Die Sozialinformatik in einem hermeneutischen Verständnis:
4.2.3 Die Sozialinformatik als Erzeuger von Forschungswerkzeugen:
4.2.3.1 Projekt EKIR:
4.2.3.2 Tortendiagramm-Erstellung:
4.2.4 Die Sozialinformatik als Produzent von Handlungskompetenz:
4.2.4.1 Inklusionsansatz und Realkonzept:
4.2.4.2 Zur Problematik der Begriffe der computerbezogenen Interaktion und Interaktivität:
4.2.4.3 Technische Kompetenzen:
4.2.5 Die Sozialinformatik als Instrument der Hilfe:
4.2.6 Die Sozialinformatik als Professionalisierungsinstrument:
4.2.7 Die Sozialinformatik und ihre Gestaltungsaufgabe:
4.3 Sozialinformatik auf neuer Grundlage:
4.3.1 Gegenstand der Sozialinformatik:
4.3.2 Aufgaben der Sozialinformatik:
4.3.3 Sozialinformatik als Methode oder Disziplin?
5. Sozialinformatik lehren:
5.1 Anknüpfungspunkte zu Bezugswissenschaften und Fächern:
5.1.1 Abschließende Erläuterungen:
5.2 Bisherige Curricula - eine kritische Bestandsaufnahme:
5.3 Vorschlag zu einem erweiterten Curriculum:
5.3.1 Der Begriff des Curriculums:
5.3.2 Kompetenzfelder:
5.3.2.1 Einführung in die Sozialinformatik:
5.3.2.2 Kompetenzfeld A - Auswahl von Software:
5.3.2.2.1 Konstruktive IT-Kritik:
5.3.2.2.1.1 Geschichtliche Zusammenhänge:
5.3.2.2.1.2 Kontroll- und Trackingmöglichkeiten:
5.3.2.2.1.3 Technikfolgeabschätzung:
5.3.2.2.1.3.1 Gesellschaftliche Folgen:
5.3.2.2.1.3.2 Kosten- / Nutzenerwägungen für Felder der Sozialen Arbeit:
5.3.2.2.1.4 Grenzen des Computers bei sprachbasierter Informationsverarbeitung:
5.3.2.2.2 Die Istzustandsanalyse und ihre Voraussetzungen:
5.3.2.2.2.1 Hardwarekenntnisse:
5.3.2.2.2.2 Softwarekenntnisse:
5.3.2.2.2.3 Konfigurationsmöglichkeiten und Usability:
5.3.2.2.2.4 Open Source, Freeware, kommerzielle Software:
5.3.2.2.3 Bewertungsmethodik von Software:
5.3.2.2.4 Vorschläge zu praktischen Übungen:
5.3.2.3 Kompetenzfeld B - Planung von Software und Erweiterung der Handlungskompetenz:
5.3.2.3.1 Auslagerung von Texten, Grafiken und grundlegenden Daten:
5.3.2.3.2 Auswahl von Programmiersprachen:
5.3.2.3.3 Autorensysteme und WYSIWYG-Editoren:
5.3.2.3.4 Pseudocode und HTML:
5.3.2.3.5 Agile Entwurfsmodelle und Vorgehensweisen des Softwareengineerings:
5.3.2.3.5.1 Anwendungsbeispiele:
5.3.2.3.5.1.1 Zuordnungsübungen 1.8:
5.3.2.3.5.1.1.1 Klientenbezug:
5.3.2.3.5.1.1.2 Anmerkungen:
5.3.2.3.5.1.2 Umgang mit Alkohol:
5.3.2.3.5.1.2.1 Klientenbezug:
5.3.2.3.5.1.2.2 Anmerkung:
5.3.2.3.6 Vorschläge zu praktischen Übungen:
5.3.2.4 Kompetenzfeld C - Erstellung von Software:
5.3.2.4.1 Erlernen einer Programmiersprache:
5.3.2.4.1.1 Basic:
5.3.2.4.1.2 PHP:
5.3.2.4.2 Programmstruktur und Modularisierung:
5.3.2.4.3 Testläufe:
5.3.2.4.4 Vorschläge zu praktischen Übungen:
5.3.3 Zeitliche Verteilung:
5.3.4 Relevanz der Sozialinformatik im Studium:
6. Abschließende Erörterung:
Die Arbeit analysiert den Stellenwert und die unterschiedlichen Verständnisweisen der Sozialinformatik im Kontext der Sozialen Arbeit. Ein zentrales Ziel ist es, ein alternatives Verständnis der Sozialinformatik als wissenschaftliche Disziplin zu entwickeln, das auf einer hermeneutischen Basis sowie einem starken Klientenbezug beruht und die Sozialarbeitswissenschaft integriert.
1.1. - Das mechanistische Zeitalter und die Folgen der Industrialisierung:
Verwiesen wird mit dem obigen Zitat insbesondere auf das mechanistische Zeitalter, dessen Grundlage in den Denkschemata des cartesianischen Rationalismus, in Newtons physikalischem Imperativ des Naturverständnisses sowie in dem durch Bacon explizit formulierten Machtanspruch des Menschen gegenüber der Natur wurzelt, ohne die eine Entwicklung moderner Informationstechnologie als eine der späteren Folgen der industriellen Revolution nicht denkbar wäre.
Die (negativen) sozialen Auswirkungen der Denkmodelle und Produktionsformen des mechanistischen Zeitalters führten bekanntlich erst überhaupt zu den ersten Anfängen einer staatlichen Sozialpolitik, wenn diese sich anfangs allerdings - in Deutschland schon sehr frühzeitig vor allem als Reaktion auf die desolaten gesellschaftlichen Zustände als Spätfolgen des Dreißigjährigen Kriegs - meist nur auf die Einrichtung von Zucht- und Arbeitshäusern zur Disziplinierung künftiger bzw. möglicher karg bezahlter Lohnarbeiter beschränkte.
Eine gewisse Zäsur brachte die französische Revolution von 1789 mit sich, zumindest im Hinblick auf mögliche Staats- und Gesellschaftsordnungen. In Deutschland hingegen (oder besser gesagt in den vielen deutschen Kleinstaaten insbesondere nach der Auflösung des Kaiserreichs 1806) blieb die Mehrklassengesellschaft weitestgehend erhalten, von egalité konnte keine Rede sein. Die zunehmende Industrialisierung und der ungebändigte Kapitalismus in Verbindung mit einer schnell wachsenden Bevölkerung, der Landflucht und einer hohen Arbeitslosigkeit führte bekanntlich zur Verelendung ganzer Volksmassen, die im 19. Jahrhundert die Elendsquartiere der Städte bevölkerten oder in Dörfern am Rande des Existenzminimums oder darunter dahinvegetierten.
0. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Stellenwert der Sozialinformatik in der Sozialen Arbeit und entwickelt ein alternatives, klientenbezogenes Verständnis der Disziplin.
1. Begriff und Geschichte der Sozialinformatik: Es werden die begriffliche Unschärfe und die historische Entwicklung des Computereinsatzes im Kontext der Sozialen Arbeit sowie soziotechnische Grundlagen erörtert.
2. Bezüge und Zuordnungen der Sozialinformatik zur Informatik: Das Kapitel klärt das Verhältnis der Sozialinformatik zur Informatik und diskutiert kritisch aktuelle Ansätze und Definitionen.
3. Sozialinformatik in der Lehre - Untersuchung konkreter Lehrinhalte und sozialinformatischer Bezüge sowie Aktivitäten an deutschsprachigen Hochschulen: Es folgt eine empirische Untersuchung der Lehre sowie weiterer Aktivitäten zur Sozialinformatik an verschiedenen Hochschulen im deutschsprachigen Raum.
4. Plädoyer für ein neues Verständnis der Sozialinformatik: Die Arbeit entwickelt ein neues Verständnis der Sozialinformatik, das stark auf einer hermeneutischen Basis und dem Klientenbezug aufbaut.
5. Sozialinformatik lehren: Das Kapitel schlägt ein detailliertes Curriculum vor, das sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische technische Kompetenzen für Studierende der Sozialen Arbeit vermittelt.
6. Abschließende Erörterung: Zusammenfassung der Kerngedanken und der Bedeutung der Sozialinformatik als eigenständige Disziplin für die Soziale Arbeit.
Sozialinformatik, Soziale Arbeit, Sozialarbeitswissenschaft, Informationstechnik, Sozialmanagement, Curriculum, Klientenbezug, Softwareentwicklung, Digitalisierung, Soziotechnik, Medienpädagogik, Technikfolgeabschätzung, Humancentred Design, IT-Kompetenz
Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Sozialinformatik innerhalb der Sozialen Arbeit und plädiert für ein neues, klientenorientiertes und hermeneutisch begründetes Verständnis dieser Disziplin.
Die Themen umfassen die Geschichte der Sozialinformatik, ihre didaktische Verankerung in Hochschulcurricula, die technologische Unterstützung von Hilfsprozessen sowie die Bedeutung von IT-Kompetenzen für professionell Tätige.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines alternativen, wissenschaftlich fundierten Verständnisses der Sozialinformatik, das über rein betriebswirtschaftliche Aspekte hinausgeht und den Klienten in den Mittelpunkt stellt.
Die Arbeit kombiniert eine historische Analyse, eine kritische Bestandsaufnahme bestehender Literatur und eine explorative empirische Auswertung von Lehrangeboten an deutschsprachigen Hochschulen.
Im Hauptteil werden die Lehre, die curriculare Gestaltung sowie die praktische Anwendung von Informatikmethoden für Forschung und professionelles Handeln in sozialen Einrichtungen detailliert analysiert.
Die zentralen Begriffe sind Sozialinformatik, Soziale Arbeit, Sozialarbeitswissenschaft, Klientenbezug, Curriculum und Technikfolgeabschätzung.
Der Autor konstatiert eine gewisse Unverbundenheit der Lehre und eine oft zu starke Fokussierung auf reine Management- oder Administrationssoftware, bei der der eigentliche Klientenbezug häufig verloren geht.
Der Autor fordert eine stärkere eigene Handlungskompetenz bei der Softwareentwicklung, um eine Abhängigkeit von rein technisch orientierten externen IT-Dienstleistern zu vermeiden und ethische Standards zu sichern.
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