Habilitationsschrift, 2002
16 Seiten, Note: 1,9
Einleitung
Hauptteil
Der Weg nach Nürnberg
Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
Bedingungen der journalistischen Berichterstattung während der Prozesse
Presseberichterstattung über das Urteil des Internationalen Militärtribunals im Vergleich
4.a) Die Welt vom 1. Oktober 1946
4.b) Die Zeit vom 3. Oktober 1946
III. Fazit
IV. Anlage
V. Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Quellen
2. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die mediale Berichterstattung der Tageszeitung "Die Welt" und der Wochenzeitung "Die Zeit" anlässlich der Urteilsverkündung der Nürnberger Prozesse Anfang Oktober 1946, um aufzuzeigen, wie deutsche Medien in der unmittelbaren Nachkriegszeit über die Bestrafung der Hauptkriegsverbrecher berichteten.
3. Bedingungen der journalistischen Berichterstattung während des Prozesses
Das Verfahren gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges war der internationalen Presse zugänglich. Es kamen über 200 Pressevertreter aus der ganzen Welt; achtzig aus den Amerika, fünfzig aus England, vierzig aus Frankreich, fünfunddreißig aus der Sowjetunion, zwanzig aus Polen und zwölf aus der Tschechoslowakei24. Im Gerichtssaal gab es 240 reservierte Plätze für die Reporter, von denen aber lediglich sieben für deutsche Journalisten vorgesehen waren. In einem Presseraum konnte man über Lautsprecher an dem Prozess teilhaben. Die Alliierten hatten es darauf abgesehen durch die Presseberichterstattung eine große Wirkung in der internationalen Öffentlichkeit zu erzielen und gleichzeitig die deutsche Bevölkerung mit den Geschehnissen zu konfrontieren.
Es gab vier ausländische Nachrichtenagenturen: RCA, Mackey, Press Wireless und die Tass25. Die Berichterstattung für Deutschland hatten die Alliierten der DANA (Deutschen Allgemeinen Nachrichten-Agentur) übertragen, die sich „als zentrale Einrichtung besser kontrollieren ließ“26. Auch die deutschen Zeitungen waren zu dieser Zeit noch lizensiert, dass heißt eine direkte alliierte Pressekontrolle konnte verhindern, dass Artikel, die nicht den Vorstellungen der Siegermächte entsprachen, erschienen.
Die Informationspolitik zeichnete sich dadurch aus, dass in „Leitartikeln auf die Entwicklung des Verfahrens eingegangen werden konnte, sofern damit nicht die Funktion des Gerichts berührt und Urteile vorweggenommen würden. Die Angeklagten durften weder als Verbrecher bezeichnet noch lächerlich gemacht werden“27.
Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes, der ausgewählten Zeitungen sowie der Fragestellung bezüglich der Berichterstattung zur Urteilsverkündung.
Hauptteil: Detaillierte Betrachtung des Weges nach Nürnberg, des Prozessverlaufs sowie der Rahmenbedingungen für Journalisten unter der alliierten Kontrolle.
Presseberichterstattung über das Urteil des Internationalen Militärtribunals im Vergleich: Konkrete Gegenüberstellung der Artikelinhalte aus "Die Welt" und "Die Zeit" hinsichtlich ihrer Darstellung der Urteilssprüche.
III. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der journalistischen Ansätze und Feststellung, dass trotz der Befürwortung der Prozesse bei beiden Medien noch keine stark ausgeprägten politischen Profile erkennbar waren.
Nürnberger Prozesse, Medienberichterstattung, Die Welt, Die Zeit, Nachkriegszeit, Alliierte Zensur, Urteilsverkündung, Journalismus, Hauptkriegsverbrecher, Internationale Militärtribunal, Pressegeschichte, NS-Vergangenheit, Agenda-Setting, deutsche Nachkriegspresse, Aufarbeitung.
Die Arbeit analysiert, wie zwei ausgewählte deutsche Publikationen – "Die Welt" und "Die Zeit" – im Oktober 1946 über die Urteile der Nürnberger Prozesse berichteten.
Im Zentrum stehen die rechtlichen Hintergründe der Nürnberger Prozesse, die Bedingungen der Pressearbeit unter alliierter Lizenz und der Vergleich der journalistischen Tonalität der Zeitungen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob sich die unterschiedliche politische Ausrichtung der Zeitungen bereits in der Berichterstattung zur Urteilsverkündung widerspiegelte.
Es handelt sich um eine vergleichende Textanalyse auf Basis von Zeitungsartikeln und relevanter historischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte, den Prozessverlauf, die Arbeitsbedingungen der Journalisten vor Ort sowie den direkten Vergleich der Artikel.
Wichtige Begriffe sind Nürnberger Prozesse, Presseberichterstattung, alliierte Kontrolle und Nachkriegsdeutschland.
Die Arbeit deutet an, dass die alliierte Kontrolle durch das Lizenzsystem direkten Einfluss auf die Themenwahl und die Art der Berichterstattung in deutschen Medien nahm.
Während "Die Welt" ereignisbezogener und faktenorientiert berichtete, wählte "Die Zeit" einen abstrakteren Zugang, jedoch waren beide Blätter noch keine voll ausgeprägten politischen Profile.
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