Bachelorarbeit, 2006
43 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens
2.1 Die Vordenker eines bedingungslosen Grundeinkommens
2.2 Probleme der Begriffsabgrenzung
2.3 Vorschläge zur Ausgestaltung eines Grundeinkommens in Deutschland
2.3.1 Diskussionspapier von Bündnis 90/Die Grünen
2.3.2 Vorschlag der FDP zu einem liberalen Bürgergeld
2.3.3 Entwurf des Netzwerk Grundeinkommens
2.4 Ansätze zur Festlegung der Grundeinkommenshöhe
3 Finanzierungsmodelle des Grundeinkommens
3.1.1 Das Transfergrenzen-Modell der Universität Ulm
3.1.2 Vorschlag des Netzwerk Grundeinkommens
3.2 Grundeinkommen – ein Feldversuch
3.2.1 Der Alaska Permanent Fund
3.2.2 Das Experiment des Office of Economic Opportunity
4 Potentielle Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt
4.1 Angebotseffekt
4.2 Nachfrageeffekt
4.3 Existenzgründungen
4.4 Grundeinkommen als Mindestlohn?
5 Gegenüberstellung von Grundeinkommen und ökonomischen Theorien
5.1 Unterschiedliche Formen der Arbeitslosigkeit
5.2 Heterogenes versus homogenes Arbeitsangebot
5.3 Mikroökonomische Betrachtung des Arbeitsangebotes
5.4 Makroökonomischer Erklärungsansatz
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die möglichen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf den deutschen Arbeitsmarkt. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Konzepte und deren theoretische Überprüfung auf Kongruenz mit mikro- und makroökonomischen Modellen ein differenziertes Bild der Chancen und Risiken dieses Modells zu zeichnen, wobei insbesondere die Problematik der Finanzierung und die Anreizwirkungen auf das Arbeitsangebot im Fokus stehen.
3.2.1 Der Alaska Permanent Fund
Im Jahr 1982 wurde im US-Bundesstaat Alaska der Alaska Permanent Fund eingeführt. Dieser Fonds wurde gegründet, um die gesamte Bevölkerung Alaskas an den Gewinnen aus der Erdölförderung zu beteiligen. Die Steuereinnahmen des Staates wuchsen aufgrund der steigenden Fördermenge kontinuierlich an und versetzten die Regierung in die Lage, umfangreiche Investitionsprogramme zu finanzieren. Im Jahr 1982 konnte der Bundesstaat Alaska mit damals 88.500 USD die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben in den gesamten USA verzeichnen. Um die Einwohner Alaskas auch direkt an den stetig steigenden Einnahmen zu beteiligen, wurde der Alaska Permanent Fund eingerichtet. Seitdem erhält jeder dauerhaft in Alaska wohnende Bürger jährlich im Herbst einen Scheck von der Fondsverwaltung. Die Höhe des Schecks ist direkt an die Entwicklung der Dividende aus der Erdölförderung gekoppelt und über die gesamte Bevölkerung hinweg identisch.
Bereits bei den Auszahlungsmodalitäten zeichnet sich eine gewisse Ähnlichkeit zu bestehenden entwickelten Grundeinkommenskonzepten ab. So ist die Dividendenzahlung in Alaska an keine weiteren Bedingungen geknüpft. Es gibt keine individuelle Bedürftigkeitsprüfung und keine Auflagen über die Verwendung des Geldes. Voraussetzung ist lediglich der permanente Wohnsitz in Alaska. Die Gründe, die zur Implementierung beigetragen haben, sind sehr vielfältig. Wie bereits erwähnt werden die Einwohner an den Gewinnen aus der Erölförderung beteiligt. Darüber hinaus wurde aber auch mit Multiplikatoreffekten durch steigenden Konsum und eine stabilisierende Wirkung auf den Arbeitsmarkt gerechnet. Als bedeutender Punkt ist noch zu erwähnen, dass es die damalige Regierung selbst war, die sich von der Bevölkerung Alaskas eine effizientere Allokation der finanziellen Mittel erwartete. Auch bei den Gründen für die Einführung des Fonds lässt sich ein Aspekt erkennen, der Übereinstimmungen mit der Grundeinkommensdiskussion aufweist. Der Alaska Permanent Fund ermöglicht eine teilweise Umsetzung der gesellschaftlichen Teilhabe. Die Erdölvorkommen sollten als Allgemeingut verstanden werden und um dies zu signalisieren, werden die Bewohner Alaskas über die jährliche Dividende an den Gewinnen aus dem Allgemeingut beteiligt.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Armuts- und Arbeitslosigkeitsproblematik und führt in die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen als möglichen Lösungsansatz ein.
2 Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Vordenker und analysiert die Begriffsabgrenzung sowie aktuelle politische Entwürfe von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und dem Netzwerk Grundeinkommen.
3 Finanzierungsmodelle des Grundeinkommens: Hier werden verschiedene Ansätze zur Finanzierung diskutiert, inklusive konkreter Rechenmodelle und einer Betrachtung internationaler Feldversuche wie dem Alaska Permanent Fund.
4 Potentielle Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt: Das Kapitel untersucht erwartete Effekte des Grundeinkommens, speziell den Angebots- und Nachfrageeffekt, Auswirkungen auf Existenzgründungen sowie die Frage einer Mindestlohnwirkung.
5 Gegenüberstellung von Grundeinkommen und ökonomischen Theorien: Eine theoretische Überprüfung erfolgt hier mittels mikroökonomischer Analyse des Arbeitsangebots und makroökonomischer Erklärungsansätze zur Beschäftigung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung aufgrund der Modellspezifischen Risiken und mangelnder empirischer Daten.
Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitsmarkt, Negative Einkommensteuer, Bürgergeld, Finanzierungsmodelle, Alaska Permanent Fund, Arbeitsangebot, Nachfrageeffekt, Existenzgründungen, Mindestlohn, Neoklassik, Keynesianismus, Soziale Sicherung, Umverteilung, Arbeitslosigkeit.
Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens und analysiert dessen potenzielle Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Grundeinkommens, verschiedene Finanzierungs- und Ausgestaltungsmodelle, internationale Erfahrungen sowie die mikro- und makroökonomischen Effekte auf den Arbeitsmarkt.
Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen eines Grundeinkommens auf den Arbeitsmarkt theoretisch zu analysieren und zu prüfen, ob die erwarteten Effekte mit ökonomischen Theorien vereinbar sind.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von Konzeptentwürfen, wertet existierende empirische Feldversuche aus und führt eine theoretische Überprüfung mittels mikro- und makroökonomischer Modelle durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung politischer Konzepte, die Diskussion von Finanzierungsmodellen, die Darstellung von Feldversuchen sowie die ökonomische Analyse von Arbeitsmarkt- und Nachfrageeffekten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Grundeinkommen, Arbeitsangebot, negative Einkommensteuer, Finanzierbarkeit, Nachfrageeffekte und ökonomische Modellbildung.
Das FDP-Modell (Bürgergeld) basiert auf einer negativen Einkommensteuer mit Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitsanreizen, während das Netzwerk Grundeinkommen Konzepte ohne Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitszwang präferiert.
Er dient als praktisches Beispiel für ein grundeinkommensähnliches Modell, um die Auswirkungen einer regelmäßigen Dividendenzahlung auf Konsum und Arbeitsmarkt zu illustrieren, auch wenn er nicht direkt auf Deutschland übertragbar ist.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Effekt einer Mindestlohnwirkung nicht eindeutig festgestellt werden kann, da er stark von den konkreten Ausgestaltungen und flankierenden Arbeitsmarktreformen abhängt.
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